Weltweit sterben pro Jahr etwa 20000 seltene Tier- und
Pflanzenarten aus. Die größten Verluste entstehen durch die
Vernichtung von Regenwäldern für Tropenholz, Palmöl, Soja, Zuckerrohr
und Papier. Der Regenwald, aber auch Moore, Gewässer und Meere binden
große Mengen des Treibhausgases Kohlendioxid. Die Zerstörung dieser
CO2-Speicher trägt wesentlich zur Erwärmung der Erdatmosphäre bei.
Unter dem Klimawandel leiden bereits viele Tier- und Pflanzenarten.
Gerhard Kneitz, Naturschutzexperte des BUND: "Um den steigenden
Temperaturen auszuweichen, wandern temperaturempfindliche Arten in
entfernte oder höher gelegene Gebiete. Andere Tiere legen größere
Strecken zurück, um ausreichend Wasser zu finden. Damit sie das
können, müssen die verschiedenen Biotope besser miteinander verknüpft
und mit Überquerungshilfen wie Brücken oder Tunnels verbunden
werden."
Hauptursachen für den Artenschwund in Deutschland seien die
industrielle Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden und die
Übernutzung von Äckern und Grünland. Hinzu kämen
Schadstoffbelastungen von Gewässern und Böden. Auch der
Flächenverbrauch durch Zersiedelung sowie der Bau von Straßen,
Kanälen und Dämmen schränkten den Lebensraum von Tieren und Pflanzen
weiter ein.
BUND-Sprecher Sebastian Schönauer forderte, keine weiteren
Zerstörungen wertvoller Biotope zuzulassen: "Ein guter ökologischer
Zustand der Natur muss flächendeckend angestrebt werden. Eine der
entscheidenden Weichenstellungen dafür ist die anstehende
Novellierung des Naturschutzrechts.
In der Landwirtschaft müssen die
hohen Fördersummen endlich dafür eingesetzt werden, das vielfältige
Pflanzen- und Tierleben in den Wäldern, auf den Wiesen und in den
Gewässern zu sichern. Dazu muss die Bundesregierung auch der
Ausweitung des Ökolandbaus entschieden mehr Gewicht beimessen."