Greenpeace fordert von der Bundesregierung in Europa eine
Vorreiterrolle beim Schutz der Wale einzunehmen. Auf der in einer
Woche beginnenden Haupttagung der Internationalen Walfangkommission
(IWC) in Anchorage/Alaska muss sich die Bundesregierung für einen
umfassenden Schutz aller Wale einsetzen. Alle Gefahren, denen die
Tiere ausgesetzt sind, müssen auf der IWC Gegenstand der
Verhandlungen sein.
"Wale werden wie Abfall behandelt. Die Tiere hier stehen für die
17 Wale und Delphine, die weltweit alle halbe Stunde als Beifang in
Fischernetzen ertrinken", sagt Stefanie Werner, Meeresbiologin bei
Greenpeace. "Wenn die IWC sich nur mit der Jagd beschäftigt, greift
dies zu kurz. Es ist an der Zeit, dass die Tiere umfassend geschützt
werden."
Die jetzt vor dem Brandenburger Tor präsentierten Wale sind in den
vergangenen Monaten tot an europäischen Stränden angeschwemmt und von
Greenpeace geborgen worden. Die Tiere stammen aus dem englischen
Kanal, von der französischen Atlantik- und der deutschen Nord- und
Ostseeküste. Einige Tiere zeigen deutliche Spuren von Fischernetzen -
ein Zeichen dafür, dass sie vermutlich in Netzen ertrunken sind.
Andere Wale haben Verletzungen durch Schiffsschrauben.
Etliche Walarten sind mittlerweile vom Aussterben bedroht. Darauf
wird morgen durch den "Tag der Artenvielfalt" der Vereinten Nationen
(UN) hingewiesen.
Die Wale spielen eine wichtige Rolle im Ökosystem
Meer und ihre Anzahl ist geringer als die der Säugetiere an Land.
Damit die Meere künftig geschützt werden können, braucht es
großflächige Schutzgebiete. Diese müssen mindestens 40 Prozent der
Ozeane ausmachen. Für die europäischen Meere müssen Schutzgebiete in
der neuen Meeresstrategie-Richtlinie der EU festgeschrieben werden.