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Die erste Maus


Oh je wenn ich daran denke. 
Es begann damit das Scottie eines Tages im Garten immer wieder hinter einem Busch grub.
Auch Kimbo war an dieser Stelle interessiert.
Das machte mich stutzig. Als ich dazu kam war es eigentlich schon zu spät. Scottie hatte unsere kleine Spitzmaus bereits ausgegraben. Mit einem Pfotenhieb schleuderte er das verängstigte Tier auf die Wiese und begann mit ihr zu spielen.
Ich versuchte sie zu retten. Was sich als äußert schwierig erwies. Kimbo ist nämlich ein Mäusefreund. Die Spitzmaus durfte vor Scotties Zeit, Abends oder Nachts, sogar in die Wohnung kommen um seine Futterreste zu fressen und Haare für ihr Nest sammeln. Ohne das er sich daran störte.
Doch jetzt? Kimbo war merklich unsicher, wem soll er helfen?
Der kleinen Maus, die Hilfe piepend in Scotties Maul zappelte? Oder doch lieber seinem neuen Kumpel Scottie?
Und ich, mittendrin. Irgendwie schaffte ich es Scottie von der Maus zu trennen. Und sie rannte piepend davon.
Zwei Tage später, oder besser gesagt Nächte später wurde ich durch lautes piepen geweckt. Scottie hatte die Spitzmaus wohl in der Wohnung erwischt und spielte mir ihr vor meiner Schlafzimmertür. Was nun? Mein Mann war arbeiten und konnte mir nicht helfen. Für einen Rettungsversuch war es zu spät. Im wahrsten Sinne des Wortes, ich musste ja schließlich am nächsten Morgen arbeiten gehen. Als ich das Licht einschaltete schaute Scottie einen Moment hoch und die Maus entwische, ausgerechnet ins Computer -, Katzenzimmer.
Hinter das Gästebett. Ich gab mich geschlagen, löschte das Licht und schlief weiter, ich versuchte es zumindest. Es dauerte etwa eine halbe Stunde, da fing das Theater wider an.
Ach übrigens, während der gesamten ` Maus-Spiel-Tod` Aktion, schlief Kimbo wie ein Stein.
Ich stellte dann dein Brett vor die Schlafzimmertür, damit die Maus wenigstens nicht hier rein flüchten konnte. Irgendwann schlief ich dann doch ein und träumte von Mäusen. Super.
Morgens war ich dann sehr vorsichtig in der Wohnung unterwegs. Durch Erzählungen von Ulrike wusste ich, dass Katzen einen gerne beschenken. Sie findet ihre Geschenke des öderen in den Schuhen. Ich, Gott sei dank nicht. Doch wo ist die Maus? Hat sie überlebt und konnte doch noch in den Garten flüchten? Hat Scottie sie gar gefressen? Leider beides nein. 
Ich fand sie sorgsam vor der Brotmaschine abgelegt. Wenigstens blutete sie nicht. Ich bedankte mich höflich bei Scottie, nahm ein Zewa und beerdigte sie in der Abfalltonne.
Tun sie sich einen Gefallen. Erzählen sie ähnliche Geschichten nie rum. 
Ich durfte mir danach anhören, das Scottie wohl der Meinung war ich bräuchte frischen Aufschnitt.




von Kisco 20:03, 24 November 2009



Scottie bekommt ein Haus


Wie sie ja in einem vorherigem Kapitel lesen konnten, mag Scottie Kartons. Und sie können mir glauben, jeden Morgen über einen Karton ins Badezimmer zu steigen, mach auf Dauer nicht viel Spaß. Sieht auch nicht schön aus wenn Besuch kommt. Und jedes Mal eine Erklärung abgeben zu müssen warum ein Karton die Wohnung verziert ist auch nicht lustig, Scottie gab sich ja nicht mit Schuhkartons zufrieden. Es musste schon eine Nummer größer sein.

 

Es muss also eine bessere Lösung her. Wofür gibt es das Internet. Irgendwo hatte ich doch schon Mal ein Katzenhaus aus Pappkarton gesehen.
Ich habe es dann auch gefunden und natürlich bestellt. Aufgebaut war das Papphaus, dank Scottie relativ schnell. 
Gott sei dank hat er sich während dessen mit der Verpackung begnügt.
Nur noch einen passenden Platz gesucht und fertig. Scottie findet das Teil toll. 
Da das Haus aber nur gesteckt war, verlor es des öftern schon mal das Dach oder wurde gleich komplett aus dem Fundament gehoben.  
Denn Kimbo wollte natürlich wissen was Scottie in seinem Haus so treib. Ich habe dann zum Klebestreifen gegriffen und schon war das Haus sturmfest. 
Nur ein Tipp, kleben sie ein Katzenhaus wenn die Katze drin sitzt. Ich hatte danach zum ersten Mal Kratzer auf den Händen.
Über das mitgelieferte Fell hat Scottie sich überhaupt nicht gefreut. 
Also, kein Teppich im Eigenheim. Nach dem ich ihm dann seine neue Behausung 
mit Papier ausgelegt hatte war er glücklich. 
Das knistert so schön wenn man sich reinlegt. Heute geht er vorbei, beisst ins Dach oder reibt sich daran und hält dort von Zeit zu Zeit seinen Mittagsschlaf. Umgebaut hat er auch schon. Das runde Fenster ist nicht mehr rund. Aber das ist nicht schlimm das Haus steht ja nicht unter Denkmalschutz.



von Kisco 20:17, 20 November 2009



Bonny und Schwiegermutter


Arme alte, kleine Bonny ( 14j. Collie ). 
Mit Kimbo spielt Scottie ja jetzt schon recht ausgelassen. Was zeitweise auch schon Mal etwas rauer werden kann. Scottie maunzt dann und Kimbo lässt los und spielt den Unschuldigen. Scottie atmet dann tief durch und weiter. Und wenn Kimbo nicht möchte? Dann knurrt er nur kurz und Scottie macht einen Bogen um ihn. 
Aber bei Bonny? 
Als Bonny das erste Mal zu uns kam und Scottie bemerkte, schob sie den Schwanz unter dem Bauch, senkte den Kopf und blieb stocksteif stehen, ein eindeutiges Zeichen der Unterwürfigkeit. 
Scottie stapfte ganz selbstbewusst auf sie zu. Fixierte sie mit seinen Augen, sie drehte den Kopf weg. Er ging um sie herum, um sie wieder fixieren zu können. 
In dem Moment, wo sie sich wieder wegdrehen wollte, schlug Scottie zu.
Patsch, ein Hieb auf die Nase, ohne Kralle.
Darauf hin suchte Bonny das Weite. Sie rannte ins Wohnzimmer, ab ins Körbchen von Kimbo, dort lag sie immer wenn sie zu Besuch war.
Scottie hinterher. Nase anvisiert. und Feuer. Treffer. Wieder ohne Kralle. 
Bonny hoch. Sie hatte, glaube ich, nur noch einen Gedanken, Flucht. Doch wohin? Sofa. Da kommt er bestimmt nicht hin. Falsch gedacht. Scottie wieder hinterher. 
Doch diesmal schlug er nicht zu, nein, er leckte ihr ganz genüsslich über die eben verprügelte Nase.
Bonnys Ohren zuckten wild hin und her, denn sie kam jetzt nicht mehr weg. Hinter ihr die Sofalehne, vor ihn Scottie und Kimbo, ihr großer Freund, schaute dem Schauspiel nur teilnahmslos zu. 
Nach dem Bonnys Nase sauber war, machte Scottie eine 360 Grad Wendung und schlug noch einmal zu.
Danach stapfte er mit stolzer Brust in Kimbos Körbchen und legte sie hin. Allerdings so, das er Bonny im Blick hatte. Wenn sie sich bewegte, sprang er auf, schaute, und legte sich wieder hin.
Er hatte sie voll unter Kontrolle.
Wenn Bonny heute kommt, darf sie sich auf das Sofa oder ins große Körbchen legen und wird von Scottie auch nicht mehr verprügelt sondern nur abgeleckt oder einfach ignoriert. 
Wobei ihr die Zärtlichkeiten aber bis Heute merklich unangenehm sind, wie man hier sehen kann. Flüchtet aber nicht mehr.

 

Ganz anders bei meiner Schwiegermutter. 
Wenn sie kommt und im Wohnzimmer Platz genommen hat, sie sitzt meist auf unserem Fußhocker, spielt sich folgendes ab.
Scottie umgarnt sie, streicht ihr um die Beine, natürlich mit hoch erhobenem Schwanz und maunzt ganz lieb. Wenn sie sich dann zu ihm beugt, weicht er einen Schritt zurück und legt die Ohren an. 
Wenn sie dann versucht ihn zu streicheln, schießt er vor und startet einen Scheinangriff. Er schlägt nach ihr und will ihr in die Hand zwicken. 
Diese Scheinangriffe macht er auch schon mal bei uns, hat uns aber nie gekratzt oder bebissen. 
Sie jedoch zieht die Hand weg, was Scottie natürlich reizt, daher kommen bei ihm schon mal die Krallen ein wenig zum Vorschein. Wenn sie sich dann wieder aufsetzt, läuft er um sie herum und startet einen zweiten Angriff von hinten.
Er springt ihr in den Rücken, sie dreht sich um, er läuft weg. Kommt aber wieder und das Spiel geht von vorne los. So nach 5 Minuten lässt er sich dann doch von ihr streicheln.
Dies ist das übliche Begrüßungsritual mit meiner Schwiegermutter. Im Garten wird sie von ihm wie jeder andere behandelt, er ignoriert sie. 



von Kisco 20:35, 16 November 2009



Scottie entdeckt das Aquarium


Wir haben auch Fische und das nicht nur im Teich. Eines Tages, ich reinigte gerade das Aquarium, kam Scottie dazu. Neben dem Aquarium steht Scottie`s zweiter Kratzbaum, ein Halbhoher, er reicht aber noch über das Aquarium.
Er sprang rauf, bis in die Liegemulde, legte sich hin und schaute mir zu.
Nun, irgendwann, ich musste dreckiges Wasser wegbringen und frisches Wasser holen, ließ ich den Deckel offen.
Als ich zurückkam, war Scottie eine Etage tiefer gestiegen, lugte ins Wasser und schwang die Pfote.
Da die Fische noch kein Futter bekommen hatten, dachten diese wohl, es kommt. Es war jedoch nur die Pfote meines Katers, mit Krallen der Versuchte einen Fisch zu angeln. Fische sind dumm.
Gott sei dank mag Scottie kein Wasser, so dass er sich nicht traute die Pfote ins Wasser zu tauchen. So durfte ich all meine Zierfische behalten und der Deckel bleibt seit dem zu wenn ich nicht im Zimmer bin.
Scottie begnügt sich jetzt mit schauen und Fische fangen durch die Scheibe.

von Kisco 19:20, 13 November 2009



So günstig kann man Katzen glücklich machen


Es muss nicht immer das teuerste und größte Spielzeug sein. Das haben wir durch Zufall entdeckt.
Zuerst war es das Paket einer Warensendung. Ich ließ es nach dem Auspacken einfach stehen, wollte ihn später entsorgen. Doch dann geschah folgendes.
Scottie entdeckte den Karton und sprang hinein. Ich wollte dann den Karton wegnehmen, was aber nicht möglich war. Denn kam berührte ich ihn, schoss Scottie heraus und schlug nach mir. 
Dabei muss ich erwähnen, dass Scottie bis jetzt stets ohne Krallen mit uns spielt, von der Deckengeschichte einmal abgesehen.
Er biss hinein, kratze daran und schlief auch darin. Ok, seit dem bleibt ein Karton bei uns auch schon mal eine Woche mitten im Raum stehen. Bis nur noch Fetzen übrig sind die ich dann entsorgen kann.
Der zweite Zufall ereignete sich nach dem lesen der Tageszeitung.
Wir legen diese immer auf den Boden wenn wir sie gelesen haben und nehmen diese dann immer mit auf den Weg, wenn wir mir Kimbo Gassi gehen. Wir kommen dann immer an einem Container vorbei. Irgendwann entdeckt Scottie zum ersten Mal die Blätter. 
Er nahm Anlauf, sprang auf ein Blatt und rutsche damit durchs halbe Wohnzimmer. 
Danach drehte er die gesamte Zeitung auf links.

Seit diesem Tag bleibt bei uns auch die Zeitung schon mal etwas länger liegen und wird erst am nächsten Tag ins Altpapier gebracht.


von Kisco 19:00, 11 November 2009



Der Garten


Wer von uns möchte schon immer das Gleiche sehen? Scottie natürlich auch nicht. 
Denn, immer wenn ich mit Kimbo in den Garten ging, stand Scottie am Netz und rief uns nach und das so herzerweichend. 
Wir beschlossen, Freigang im Garten aber nur mit Geschirr und Leine.
Also, wieder zum Zoogeschäft, Katzengeschirr kaufen, mit Leine, 7 Meter lang.
Vielleicht jetzt mein erster Katzenkampf? Beim Geschirr anlegen? Nein, falsch gedacht. Also, so langsam ist mir das Tier unheimlich.
Ohne zu murren ließ er sich das Geschirr anlegen, Leine dran, Gitter auf.
Ganz mutig sprang er in den Garten. Schmiss sich ins Gras, kaute darauf rum, sprang hinter allem her was flog und fühlte sich, entschuldigen sie den Ausdruck, pudelwohl. 
Er schnüffelte an allen Pflanzen die er erreichen konnte, biss aber nicht rein. Er erforsche sogar den Teich und machte sich, oh Wunder, sogar die Pfötchen nass.
Ich war ja auch gemein. Ich hatte vorher die Fische gefüttert.

Das war wie, ein Fisch, der endlich frisches Wasser bekommt, ein Vogel, der endlich wieder fliegen darf, sie wissen was ich meine.
Doch dann, eines Tages, war alles anders. Schnee. Ganz entsetzt stand Scottie an der Tür. Ich wollte ihn erst gar nicht raus lassen. Aber ich wollte sein Gesicht sehen, wenn seine Pfötchen zum ersten Mal Schnee berührten. Also, Geschirr an.
Huch, das ist ja kalt. 

 

So schaute er mich an. Erst wollte er zurück, doch dann siegte die Neugier. 
Er fand es toll. Man konnte Löcher in das weiße Zeug machen. Nach Mäusen suchen. Der Ausflug in den Schnee dauerte nur 10 Minuten, schaffte Scottie aber so sehr, dass er den restlichen Tag dösend in Kimbos warmen Körbchen verbrachte.

 

Seit dem darf Scottie regelmäßig in den Garten und es stört ihn dabei nicht im Geringsten das er angeleint ist.
Spezialisiert hat er sich jetzt auf Fliegen und Schmetterlinge. Wobei es sehr lustig aussieht wenn er einen Schmetterling gefangen und gefressen hat. 
Er staubt dann immer aus dem Mäulchen.
Was den Eindruck erweckt, er würde heimlich rauchen.
Allerdings hat eine Leine nur eine begrenzte Reichweite. Da Scottie kein Wildpinkler ist, geht er für sein Geschäft nur auf das Katzenklo. Aber die Leine reicht nicht bis dahin.
Das fiel uns auf als ich Scottie mal wild trampelnd und an der Leine zerrend in der Küche vorfand. Zuerst konnte ich mir keinen Reim daraus machen, er sagte ja auch nichts. Aus einer Intuition heraus machte ich ihn los. Er rannte wie ein geölter Blitz ins Computerzimmer, ich hinterher. Als ich um die Ecke kam, sah ich einen erleichterten Kater auf dem Katzenklo sitzen. Man sah förmlich die Erleichterung in seinen Augen.


von Kisco 10:08, 7 November 2009



Mauseloch?


Scottie übte immer Mäuse fangen. Zum leid unserer Füße.
Sie kennen das vielleicht. Man liegt abends auf dem Sofa, schön gemütlich unter der Kuscheldecke und man lässt einen Fuß heraus hängen, wegen der Wärme.
Diese Zeit war bei uns eine zeitlang vorbei.
Denn kaum öffnet sich ein Loch, war Scottie zur Stelle. Erst ganz harmlos. Er saß und schaute, dreht den Kopf hin und her, spielte mit den Ohren und maunzte ganz lieb. 
Doch dann kam der Tiger zum Vorschein. Blitzartig schlug er mit der Pfote unter die Decke, leider mit Krallen. 
Das Gleiche machte er auch mitten in der Nacht.
Ich sag ihnen, anschließend steht man im Bett, wenn man dann noch stehen kann.
Ein paar Mal hatte er meinen Mann und mich so erwischt das wir bluteten.
Durch die Hornhaut! Man, brannte das.
Wenn wir dann schimpften, saß es wieder ganz lieb vor einem und maunzte wie ein junges Kitten.
Und wir, wir konnten nur grinsen, vergessen und die Wunden lecken. Glücklicher Weise hat Scottie dieses Spiel abgelegt, von ganz allein.
Unsere Füße danken es ihm.

von Kisco 20:06, 3 November 2009



Scottie der Entdecker


Auf der Terrasse kann man nicht nur musizieren, sondern auch entdecken.
Als er zum ersten Mal nach fast-draußen durfte, war er schon sehr unsicher. Obwohl er doch eigentlich ein starker, mutiger Kerl ist, denn welcher Kater kann von sich behaupten Herr über ein Hovawart zu sein.
Als erstes waren die Pflanzen dran. Er schnüffelte an jeder, biss aber nicht rein. Das hat er bis jetzt noch nie gemacht, auch in der Wohnung bleiben Blumen unbehelligt.
Doch dann fand er den Topf mit Blumenerde. Ich kenne zwar den Ausdruck Dreckspatz aber Dreckkatze? Ich hatte jetzt auf jeden Fall eine. Leider hatte ich keine Kamera zur Hand. Aber Scottie ist ja nicht dumm. Um das Zeug wieder los zu werden stapfte er zu Kimbo, rieb sich an ihm und ließ sich ablecken.
Denn Scottie hatte gelernt, dass Hundesabber einfacher weg zu schlecken ist als alles andere. Danach durfte ich dann Kimbo bürsten. 
Wieder sauber ging die Entdeckungstour weiter. Er schnüffelte alles sehr geräuschvoll ab und war ganz versunken in all den neuen wundersamen Gerüchen. Als er plötzlich und unerwartet vor einem 40 cm hohen Keramikhund stand. Er wurde stocksteif. Dann machte er einen Buckel der dem Elsner Berg alle Ehren machen würde. Langsam, wirklich langsam ging der Schwanz in die Höhe und wuchs auf den doppelten Umfang an, das Fell sträubte sich, die Ohren wurden zurückgeklappt. Und dann…. kratz, kratz, schlag, fauch, bekam der Hund eine rechts, eine links und einen auf die Nase.
Als Scottie merkte, der wehrt sich nicht, hob er den Kopf, kam zu mir und holte sich eine Streicheleinheit ab. Tja, nur Gewinner bekommen nach dem Kampf eine ordentliche Massage. Seit dem würdigt er dem Verlierer mit keinem Blick mehr.
Mittlerweile liebt er es, auf dem Tisch auf der Terrasse in der Sonne zu dösen, wenn da nur nicht immer diese fliegende Kleinteile, wie Fliegen, Hummeln und Co. wären. Denn für einer dieser fliegenden Minibälle unterbricht er sogar seinen Schönheitsschlaf.
Ich weiß, er sollte nicht auf dem Tisch liegen, aber wenn wir ihn nicht in gebrauch haben, warum nicht.

Ach übrigens, sollten sie auch so einen Aztekenofen haben, sollten sie darauf achten, die fremde Katze nicht aus dem Haus zu scheuchen. So ist es mir fast passiert. Als Scottie aus diesem Ding wieder heraus kam war er nicht mehr rein schwarz und weiß.
Hätten wir den Ofen vorher in Gerbrauch gehabt, wäre er ja wenigstens nur schwarz. So kam er mit einem wunderschönen rot, schwarz, rosa Fell wieder zum Vorschein. Eigentlich wäre ein Vollbad angebracht gewesen. Aber, haben sie schon mal eine wasserscheue Katze gebadet?
Ich wollte noch leben, also griff ich nur zu einem feuchtem Tuch und rubbelte ihn ab. Den Rest erledigte er selbst.


von Kisco 20:25, 27 Oktober 2009



Die Bühne


Die Terrasse haben wir nach reichlicher Überlegung mit Katzenschutznetz zugemacht. Ich möchte nicht das Scottie Freigänger wird. Aus unterschiedlichen Gründen.
Zumal wohnen wir an einer stark befahrenen Straße und er überfahren werden könnte. Dann hat mir jemand gesagt, dass Kater sich gerne prügeln und dann verletzt nach Hause kommen, was ich beides nicht möchte. Deshalb hat Scottie freien Zugang zur Terrasse. 
Zeitweise benutzt er diese als Bühne, das ist jedenfalls mein Eindruck. Dies geht dann wie folgt von statten:
Erst rennt er wie von der Tarantel gestochen durch die Wohnung. Dann mit einem Satz zum Freßnapft, eine kleine Stärkung nehmen. Anschließend auf Klo. Meist riecht es dann nicht mehr so gut im Computerzimmer.
Und dann geht’s auf die Terrasse. Einmal das Katzengitter rauf, gerne bis ganz nach oben.
Dann setzt er sich direkt vor die Schiebetür aus Katzennetz. Und fängt an.

Erst ein kaum hörbares Piepen was dann in ein leises glucken oder knurren übergeht. Darauf folgt eine Strophe ‘‘bellen‘‘. Aber je älter er wird, umso größer wird sein Können. Aber als das erste Mal ein kehlig gurgelnder Laut aus diesem kleinen Kerl kam, sie wissen schon einer dieser Sorte von ‘‘rühr mich nicht an, sonst beiss ich dich‘‘ hat er sich selber so erschrocken, das er sich auf der Stelle hinlegte und Ausschau nach uns und Kimbo hielt und dann so tat als hätte er nichts gesagt.
Jetzt im Alter von 15 Monaten, zieht er diese Show fast jeden Tag einmal ab. 

 

 


von Kisco 23:23, 24 Oktober 2009



Erster Besuch beim Tierarzt


Im Oktober musste Scottie zum Tierarzt, nichts schlimmes. Eine Nachimpfung stand an und da er nicht tätowiert war, musste auch ein Chip her.
Also erst einmal zum Zoogeschäft eine Transportbox kaufen, die von meiner Schwägerin musste ich ja wieder abgeben und war schon weg. 
Doch was für eine Box kauft man? Plastik, Korb oder Tasche? Von der Seite oder von oben zu öffnen? Groß, mittel oder klein?
Ich kaufte dann eine, wo ich meiner Meinung nach auch einen ausgewachsenen Löwen mit hätte transportieren können. 
Zu Hause stellte ich dann fest, einen Löwen wohl nicht, aber gerade mal einen noch wachsenden Hauskater.
Von anderen Katzenbesitzern hatte ich gehört, dass es gar nicht so einfach ist eine Katze in eine Transportbox zu bekommen. 
Ich bereitete mich also auf meinen ersten Katzenkampf vor.
Doch es geschah ein Wunder. Box auf Scottie rein, Klappe zu.

Auf zum Tierarzt. Im Auto brauchte ich diesmal kein Radio zur Unterhaltung. Den Gesang über nahm Scottie. Beim Arzt selbst war er dann ganz ruhig, gab keinen Ton mehr von sich.
Während der Untersuchung selbst war er laut Aussage des Tierarztes, sehr tapfer, noch nicht einmal beim Setzen des Chips hat Scottie gemeckert. Gekratzt und gebissen hat er auch nicht.
Jetzt wollte ich nur noch wissen wie schwer er ist. Also erst die Box leer, dann mit Scottie drin, rechnen. Boa, schon 3,5 Kg und das mit 5 Monaten.


von Kisco 19:45, 21 Oktober 2009



Hilfe, ich kann nicht kätzisch


Ich dachte immer, Katzen können nur miauen und schnurren. Deshalb hatte ich zu Beginn wirklich Probleme Scottie zu verstehen. Er maunzte, piepte, schnatterte und machte noch viele weitere Geräusche die ich nicht einordnen konnte. Ich musste dann immer wieder die Superdosine Ulrike fragen. 
Auch die Körperhaltung einer Katze ist eine ganz andere wie bei Hunden. 
Ok, wenn er mich anmaunzte und zu seinem Napf lief, wusste ich das er Futter haben wollte.
Aber warum schnattert er wenn er eine Fliege sieht?
Man erklärte mir dann, das sei eine Übersprungshandlung bei der Jagt. Und so ist es auch. 
Jedes Mal wenn Scottie eine Fliege fangen will, schnattert er. 
Er fängt sie mit der Pfote, wirbelt sie hin und her, bis dem Tier richtig schwindelig ist und frisst sie dann genüsslich. Nur die dicken bunten Fliegen, im Volksmund auch Scheißhausfliegen genannt, die beisst er tot und lässt sie dann liegen.
Für diese Leichen interessiert sich dann Kimbo.
Aber um wieder auf die Katzensprache zurück zu kommen.
Ich kaufte mir ein Buch. ‘‘ Katzensprache für nicht Katzen‘‘ oder so ähnlich.
Es war frustrierend. Da hieß es doch gleich, unsere Buchstaben seinen nicht geeignet die Katzenlaute alle wiederzugeben. 
Uff. Danach hatte ich eigentlich noch mehr Fragezeichen in meinem Kopf.
Doch dann kam Hilfe. Ulrike, sie schenkte mir ein richtiges Katzenbuch, jetzt verstand ich endlich was und warum Scottie das ein oder Andere Tat und wann er es tat.
Mittlerweile haben Scottie und ich eine eigene Sprache entwickelt. Er maunzt mich an und ich versuche zu verstehen und richtig zu antworten. Und meist klappt es auch.
Aber auch Scottie lernt eine neue Sprache. Er versucht sich an hündisch. Manchmal sitzt er auf der Terrasse und versucht zu bellen. Das hört sich dann folgendermaßen an.
“ Mau, mau, mauuuuz “. Was uns immer ein breites grinsen aufs Gesicht zaubert. Hin und wieder verbessere ich ihn dann mit folgenden Worten: „ Scottie das heißt aber, wau, wau, wau und nicht mau, mau.“ 
Er schaut mich dann immer nur fragend an, hebt den Kopf, dreht sich um und maunzt weiter.



von Kisco 21:36, 15 Oktober 2009



Falsches Körbchen und andere Fehler


Bei einem Hund ist alles viel einfacher. Futtertüte auf, hinstellen, Hund satt. Körbchen hinstellen, Hund ablegen, Hund schläft. Bei einer Katze kann man einiges falsch machen. Denn sie suchen aus. Was sie fressen, wo sie schlafen und womit sie spielen. Das weiß ich jetzt.
Bei meinem Großeinkauf hatte ich natürlich auch ein Körbchen und verschiedene Futtersorten mitgebracht. Das Körbchen hat Scottie nicht einmal angeschaut. Er schlief lieber auf der Eckbank in der Küche. Oder, man höre und staune in Kimbos Körbchen. 

 

Mit dem Feuchtfutter war es komplizierter. Ob Tüte oder Dose, Pastete oder Stücke, Rind, Lamm oder Fisch. Mein Gott, was frisst er nur? 
Nach etwa 2 Monaten und mit Hilfe der langjährigen Dosine Ulrike hatte ich es dann raus. Ich habe eine Fischkatze. Scottie liebt Thunfisch. Aber bitte nur den Hellen und nur in Stücke und ohne Lock-, Konservierungs- und Farbstoff. Also nur das gute Zeug.
Auch das Trockenfutter sollte nach Möglichkeit Fisch enthalten, dacht ich. 
Ich bestellte also ein echt teures Futter aus Canada mit frischem Fisch aus dem Internet natürlich auch ohne diese Stoffe die nicht reingehören. Doch was geschah? Alles verkehrt. Beim Trockenfutter möchte Scottie bitte das Bunte haben, egal was drin ist. 
Selbst beim Wasser ist er wählerisch. Sein Wassernapf wurde verschmäht, er trinkt lieber bei Kimbo oder aus der Gießkanne.
Die Situation hatte auch ihre gute Seite. So durfte sich das Tierheim über eine große Sachspende incl. des verschmähten Spielzeugs freuen.


von Kisco 18:42, 10 Oktober 2009



Die ersten Nächte


Da sag mir mal einer, Katzen laufen auf leisen Sohlen. Unser zieht bei seinen nächtlichen Expeditionen immer vorher die Samtpfoten aus und die Bergstiefel an. 
Jede Nacht wenn wir schlafen wollen tobte er durch die Wohnung, rannte, sprang und maunzte. Würden wir in der ersten Etage wohnen, hätten wir wahrscheinlich schon nach der zweiten Nacht die Kündigung bekommen.
Nur unser Hund Kimbo, der schlief bei mir im Schlafzimmer und wäre, so glaube ich, noch nicht mal durch eine Bombe zu wecken gewesen. Wir hingegen, wurden geräuschvoll wach gehalten.
Selbst das Nachtmahl, bestehend aus Trockenfutter, konnte ich im Schlafzimmer aus dem Computerzimmer hören. Morgens lag Scottie dann immer übermüdet auf dem Gästebett. Doch, oh Wunder nichts ging zu Bruch.
Nur die Geduld meines Mannes wurde arg strapaziert. Er wollte ihn schon einsperren oder gar abgeben. Ich konnte ihn dann doch überzeugen, dass der Poltergeist irgendwann aufhört und klein bei gibt oder wir uns an das Gepolter gewöhnen.
So war es dann auch. Wir haben uns daran gewöhnt. Nur manchmal höre ich noch wie Scottie geräuschvoll sein Trockenfutter frisst.


von Kisco 18:58, 4 Oktober 2009



Das erste Spiel


Das fand in Scotties Revier statt. Beim Klöchen reinigen. Das Gitter stand offen und Kimbo kam mit in das Computerzimmer. Scottie saß auf seinem neuen Kratzbaum und schlug nach Kimbo. Der wiederum schaute nur verdutzt. Dies wiederholte sich ein paar Mal. Ein Atemzug später und es ging rund. Scottie schlug, ohne Krallen, und stürmte nach oben, Kimbo buffte nur verblüfft. Doch dann, Scottie blieb nach einem Schlag einfach sitzen. Kimbo schnappte nach ihm. Nun ja, was soll ich sagen schaut selbst.  

Dabei blieb es dann auch erst einmal.
So nach etwa drei Wochen, wir saßen gemütlich im Wohnzimmer und lauschten den Nachrichten. 
Da, plötzlich schaute ein kleiner schwarzer Kopf um die Ecke.
Kimbo lag vor dem Tisch und schlief. Scottie nahm seinen ganzen Mut in die Tatzen. Er schlich sich zum Hund und schnüffelt. Kimbo öffnete die Augen und schnüffelt zurück. Scottie schien das zu gefallen, er drehte sich um und streckte Kimbo sein Hinterteil entgegen. Doch dann, mit einem Mal, Kimbo öffnete das Maul und zog Scottie am Hinterbein zu sich heran. Ich wurde blass, ich schloss die Augen. Wenn Kimbo jetzt….. Ich mochte nicht hinsehen.
Als ich die Augen wieder öffnete lag Scottie vor Kimbo und ließ sich von ihm abschnüffeln. Danach umklammerte Scottie diesen riesigen Schädel mit allen vier Pfoten und leckte Kimbo zärtlich über die Stirn. Und der Hund ließ es sich gefallen, er genoss es sogar. Und wir staunten wie zärtlich ein 50 Kg Hovawart mit einem damals 3 Kg Kater spielte.
Dieses Schauspiel ereignet sich seit dem jeden Tag mindestens einmal.



von Kisco 20:50, 30 September 2009



Die Zusammenführung


Das war schon lustig und spannend an zu schauen. Kimbo lag in der Küche im Türrahmen zum Flur und schlief. Scottie kam aus seinem Zimmer, nur ein kleines Stück, nur mal schauen. 
Kaum bewegt sich der Hund, rast er zurück in sein Revier. Dieses Szenario wiederholt sich immer wieder eine Woche lang, wobei die Entfernung zum Hund immer weiter verkleinert wurde. 
Doch als Kimbo ihn dann doch einmal überrasche, flitzte er zurück in sein Zimmer, Schutz suchen. 
Und was schützt am besten? Ein alter Motorradhelm. 
 

Scottie fand das Zimmer so wie so sehr spannend, da wir es damals noch zusätzlich als Abstellkammer benutzten und er so jede Menge Verstecke fand. Nach dieser Woche hatten wir beschlossen, der Kater bleibt.
Ich war froh und glücklich. Und gleich wieder auf dem Weg, einkaufen!
Jetzt kam die Vollausstattung ins Haus. Ich kaufte: Einen deckenhoher Kratzbaum, einen richtigen Futter- und Wassernapf und was nicht fehlen durfte, ein Katzenklo.
Ach ja, das Spielzeug. 
Gleich Händeweise brachte ich nach Hause, man kann ja nie wissen. Ich habe mittlerweile feststellen dürfen, dass nicht jede Katze, mit allem spielt. Auch hier gibt es Vorlieben. Scottie liebt zum Beispiel: Fellmäuse, Angeln und alle was Lärm macht.


von Kisco 22:17, 27 September 2009



Ein Name muss her


Bis jetzt hieß er ja nur, kleiner Kerl oder Kater.
Nur wie nennt man einen Kater? Bis jetzt hatten wir immer nur Hunde.
Sylvester? Wie der Kater aus den Cartoons? Nein, unser Kleiner ist doch nicht dumm!?
Paulchen? Wie Paulchen Panther? Nein, er ist auch nicht rosa!
Mein Mann schlug doch tatsächlich Pussy oder Muschi vor. Hallo? Ich lauf doch nicht durch die Wohnung und ruf nach meiner Pussy?!
Wir hatten natürlich noch viele andere Einfälle, die ich hier nicht alle aufzählen möchte, doch irgendwie wollte kein Name so richtig passen. Er sollte seinen Namen ja schließlich auch sein lebenslang tragen.
Und der Name sollte ein i enthalten, zumindest Hunde hören dann leichter auf ihren Namen. Katzen etwa auch? Sei’s drum, irgendetwas mit i. 
Speedy? Ist eine Maus? Die fressen Katzen ja bekanntlich.
Wir zermaterten uns die Köpfe. 
Doch dann kam uns der Zufall zu Hilfe.
Wir beobachtete den kleinen Kerl wie er genaustens unseren Computer inspizierte. Da hatte mein Mann die Idee. 
Scottie. Der Ingenieur aus Enterprise.

Na ja, ins Weltall wird er nicht gerade fliegen aber Scottie ist ein schöner Namen.



von Kisco 20:16, 23 September 2009



Die Unterbringung


Ganz verängstig hockte er in der viel zu großen Box. Doch als Kimbo`s Riesenschädel das erste Mal vor dem Gitter auftauchte, konnte dieses kleine Etwas schon furchterregend fauchen.
Wir schickten Kimbo in den Garten, damit der kleine Kerl in seiner Box zur 
Ruhe kam und nicht sofort durchdrehte.
Erst einmal durchatmen. Wo hin mit dem kleinen Kerl? Er braucht erst einmal einen Raum für sich. Und das war gar nicht so einfach, wenn man in einer Wohnung lebt die außer der Eingangstür nur noch eine Schaf- und Badezimmertür hat.
Das Computerzimmer. Na klar, das war das einzige Zimmer was wir mit einem Babygitter verschließen konnten. Aus dem schnitt mein Mann eine Sprosse heraus.
So konnte der kleine Kerl aus dem Zimmer raus, Kimbo aber nicht rein.
Gott sei Dank hatte mein Mann ja von seiner Schwester Katzenstreu mitgebracht. 
Wir richteten alles her, das provisorische Klo wurde gefüllt, Wasser und Futter bereit gestellt und wir entließen den kleinen Kerl aus seinem Gefängnis. Kimbo legte sich sofort vor das Gitter, was wiederum dem Kater nicht gefiel.
Na ja, was würden wir wohl denken, wenn vor unserer Tür ein Ungetüm mit einem Kragen um den Hals liegen würde. Den musste Kimbo damals wegen einer Wunde tragen.
Unheimlich.
Der Kater akzeptierte sein neues Reich recht schnell und wir konnten durchatmen.
Doch halt, was ist morgen? Ich arbeite, mein Mann arbeitet. Ich brauchte einen Tag Urlaub.
Schnell das Telefon, meine Chefin, Ulrike anrufen. Hat sie Verständnis?
Ja sie hatte. Sie ist selbst eine Katzenmutti oder auch Dosine genannt. Wie ich mittlerweile weiß, nennt man uns in der Katzensprache so.
Doch bereits am zweiten Tag kam Kimbo aus dem Computerzimmer und beleckte sich. Wir fragten uns, wie und was. Wie war er hineingekommen und was hatte er gefressen? Natürlich, Kimbo hatte mit der Nase das Gatter zurück geschoben und hatte sich über das Katzenfutter und was noch schlimmer war über das Katzenklo hergemacht.
Spätestens da wussten wir, ein Riegel musste her. Seit jenem Tag blockieren wir das Gitter, weil es zwar nicht so schlimm ist, wenn Kimbo das Futter frisst, aber Katzensch….? Igitt.



von Kisco 22:10, 22 September 2009



Er kommt ins Haus


Es war ein Donnerstag im September. Er fing wie ein ganz normaler Tag an, arbeiten im Krankenhaus, nach Hause mit unserem Hovawart Kimbo spazieren gehen, Hausarbeit. Nur mein Mann war nicht arbeiten sondern bei seiner Schwester auf dem 80 Km entfernten Hundehof helfen, Reparaturarbeiten erledigen.
So um 16 Uhr, ich weiß es noch genau, ging das Telefon. Mein Mann. „ Möchtest du eine Katze?“ fragte er mich. Wie bitte, eine Katze zu unserem Hund? Der seit 4 Jahren nur Menschen und Hunde kennt?
Und Jörg mag doch keine Katzen, zu mindest nicht so wie Hunde, die er abgöttisch liebt.
Nun ja, ich hörte mir an was er zu sagen hatte, das tut man nun mal als liebende Ehefrau.
„ Karin hat da so einen kleinen 12 Wochen alten Kater und der ist so niedlich. Und der Züchter hat noch einen. Soll auch nicht viel kosten, wir müssten nur die Tierarztkosten übernehmen, so etwa 90 Euro. (Die Geburt des Wurfes war ein Unfall, falscher Kater mit richtiger Katze oder umgekehrt.)“
Meine Antwort. „Mach was du willst.“
Nun ja, wir Frauen wissen ja was passieren kann wenn wir zu unseren Männern sagen, mach was du willst. So bereute ich diesen Satz schon kurz nach Beendigung des Gespräches.
Ich blieb etwa noch eine halbe Stunde ruhig sitzen, um über die Konsequenz dieses Satzes nach zu denken. Dann erhob ich mich entschlossen, zog Schuhe und Jacke an, nahm die Geldbörse und fuhr zum nächsten Supermarkt um Katzennahrung zu kaufen. Frau weiß ja nie.
Wieder zu Hause, suchte ich eine Plastikschale als vorläufiges Katzenklo und zwei weitere kleinere Schalen als Fress- und Wassernapf.
Wir mussten uns ja erst sicher sein das beide Tiere sich verstehen, bevor die Vollausstattung ins Haus kommt.
Es war etwa 18 Uhr als mein Mann nach Hause kam. Mit einer Transportbox unter dem einen Arm und unter dem anderen Arm ein Sack Katzenstreu, das hatte ich nämlich vergessen. Woran man auch alles denken muss!
Da war er nun, unser, mein kleiner Kater. 



von Kisco 22:32, 20 September 2009