Ausnahmen gelten nur für die rechtmäßige Jagdausübung, den Rettungseinsatz, die Landespolizei, die Bundespolizei und den Zoll.
Wer trotzdem seinen Hund in dieser Zeit frei laufen lässt, kann mündlich verwarnt, bei Uneinsichtigkeit aber auch zu einem Verwarngeld in Höhe von 10 € "verdonnert" werden.
Diese Regelung soll keine Schikane für Hundehalter sein, sondern hat durchaus ihren Sinn:
Ganz besonders in der Brut- und Setzzeit können Hunde im Wald zu einer tödlichen Bedrohung fürs Jungwild werden. Die strikte Anleinpflicht soll wildlebende Tiere in der Brutzeit vor Gefährdungen und Störungen schützen.
Leider ist immer wieder zu beobachten, dass sich Hundehalter, teils aus Unkenntnis, teils aus Sorglosigkeit, nicht an diese Bestimmung halten. Es sei darauf hingewiesen, dass auch Hunde, die nicht wildern, freilaufend eine Störung der zu schützenden Waldtiere darstellen.
Hunde als Gefahr für Wildtiere
“Trächtiges Reh von wildernden Hunden gerissen”; “Hund hetzt Rehe über Straße und verursacht schweren Verkehrsunfall” - solche Meldungen sind in diesen Wochen zu lesen. Wenn die Hunde angeleint sind, können solche Vorfälle vermieden werden. Vor allem hochträchtige Rehe, die in ihrer Bewegungsfreiheit und Fluchtmöglichkeit stark eingeschränkt sind, fallen im Frühjahr mitsamt ihren ungeborenen Kitzen den Hundebissen zum Opfer. So mancher Hund, der ansonsten aufs Wort gehorcht, wird überraschend unberechenbar, wenn er eine frische Fährte aufgenommen hat. Dies kann gerade während der Brut- und Setzzeit fatale Folgen haben.
Häufig argumentieren die Halter, ihre Hunde seien friedlich. Dabei verkennen sie aber, dass es für aufgestöberte Jungtiere wie z. B. Rehkitze oft schon tödlich ist, wenn sie vom Hund aufgescheucht werden und dabei wegen einer kleinen Berührung auch nur teilweise dessen Geruch annehmen. Das Elterntier nimmt bereits die kleinste Veränderung der Witterung wahr und lässt dann seinen Nachwuchs unversorgt - dessen qualvolles Zugrundegehen ist die grausame Folge. Streunende Hunde vertreiben auch Bodenbrüter wie Rebhuhn, Lerche, Kiebitz, Wildente und Wachtel von ihren Nestern. Deren Eier und Junge werden dann ein leichtes Opfer von Krähen und Elstern oder kühlen aus. Die Hundehalter selbst können diesen Vorgang meistens überhaupt nicht wahrnehmen, wenn sich das Geschehen im dichten Gras oder Unterholz abspielt. Auch kleine Hasen werden häufig von im Wald herumtollenden Hunden "apportiert". Ist der angebrachte Junghase nach dem Hundekontakt unverletzt, sollte er möglichst dort wieder abgesetzt werden, wo es aufgefunden wurde. Nur, wenn die Mutter das Junge nicht mehr annimmt, ist ein Eingreifen gerechtfertigt und erforderlich. Hierbei ist zu beachten, dass Hasen dem Jagdrecht unterliegen. Daher muss unbedingt der örtlich zuständige Jäger informiert werden. Ist die Adresse nicht bekannt, kann die Gemeinde oder die Polizei behilflich sein.
Was kann man denn tun?
Was tun, damit die Hunde trotzdem noch zu ihrem Auslauf kommen - und nicht ein Vierteljahr lang Langeweile haben?
Es gibt in einigen Gebieten Freilaufflächen, auf denen auch in der Brut- und Setzzeit das Laufen ohne Leine erlaubt ist. Wenn man in der Nähe einer solchen Fläche wohnt, kann man seinen Spaziergang hierhin verlegen und vielleicht gleich noch Kontakte zu anderen Hundebesitzern knüpfen, die Hunde miteinander toben lassen und dafür dann vielleicht einen längeren Anfahrtsweg in Kauf nehmen.
Alternativ kann man zum Beispiel mit dem Hund Fahrradtouren an langer Leine unternehmen, um dem Tier den notwendigen Auslauf zu bieten? Viele Hundeschulen haben ein großes, eingezäuntes Gelände zur Verfügung, auf dem Hunde mit Artgenossen spielen können, z. B. für Junghunde im Rahmen einer Welpenspielstunde, aber oft auch für ausgewachsene Hunde.
Besonders viel Freude macht man den meisten Hunden, wenn man sich mit anderen Hundebesitzern zum gemeinsamen Spaziergang verabredet - dann genügt auch eine kleinere Fläche, weil die Tiere miteinander toben können!
Vielleicht haben Sie ja schon gehört, dass es für Hunde und Katzen inzwischen Krankenversicherungen gibt. Diese funktionieren ganz ähnlich denen, wie Sie das von sich selbst kennen – nur sind sie erheblich günstiger.
Prinzipiell lassen sich bei den meisten Anbietern zwei Modelle unterscheiden: Eines beinhaltet einen „Rundum-Schutz“, das andere deckt lediglich Kosten für eventuelle Operationen bei Ihrem Tier ab, ist dafür aber auch günstiger.
Bei den Preisen sollte man bedenken, dass man selbst für seine persönliche Krankenversicherung mindestens etwa 200-300 Euro im Monat von seinem Bruttoeinkommen bezahlen muss und der Arbeitgeber noch einmal den selben Beitrag zahlt.

Modell 1: Operations-Kosten-Versicherung
Eine solche Versicherung ist vergleichsweise günstig, zahlt jedoch auch nur im Fall einer nötigen Operation, nicht bei Blutuntersuchungen oder Impfungen. Es werden auch alle Kosten für die Voruntersuchungen und Nachbehandlungen übernommen, es sei denn, dies ist im Vertrag nicht erwähnt – bitte immer darauf achten, denn meistens ist die Operation an sich gar nicht so teuer wie das „Drumherum“ wie vorherige Blutuntersuchungen oder ein Kontroll-Ultraschall und die Medikamente für die Nachbehandlung. Meist gibt es keine Selbstbeteiligung, das heißt, Sie müssen nichts hinzubezahlen.
Die Bedingung für den Abschluss einer solchen OP-Kosten-Versicherung ist meist nur ein bestimmtes Höchstalter des Tieres, da die Versicherungen natürlich bei älteren Hunden oder Katzen mehr Operationen einkalkulieren müssen.
Die Preise liegen bei ca. 15-20 Euro pro Monat bei Hunden bzw. 10 – 15 Euro pro Monat für Katzen.
Achtung, Kostenfalle!
Bei allen Versicherungen sollte man darauf achten, dass nicht nur der einfache Satz übernommen wird. Die meisten Tierärzte rechnen mehr als den einfachen Satz ab, üblich sind der 1,2- bis 1,5-fache Satz, im Notdienst müssen sogar doppelt so hohe Sätze abgerechnet werden. Wenn die Krankenversicherung nur den einfachen Satz abdeckt, müssen Sie eventuell doch noch Zuzahlungen machen!
Modell 2: „Rundum-Sicherheits-Paket“
Hier werden (versicherungsbedingt) die Hunde in 3 , die Katzen in 2 Gruppen eingeteilt.
Gruppe I ( kleiner als 45cm und nicht zur speziellen Hundeschaft gehörend)
Gruppe II( größer als 45cm und nicht zur speziellen Hundeschaft gehörend) €
Gruppe III ( Spezielle Hundeschaft)
Bzw.
Hauskatzen (je nach Rasse)
Freigängerkatzen
Je nach Gruppeneinteilung zahlt man für Hunde 30-45 Euro pro Monat, für Katzen 15-20 Euro Monatsbeitrag.
Leistungen: Meist werden in jedem Jahr bis zu einer bestimmten Summe (ca. 60-80 Euro) Vorsorgemaßnahmen wie Impfungen, Wurmkur und Flohprophylaxe übernommen. Meist übersteigen die wirklichen Kosten diesen Wert jedoch, gerade für größere Hunde sind nämlich Floh-, Zecken- und Wurmmittel wesentlich teurer.
Im Falle eines Verkehrsunfalls im öffentlichen Straßenverkehr werden alle Tierarztkosten ohne Höchstbetragsgrenze erstattet.
100%ige Erstattung aller Tierarztkosten für die ambulante und stationäre Behandlung von Krankheiten und Unfallfolgen inklusive Arzneimittel , Unterbringungskosten in einer Tierklinik, Diagnostik (u.a. Röntgen, Labor, Ultraschall, EKG, CT) sowie physikalische Therapie.
Das heißt, wenn der Hund Durchfall hat, die Katze eine Nierenerkrankung bekommt oder vor ein Auto läuft, wird alles von der Versicherung bezahlt.
Manche Versicherungen beinhalten sogar einen Auslandsschutz, was für einige Hundehalter sicherlich interessant ist.
Bitte darauf achten, ob Selbstbeteiligungen im Vertrag stehen, hier können sich einige finanzielle Fallen verbergen.
Im Zweifelsfall sollte man immer seinen Tierarzt um Rat fragen.
Wenn man eine Versicherung abgeschlossen hat, sollte man seinen Tierarzt jeweils vor Beginn der Behandlung darauf hinweisen, da dann die Rechnung ganz explizit mit den einzelnen Abrechnungsziffern der Gebührenordnung geschrieben werden muss. Es erleichtert die Arbeit und spart Zeit, wenn der Tierarzt dies von Anfang an weiß.
Ja, klar – kleine Katzenbabys sind niedlich und man möchte sie am liebsten ständig auf den Arm nehmen, mit ihnen kuscheln, sie streicheln, füttern, einfach nur beobachten…
Aber irgendwann wird auch die niedlichste Katze groß und das Interesse an ihr lässt leider meistens auch ein bisschen nach. Nicht ohne Grund sind die Tierheime überfüllt mit Katzen.
Da eine Katze zweimal jährlich Welpen bekommen kann und meist 5-6 Babys geboren werden, vermehren sie sich sehr rasch – besonders jetzt im Frühjahr erwarten viele Katzenbesitzer überraschenden und oft ungewollten Nachwuchs von ihren Stubentigern!
Leider führt dies oft dazu, dass keine Abnehmer für die Kätzchen gefunden werden – die Katzenbesitzer haben nun auf einmal viel mehr Mäuler zu füttern und noch dazu wollen Katzenwelpen ja auch geimpft und regelmäßig entwurmt werden – hohe Kosten entstehen, mit denen man nicht gerechnet hat.
Außerdem kann sich die Mieze beim Decken mit diversen Erkrankungen anstecken, unter anderem mit FIV, dem so genannten Katzen-AIDS. Da man gegen diese Erkrankung auch nicht impfen kann, ist die einzig mögliche Vorbeugung die Verhinderung der Paarung.
Wer seine Katze also nach draußen lässt, sollte sie kastrieren lassen.
Die Kastration bei Katzen sollte man vornehmen, sobald sie zum ersten Mal rollig wird. Das ist bei einigen Katzen mit einem halben Jahr der Fall, bei anderen erst deutlich später.
Der Eingriff ist meist nach zwei Tagen vergessen, und den Schnitt am Bauch erkennt man schon nach einem Monat kaum noch. Über die Kosten kann man sich vorher bei seinem Tierarzt informieren. Zehn Tage später können die Fäden gezogen werden, in einigen Fällen wird aber auch mit einem selbstauflösenden Faden genäht, der nicht gezogen werden muss. Medikamente sind meist nicht nötig.
Kater kastrieren – warum?
Klar, wenn man einen Kater hat, kann man zumindest keinen ungewollten Nachwuchs bekommen… aber trotzdem sollte man seinen Haustiger nicht ungehemmt auf Freiersfüßen wandeln lassen. Auch ein Kater kann sich natürlich bei der Paarung mit Krankheiten anstecken – und noch dazu kann er sich bei Rangkämpfen mit anderen Katern, die um die gleiche Dame buhlen, gefährliche Verletzungen zuziehen! Auch streifen unkastrierte Kater viel mehr umher, auf der Suche nach paarungsbereiten Katzen – die Gefahr, von einem Auto erfasst zu werden, ist viel größer!
Abgesehen davon will doch sicher niemand dafür verantwortlich sein, wenn irgendwo der niedliche Nachwuchs des eigenen Katers im Tierheim abgegeben oder im schlimmsten Fall sogar getötet wird.
Die Kastration kann man bei Katern ungefähr ab einem Alter von 5-6 Monaten vornehmen und natürlich jederzeit danach. Meist sind die Kerlchen in diesem Alter auch schon so weit, dass sie geschlechtsreif sind, und so lange wartet man üblicherweise auch ab. Die Geschlechtsreife bemerkt man daran, dass der Urin strenger ("nach Kater") riecht, und manche Kater markieren auch mit kleinen Urinspritzern in der Wohnung ihr Revier. Da dies sehr unangenehm riecht, ist bei Katern, die in der Wohnung leben, meist sowieso eine Kastration sinnvoll

Die Kastration bei Katern ist ein recht schneller Eingriff, der von den Tieren meist sehr sehr gut vertragen wird. Die Hoden werden dabei entfernt und die Samenleiter und Gefäße abgebunden, so dass es nicht mehr bluten kann. Die Wunde bleibt offen und wird nicht vernäht, so dass auch keine Fäden gezogen werden müssen.
Nur in äußerst seltenen Fällen belecken sich die Kater, so dass die Wunden meist völlig unproblematisch abheilen. Schon am Tag nach der Kastration sind die Tiere wieder fit, nur der Hodensack ist meist noch durch die Operation etwas angeschwollen. Diese Schwellung verringert sich in den folgenden Tagen - nach zwei Wochen wird man schon fast nichts mehr erkennen.
Die Operation kostet je nach Art der Narkose und auch je nach Gebiet, in dem man wohnt (Stadt ist meist teurer als Land) unterschiedlich viel, die Preise schwanken dabei vermutlich um 10-20 €.
Es ist sinnvoll, die Narkose bei Freigängern auch gleich für eine Tätowierung zu nutzen, die einem Finder anzeigt, dass dies keine streunende Katze ist, sondern dass sie oder er jemandem gehört. Auch ein Mikrochip kann eingesetzt werden, dies ist aber auch ohne Narkose möglich.
Am Tag vor der Kastration wird abends das Futter weggestellt, damit die Narkose besser vertragen wird. Erst wenn der Kater wieder ganz fit ist und ohne zu schwanken läuft, kann man vorsichtig eine kleine Menge Futter geben. Wasser sollte man am Morgen der Kastration ebenfalls wegstellen und auch erst nach einigen Stunden nach der OP wieder anbieten.
Bald kommen die Pfingstferien, danach schon der Sommerurlaub, und wir Menschen machen Pläne für die Reise in den Süden oder auch an die See… Die Besuche im Reisebüro gehören aber nicht zu den einzigen Vorbereitungen für die freie Zeit – man muss auch für seine Haustiere Vorkehrungen treffen!
Tiere mit in den Urlaub nehmen…
Eigentlich ist es nur bei Hunden sinnvoll, sie mit in den Ferienort zu nehmen, und auch das gilt nicht immer. Bei Fernreisen ist es immer mit erheblichem Aufwand verbunden, ein Tier mitzunehmen, und ob es für den Hund nicht besser wäre, zu Hause zu bleiben, wenn Herrchen und Frauchen zu einem Strandurlaub in Griechenland aufbrechen, ist die große Frage.
Grundsätzlich sollte man sich überlegen, ob man dem Tier am Ferienort gerecht werden kann. Will man zum Beispiel innerhalb Deutschlands verreisen oder an die Nord- oder Ostsee fahren, um dort täglich ausgedehnte Spaziergänge oder (Rad-)wandertouren zu unternehmen, ist der Hund sicherlich glücklich, wenn er in dieser Zeit besonders viel Bewegung bekommt und seine Familie den ganzen Tag um sich hat. Bei kranken oder älteren und bewegungseingeschränkten Hunden ist eine längere Radtour allerdings nicht sinnvoll – hier sollte überlegt werden, ob der Hund auch am Ferienort mal einige Stunden lang von anderen betreut werden kann oder ob er eine Weile im Hotel oder Ferienhaus allein bleiben kann.
Bei einem Badeurlaub wird ein Hund weniger auf seine Kosten kommen. Meist sind die Badestrände für Hunde während der Hauptsaison gar nicht zugelassen, so dass man mit Bello fern der schönen Strände spazieren gehen muss, während man doch eigentlich viel lieber faul am Pool liegen würde. Zudem ist für unsere Vierbeiner der Wechsel in heißeres Klima nicht so einfach – schließlich lässt sich ein Fell nicht so leicht ausziehen wie ein dicker Wollpullover, und so kommen die Hunde manchmal ganz schön ins Schwitzen.
Auch der Flug an den Ferienort ist für Hunde beschwerlich. Größere Hunde müssen ja sowieso in einer extra Box in den Gepäckraum, was für sie erheblichen Stress bedeutet, wenn sie diese Art des Transports nicht gewöhnt sind. Aber auch kleine Hunde unter 6 kg, die in Reisetaschen mit in den Flugzeuginnenraum dürfen, haben mitunter an Reiseübelkeit zu leiden, wenn das Flugzeug innerhalb kurzer Zeit große Höhenunterschiede überwindet.
Die Reise im Auto ist für Hunde, die sich gerne im Kofferraum transportieren lassen, dagegen entspannter, vor allem, wenn man ohne Stress fährt und genug Zeit für Pausen einplant.
Man sollte bei Reisen mit dem Hund zudem folgendes beachten:
Ins Gepäck gehört auf jeden Fall der Heimtierausweis, und natürlich sollte eine gültige Tollwutimpfung vorliegen. Für die meisten Länder reicht dies aus, Sonderregelungen gibt es außerhalb der EU sowie in England, Irland, Schweden und auf Malta. Bitte vorher beim Tierarzt erkundigen, welche Einreisebestimmungen jeweils gelten! Darüber hinaus kann der Tierarzt auch Auskunft über Krankheiten geben, mit denen sich ein Hund im Ausland anstecken kann, zum Beispiel Herzwürmer oder Babesiose. Mit bestimmten Vorsichtsmaßnahmen und Medikamenten kann man die Übertragung solcher Krankheiten verhindern.
… oder das Tier zu Hause lassen?
Für viele Tiere ist es wesentlich stressfreier, wenn man sie zu Hause lässt und für eine gute Pflege sorgt! Natürlich kann man einen Hamster, einen Wellensittich oder seine Meerschweinchen problemlos im Käfig zu den Nachbarn oder Freunden bringen und diese bitten, sich in der Zeit der Abwesenheit um das Tierchen zu kümmern. Wichtig ist, dass man seine Tierbetreuer lange vor der Reise fragt und mit ihnen auch genau abspricht, was getan werden soll. Vor allem, wenn es um Futterunverträglichkeiten oder die regelmäßige Eingabe von Medikamenten geht, sollte man hier schon im Vorfeld besprechen, ob es dabei Probleme gibt. Zum Beispiel sollte man jemandem, der noch nie einer Katze Tabletten eingegeben hat, genau zeigen, wie es geht, bevor man ihn mit seinem herzkranken Stubentiger für 2 Wochen allein lässt, denn im Zweifelsfall hat die schlaue Katze dann zwei Wochen lang die Tabletten immer schön hinter dem Sofa versteckt, anstatt sie zu schlucken, und bekommt womöglich gesundheitliche Probleme.
Bei Meerschweinchen, Kaninchen und anderen Kleintieren ist es auch ganz wichtig, dass man über die Häufigkeit der Käfigreinigung spricht oder über das freie Laufen in der Wohnung der Betreuer – Kabel werden ja gerne angeknabbert, und die lieben Kleinen finden jede Fluchtmöglichkeit!
Katzen sind oft zufrieden, wenn man sie in der gewohnten Umgebung lässt und regelmäßig jemand kommt, der sie füttert und mit frischem Wasser versorgt. Es ist natürlich toll, wenn derjenige dann auch Zeit für ein paar Streicheleinheiten und eine Spielrunde hat! Man läuft natürlich Gefahr, dass eine gelangweilte Mieze die Wohnung auf ihre Art verschönert und Tapeten ankratzt, Blumenerde aus Töpfen holt und Pflanzen beknabbert. Im Zweifelsfall sollte man darüber nachdenken, den Stubentiger in eine Katzenpension zu geben. Der Tierarzt hat meist Adressen von Katzenpensionen oder aber auch von Menschen, die gegen ein geringes Entgelt eine einzelne Katze für die Urlaubszeit zu sich nach Hause nehmen. Letzteres ist besonders geeignet für Katzen, die sich nicht mit Artgenossen vertragen.
Hunde können meist recht problemlos zu Freunden gegeben werden, wenn sie gut erzogen sind und auch auf den Freund hören. Wichtig ist, dass es jemand mit Hundeerfahrung ist, dem man seinen Bello für die Urlaubszeit anvertraut. Der Betreuer muss ja zum Beispiel auch einschätzen können, ob sich der Hund normal verhält oder ob er womöglich krank ist und zum Tierarzt muss.
Auch für Hunde gibt es Tierpensionen – man findet sie im Internet, über das Branchenverzeichnis oder über den Tierarzt. Gut geführte Pensionen erkennt man daran, dass sie gültige Impfungen und eine frische Entwurmung des Tieres verlangen. So kann man sicher sein, dass man sein Haustier nach dem Urlaub auch gesund zurückbekommt!
Jetzt ist es wieder so weit – die ersten Sonnenstrahlen haben sich gezeigt, das Gras wird wieder saftig und frisch, und den Kaninchenbesitzern juckt es in den Fingern, die Tiere zu einem ersten Ausflug auf die Wiese zu lassen! Spätestens im Mai ist es dann so weit.
Aber Vorsicht! Schon jetzt sollte man einiges beachten, damit der Ausflug nicht gefährlich wird:
Unsere Hauskaninchen können sich mit zwei lebensgefährlichen Erkrankungen anstecken, die leider unter den Wildkaninchen weit verbreitet sind. Da diese Erkrankungen unter anderem auch durch Mücken übertragen werden können, sind auch Kaninchen in Gehegen oder auf erhöhten Plätzen gefährdet!
Die beiden Krankheiten sollen hier einmal kurz vorgestellt werden.
- die Rabbit haemorrhaghic disease (RHD) oder Chinaseuche
- die Myxomatose oder Kaninchenpest
Die RHD bricht nach der Ansteckung nach 1 bis 3 Tagen aus. Danach verläuft die Krankheit meist sehr schnell und führt im Allgemeinen innerhalb von 12 bis 48 Stunden zum Tod des Tieres. Typisch für den Verlauf sind neben den punktförmigen Blutungen in der Haut zentralnervöse Symptome, die sich vor allem in Krämpfen äußern. Im Endstadium ist ein. Die Bekämpfung der Krankheit geschieht am effektivsten mittels einer Impfung, welche jährlich wiederholt werden sollte.
Myxomatose zeigt sich nach einer Inkubationszeit von 3 bis 9 Tagen: es treten Schwellungen und Entzündungen im Bereich der Augenlider, des Mundes, der Ohren, der Lippen und des Genitalbereiches auf. Nach circa 10-14 Tagen endet die Krankheit meistens mit dem Tod. Es gibt jedoch auch einen chronischen Verlauf: dabei treten vermehrt Pusteln auf. Eine Heilung ist in Einzelfällen möglich. In manchen Fällen erholt sich das Kaninchen wieder, trägt die Seuche jedoch weiterhin in sich. Behandlung und Heilungsaussichten: Für Myxomatose gibt es keine spezielle Behandlung. Vorbeugend kann jedoch eine halbjährliche Impfung mit einem abgeschwächten Lebendimpfstoff Schutz gegen eine Infektion bieten.
Zusammenfassend kann man also sagen, dass die beiden Krankheiten in den meisten Fällen tödlich verlaufen und dass eine Impfung einen wirksamen Schutz bietet!
Gegen die RHD sollte jährlich geimpft werden, gegen Myxomatose halbjährlich, vor allem bei Kaninchen, die ganzjährig draußen sind.
Da es ein bisschen dauert, bis der Impfschutz richtig „sitzt“, sollte man die Impfung auch idealerweise 3-4 Wochen vor dem ersten Freilaufen im Garten machen lassen. Darum ist es jetzt eine gute Zeit – im Mai wollen die kleinen Fellnasen bestimmt im Garten oder auf dem Balkon herumtollen!

Was muss man noch beachten?
Verdauung stärken:
Bitte vor dem ersten Freigang auf die Wiese den Magen-Darm-Trakt auf die großen Mengen Frischfutter vorbereiten: das geht ganz einfach, indem man in den Tagen vorher schon täglich ein bisschen Gras oder Löwenzahn von der Wiese pflückt und in den Käfig legt. So vorbereitet werden die Kaninchen die saftigen Gartengenüsse nicht nur genießen, sondern auch gut vertragen!
Vor Wildtieren schützen:
Mit einem Netz über dem Freigehege kann man die Tiere vor Vögeln schützen, die in den Kaninchen einen leckeren Mittagshappen erkennen. Gegen räuberische Katzen aus der Nachbarschaft hilft am besten die Überwachung der Tiere (am besten vom Sonnenstuhl aus) oder ein fester Überbau des Freigeheges.
Nicht auskühlen oder überhitzen lassen:
Zur Zeit ist es noch recht kühl, da sollte man den Tieren im Freigehege immer eine Möglichkeit geben, sich ins warme und trockene Häuschen zurückziehen zu können. Also eine wasserdichte Unterlage in das Freigehege legen, darauf Häuschen und etwas Stroh zum Einkuscheln anbieten. Nach Sonnenuntergang oder bei Regen gehören die Tiere wieder in ihren normalen Käfig!
Im Sommer bitte darauf achten, dass es Schattenstellen im Freigehege gibt, an die sich die Kaninchen zurückziehen können, wenn es ihnen zu heiß wird. Natürlich sollte dann auch immer ein Napf mit frischem Wasser bereit stehen.
Wenn man diese Tipps beherzigt, steht dem Freiluftvergnügen für die Kaninchen nichts mehr im Weg!
Nierenprobleme bei Katzen kommen leider relativ häufig vor und stellen die Besitzer leider häufig vor die schwierige Frage, ob man das geliebte Tier einschläfern sollte oder ob noch eine Chance besteht. Nachdem in der Tierklinik (www.deine-tierwelt.de/tierklinik) sehr häufig Fragen zu nierenkranken Katzen gestellt werden, möchte ich hier einmal eine Zusammenfassung versuchen.
Wie kommt es zu einer Nierenerkrankung?
Die Nieren stellen für den Körper ein Filtersystem dar. Sie scheiden die harnpflichtigen Substanzen aus. Das sind Abfallstoffe, also nicht weiter benötigte Endprodukte von Stoffwechselvorgängen (z. B. Harnsäure, Harnstoff, Kreatinin).
Sehr viele Erkrankungen können die Nieren der Katzen angreifen. Die chronische Niereninsuffizienz, also das Nierenversagen (CNI), kann daher das Endergebnis von sehr unterschiedlichen Krankheitsprozessen sein.
Was passiert im Körper, wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten?
Wenn die Nieren versagen, wird der Körper nicht mehr von Giftstoffen gereinigt, die täglich durch Umbauvorgänge im Körper entstehen oder mit der Nahrung zugeführt werden. Die Giftstoffe zirkulieren dann im Blut und sorgen manchmal auch für Übelkeit, was wiederum dazu führt, dass die betroffenen Katzen nicht mehr fressen. So sind Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit bei einer älteren Katze gute Gründe, um auch einmal nach den Nierenwerten im Blut zu schauen. Die Nieren verfügen über eine sehr große Kompensationsfähigkeit, so dass erst bei einer Schädigung von mehr als 75% des Nierenfunktionsgewebes die Katze erkennbar krank wird - und selbst in diesem Stadium sind die Krankheitszeichen noch sehr subtil.
(Bildbeschreibung am Textende)
Wie kann ich vorbeugen?
Darum ist es sehr sinnvoll, bei Katzen mit einem Alter von 7 oder mehr Jahren regelmäßige Untersuchungen des Blutes machen zu lassen, denn nur anhand der so gemessenen Blutwerte kann man wirklich eine Aussage darüber machen, ob das Nierengewebe gesund ist. Mit einer äußerlichen Untersuchung, Röntgenbildern und Ultraschalluntersuchungen können im Allgemeinen die Anzeichen erst viel zu spät erkannt werden!
Was ist eine Nierendiät?
Hat man Anzeichen einer beginnenden Nierenveränderung, kann man sofort gegensteuern, indem man ein besonderes Futter verwendet. Diese „Nierendiäten“ enthalten weniger Eiweiß und Phosphor als normales Futter und schonen so das Nierengewebe. Leider schmeckt es den Katzen häufig nicht so gut, aber da es verschiedene Hersteller und unterschiedliche Geschmacksrichtungen gibt, findet man fast für jede Katze eine schmackhafte Nierendiät. Nur Geduld muss man haben, da Katzen bekanntermaßen Feinschmecker sind. J
Falls es gar nicht geht, kann man das Futter schmackhafter machen, indem man es mit Fett anreichert. In Schmalz anbraten ist zum Beispiel möglich und soll wohl auch ganz lecker sein. Auch den Saft von Thunfisch aus der Dose (ungewürzt!!) kann man über das Futter gießen, das schmeckt und riecht dann sehr stark und überdeckt den langweiligen Futtergeschmack.
Geht auch Selbstgekochtes für eine nierenkranke Katze?
Einige Katzenbesitzer möchten selbst für ihren Liebling kochen. Auch das ist möglich, wenn man einige Dinge beachtet: Geeignete Futtermittel sind zum Beispiel Kartoffeln (sehr wenig Protein und Phosphor), fettes Schweinefleisch (mäßig Protein, wenig Phosphor), und Pansen (wenig Protein und Phosphor).
Verboten sind große Mengen Rindfleisch (hoher Proteingehalt), Knochen (hoher Phosphorgehalt) und Haferflocken (hoher Protein- und Phosphorgehalt).
Hier noch ein Beispiel für eine Nierendiät bei der Katze:
(aus Small Animal Internal Medicine, Nelson & Couto, Mosby Verlag 1998)
250g Leber (Rind, Geflügel oder Schwein)
2 große hartgekochte Eier
2 Tassen gekochter Reis ohne Salz
1 Teelöffel Pflanzenöl
5g Calciumcarbonat
1/4 Teelöffel Kaliumchlorid (Salzersatz)
Vitamin- & Spurenelemente durch entsprechende Präparate beifügen
mindestens 250 mg Taurin pro Tag
Diese Diät ist etwas trocken und die Akzeptanz durch die Tiere kann durch Hinzufügen von etwas Wasser (keine Milch!) verbessert werden. Die Aufbewahrung sollte zugedeckt im Kühlschrank erfolgen.
Fütterungsempfehlung: ca. 125g Futter pro Tag und 2,5 kg Körpergewicht
Eine Nierendiät darf man NUR in Absprache mit seinem Tierarzt geben, niemals auf Verdacht!

Was tun, wenn die Erkrankung schon ausgebrochen ist?
Wenn plötzlich Symptome auftreten und der Tierarzt eine Niereninsuffizienz feststellt, wird er ja nach Schweregrad der Symptome folgende Maßnahmen ergreifen.
In schlimmen Fällen (zum Beispiel nach tagelangem Erbrechen und Verweigern der Futteraufnahme) muss die Katze mit Infusionen behandelt werden, so dass die Nieren "durchgespült" werden und die Giftstoffe so aus dem Körper ausgespült werden können.
Katzen, die nicht fressen mögen, werden manchmal auch mit Medikamenten dazu animiert, wenn es sonst überhaupt nicht klappt. Es kann zum Beispiel etwas gegen die Übelkeit gegeben werden, oder auch etwas Appetitanregendes.
Eine sofortige Futterumstellung ist meist angezeigt, wobei es häufig wirklich schwer ist, eine appetitlose Katze ausgerechnet mit einer weniger schmackhaften Diät zum Fressen zu bewegen! Da es wichtiger ist, dass die Katze überhaupt etwas frisst, kann man zunächst auch guten Gewissens das Lieblingsfutter der kleinen Mieze verwenden, bis der Appetit wieder stabiler ist.
Mit bestimmten, eigentlich für Herzerkrankung gedachten Medikamenten (sogenannten ACE-Hemmern), steigert man die Durchblutung der Nieren. Dies kann bei Niereninsuffizienz helfen. Es gibt diese Tabletten mittlerweile auch in Deutschland in der extra für Katzen hergestellten Größe und Geschmacksrichtung: mit Hefe und Vanille. Das schmeckt den Stubentigern meistens wohl ganz gut. Es kostet dann natürlich etwas mehr als die "langweiligen" Tabletten ohne Geschmack, aber bei lebenslanger Behandlung ist man ja manchmal ganz froh, wenn die Katze die Tablette freiwillig nimmt.
Noch etwas: die Nierenwerte sollten natürlich regelmäßig überprüft werden. Nur so kann man die Therapie überprüfen und gegebenenfalls anpassen, damit unsere Stubentiger uns möglichst lange und beschwerdefrei erhalten bleiben!
Schema des makroskopischen Aufbaus der Niere:
1. Nierenmark mit Markkegeln (Pyramides renales)
2. Vas efferens
3. Nierenarterie (Arteria renalis)
4. Nierenvene (Vena renalis)
5. Hilum renale
6. Nierenbecken (Pelvis renalis)
7. Harnleiter (Ureter)
8. kleine Nierenkelche (Calices minores renales)
9. Nierenkapsel (Capsula fibrosa renalis)
10. unterer Nierenpol (Extremitas inferior)
11. oberer Nierenpol (Extremitas superior)
12. Vas afferens
13. Nephron
14. Nierenbucht (Sinus renalis)
15. große Nierenkelche (Calices majores renales)
16. Spitzen der Markkegel (Papillae renales)
17. Bertini-Säulen (Columna renalis)
Wir schneiden uns zwar regelmäßig die Fingernägel, aber bei unseren Hunden, Hasen, Wellensittichen und Meerschweinchen gucken wir nicht unbedingt jede Woche auf die Krallen. Das liegt daran, dass in den meisten Fällen die Pflege der Krallen durch das Tier geschieht: durch Abrieb, also das ständige Abscheuern der Krallen beim Laufen, Klettern, Rennen, Kratzen, Buddeln und Scharren.
Dadurch halten die Tiere ihre Krallen kurz.
Leider muss man dennoch in einigen Fällen selbst zur Krallenschere greifen bzw. den Tierarzt bitten, dies zu tun.
Hier mal ein paar Gründe für das Krallenschneiden bei unseren Haustieren:
Bei Hunden berührt die Daumenkralle nicht den Boden und kann sich daher nicht abschleifen. Diese Kralle findet man an den Vorderpfoten innen, etwas höher als die anderen Krallen. Man sollte sie kurz halten, damit sich der Hund nicht verletzen kann, denn eine zu lange Kralle kann einmal irgendwo hängen bleiben. Im dichten Fell eines langhaarigen Hundes fällt die Kralle oft nicht auf, darum bitte bei Langhaar-Rassen besonders gut darauf achten.
Bei Katzen ist das Krallenschneiden eigentlich nicht nötig, weil sie ihre Krallen an Kratzbäumen, Bäumen oder - leider - auch an Möbelstücken oder Tapeten schärfen und so selbst pflegen. Im Normalfall ist die Kralle in einer Hautfalte verborgen, so dass die Stubentiger beim Laufen auf glattem Boden ganz lautlos sind. Fangen sie eine Maus, schnellen die Krallen jedoch hervor, und auch beim Spiel können die Miezen entscheiden, ob sie "ernst" machen oder sanft bleiben. Katzenkrallen werden nur in seltenen Fällen geschnitten - wenn Erkrankungen der Krallen oder des Krallenbettes vorliegen, oder wenn die Katzen alt und schwach sind, und sich nicht mehr selbst die Krallen kürzen können. Das Schneiden oder gar Entfernen der Krallen zum Schutz vor Verletzungen oder Beschädigung der Möbel ist fragwürdig, weil es für eine Katze nicht "normal" ist, gekürzte Krallen zu haben. Schließlich will die kleine Mieze auch im Notfall schnell einen Baum hinaufklettern können, was sie mit gekürzten Krallen nicht schafft.
Bei Kaninchen und Meerschweinchen, die nicht draußen gehalten werden, bietet der Käfig häufig zu wenig Möglichkeiten zum Scharren und Kratzen, so dass die Krallen zu lang werden. Weiche Einstreu wie Heu oder Sägespäne bieten nicht genug Widerstand für die harten Krallen, es ist also sinnvoll, zum Beispiel Holzstücke zum Kratzen in den Stall zu geben oder den Tieren auf hartem Boden Freilauf zu gewähren. Einmal schief gewachsene Krallen (sehr häufig bei Meerschweinchen) werden nicht ausreichend abgerieben und müssen daher regelmäßig gekürzt werden. Es besteht auch Verletzungsgefahr, wenn die Tiere in der Wohnung mit ihren Krallen in einem Teppich hängen bleiben und sich dann ein Füßchen zerren.
Auch unsere geflügelten Haustiere haben Krallen, die in einigen Fällen nicht ausreichend im Käfig abgenutzt werden können. Auch aus diesem Grund sollte man nicht nur Sitzstangen einer Sorte in den Käfig hängen, sondern unterschiedliche Stangen mit verschiedenen Durchmessern und Oberflächen wählen - auch ein Sisalseil zum Klettern ist geeignet. Reicht dies nicht aus, ist die Krallenpflege nötig, um Verletzungen durch Hängenbleiben vorzubeugen.
Wie schneidet man die Krallen?
Am besten nimmt man eine spezielle Krallenschere, die die Kralle nicht mit zwei glatten Schneiden quetscht, sondern allseitig umschließt und dann abkneift. Die Scheren haben darum eine runde Schneide.
Hier gibt es verschiedene Modelle - man muss herausfinden, mit welchem Modell man selbst besser arbeiten kann.


Im Zweifelsfall sollte man sich das Schneiden der Krallen von seinem Tierarzt zeigen lassen, damit kein Unglück passiert - denn wenn man seinem Liebling einmal schmerzhaft in den durchbluteten Teil der Kralle geschnitten hat, ist es mit dem Ruhighalten beim nächsten Krallenschneiden vermutlich vorbei!
Gerade nach einem milden Winter ist es schnell passiert: unsere Hunde und Katzen stecken sich bei Wild- oder Haustieren mit Flöhen an oder werden beim Waldspaziergang oder der Mäusejagd im Gebüsch von Zecken befallen…
Die Zecken sind auch schon im Februar/März aktiv, die Flöhe sowieso ganzjährig.
Eine regelmäßige Prophylaxe ist also sehr sinnvoll, denn
- Flöhe können Würmer übertragen
- Katzen und Hunde können allergisch auf Flohstiche reagieren
- Die Flöhe stechen gelegentlich auch mal einen Menschen
- Zecken übertragen diverse Krankheiten, die teilweise lebensgefährlich sind
- Zecken werden meist im dichten Hunde- oder Katzenfell zu spät entdeckt.
Was kann man gegen die Plagegeister tun?
Beim Tierarzt gibt es verschiedenste Mittel, die man seinem Tier auf das Fell aufträgt, meist im Nackenbereich (wo es nicht abgeleckt werden kann). Für jeden Patienten muss das passende Floh- oder Zeckenmittel herausgesucht werden, einige Präparate werden nicht von allen Hunderassen oder von Katzen vertragen und können gefährlich sein!
Darum bitte nur vom Tierarzt verordnete Mittel verwenden!
Leider helfen die meisten biologischen Mittel wie Knoblauch, Duftstoffe oder Niem/Neem-Öl nicht oder können zumindest keinen bestehenden Floh- oder Zeckenbefall bekämpfen.
Wenn man Parasiten entdeckt, hilft am besten der Gang zum Tierarzt. Dazu muss man seine Mieze oder seinen Hund nicht einmal mitnehmen – es reicht, wenn man die Rasse und das Gewicht nennen kann und eventuelle Unverträglichkeiten kennt.
Wie stellt man nun einen Flohbefall fest?
Dafür gibt es einen einfachen Trick: man nimmt ein weißes Küchenpapier oder ein Taschentuch und feuchtet es leicht an. Dieses legt man nun unter oder neben sein Tier, um dann das Fell kräftig durchzuwuscheln. Fallen kleine schwarze Pünktchen auf das angefeuchtete Tuch, sollte man diese einmal genauer betrachten: wenn sie sich rötlich-bräunlich verfärben, handelt es sich dabei um Flohkot, also ausgeschiedene Reste des Blutes, das sie gesaugt haben.

Was muss man bei Flohbefall beachten?
Nicht nur am Tier befinden sich Flöhe, sondern auch in der Umgebung. Man sollte daher alle Decken, auf denen Hund oder Katze liegen, bei höchstmöglicher Temperatur waschen, nachdem man sein Tierchen mit einem Antiparasitikum behandelt hat. Sofas und Teppiche kann man gründlich absaugen, das reicht meistens aus. Den Staubsaugerbeutel sollte man danach entweder wegwerfen oder mit einer Mottenkugel präparieren, die die Flöhe sicher abtötet. So wird verhindert, dass nach ein paar Wochen eine neue Floh-Generation aus dem Staubsauger krabbelt, um erneut Haustiere, Sofas und Betten zu bevölkern!
Da Flöhe Überträger von Magen-Darm-Würmern sind, ist auch eine Wurmkur angebracht.
Wie erkenne ich Zeckenbefall?
Zecken suchen sich gerne wenig behaarte Stellen am Körper, also zum Beispiel die Achseln oder die Leiste. Sie sitzen aber auch gerne am Kopf der Tiere, die mit ihren Nasen zum Beispiel im Gebüsch herumstöbern und dabei ein attraktives Ziel für die Zecken bilden. Am besten sollte man nach einem Spaziergang sein Tier (und sich selbst) nach Zecken absuchen. Man entfernt diese sicher mit einer Zeckenzange oder einer Zeckenkarte, bitte aber nicht durch das Auftropfen von Öl oder Ähnlichem. Dies führt dazu, dass die Zecke sich im Todeskampf windet und dabei sehr viel Speichel in die Stichwunde abgibt – und damit eventuell auch Krankheitserreger!

Was tun gegen Zeckenbefall?
Es gibt unterschiedlich wirkende Mittel auf dem Markt, die auch gegen Flöhe wirken. So kann man zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Vom Tierarzt sollte man sich erklären lassen, ob das jeweilige Mittel die Zecken vom Tier fernhält (Repellent-Wirkung, Abschreckungswirkung) oder sie nach dem Aufspringen aufs Tier abtötet. In letzterem Fall wird man eventuell trotz des Mittels Zecken auf seinem Tier sehen – diese sind dann aber vermutlich bereits von dem Zeckenmittel benommen und werden bald sterben und sich dann lösen. Bei Katzen darf man die Medikamente mit Repellent-Wirkung nicht anwenden, da diese für unsere Stubentiger sehr giftig sind. Also gilt auch hier: unbedingt vom Tierarzt beraten lassen und nicht einfach irgendwas nehmen, was man noch im Schrank findet.
So steht einem Zecken- und Flohfreien Frühjahr und Sommer nichts im Weg!
...was man beachten sollte, wenn man sich einen Welpen anschaffen möchte!
Ja, das ist nicht so leicht - man kommt zum Züchter und findet einen Haufen wuseliger und putziger Welpen vor und muss sich dann entscheiden, welchen man nimmt!
Einige Hundebesitzer lassen den Hund entscheiden und nehmen denjenigen, der als Erstes auf sie zuläuft. Das ist nicht einmal eine schlechte Entscheidung, denn es ist anzunehmen, dass sie damit erstens einen munteren, zweitens einen kontaktfreudigen Hund ausgesucht haben. Die Welpen, die etwas träge in der Ecke vom Hundekorb liegen bleiben und trübe zum Menschen hinüberblinzeln, wirken vielleicht ruhiger (und damit scheinbar einfacher im Umgang), haben aber eventuell ja gesundheitliche Gründe für diese Welpen-untypische Ruhe.
Manche Menschen neigen dazu , sich absichtlich den kleinsten oder schwächsten Hund in der Gruppe auszusuchen, um ihm "eine Chance zu geben". Das ist ein ehrenwertes Ziel und muss gelobt werden, allerdings sind sich diese Menschen nicht immer darüber im Klaren, dass ein solches Tier eventuell später mehr Tierarztkosten verursacht als eines, das von Anfang an vor Kraft strotzt.
Wenn man sich nicht sicher ist, sollte man mit dem Züchter einen zweiten oder auch dritten Besuchstermin ausmachen und den gewünschten Welpen dann noch einmal besuchen. Vielleicht hatte er ja beim ersten Besuch auch nur ein "Formtief" oder hatte gerade stundenlang herumgetobt und war rechtschaffen müde.


Was man noch beachten sollte ist natürlich der Impfstatus der Welpen sowie der Entwurmungszustand.
Wenn die Welpen im Alter von 8 Wochen abgegeben werden, sollten sie mindestens 3-4mal entwurmt sein, außerdem sollte der erste Teil der Grundimmunisierung abgeschlossen sein. Im Impfausweis findet man häufig eine sogenannte Welpenimpfung, also eine Injektion gegen Parvovirose. Einige Züchter verkaufen diese Welpen dann schon als "geimpft". Ein guter Züchter kann diese Welpenimpfung machen lassen, würde dann aber sicherlich noch im Alter von 8 Wochen die Grundimmunisierung beginnen und gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und eventuell Zwingerhusten impfen lassen - oder zumindest den neuen Besitzer darauf hinweisen, dass dies noch erfolgen muss!
Im Zweifelsfall sollte man immer noch einmal nachfragen, welche Impfungen schon gemacht wurden und wann die nächste Impfung fällig ist - üblicherweise erst nach 4 Wochen, nämlich im Alter von 12 Wochen. Wurmkuren sollte man allerdings schon nach zwei Wochen machen.
Es empfiehlt sich sowieso, nach dem Welpenkauf einen Tierarzttermin zu vereinbaren, um den kleinen neuen Mitbewohner einmal "durchchecken" zu lassen. Der Tierarzt kann dann auch gleich noch einmal den Impfstatus und den Entwurmungszustand überprüfen und Empfehlungen ausgeben. Und der kleine Hund erlebt seinen ersten Tierarztbesuch als ganz ungefährlich, weil er ja keine Spritze bekommt, sondern nur vom Tierarzt und den Tierarzthelferinnen durchgeknuddelt wird. (Dabei wird er untersucht, aber das fällt ihm sicher gar nicht auf!)
Wenn man seinen neuen kleinen Hund bekommt, möchte man ihn auch schützen, zum Beispiel davor, gestohlen zu werden oder sich zu verlaufen. Es ist daher sehr sinnvoll, ihn tätowieren und / oder chippen zu lassen. Der Mikrochip ist für Reisen ins Ausland die beste Methode, da er bald auch europaweit bei Katzen, Hunden und Frettchen verlangt wird. Zur Zeit gilt noch eine Übergangsregelung, nach der eine Tätowierung reicht.
Das Einsetzen des Chips ist nicht schmerzhafter als eine normale Spritze, so dass dafür keine Narkose nötig ist. Tätowierungen dürfen dagegen nur in den ersten Lebenswochen des Welpen ohne Narkose durchgeführt werden, weil sie sehr schmerzhaft sind. Der Vorteil liegt aber klar auf der Hand: eine Tätowierung kann jeder erkennen, während man zum Ablesen des Mikrochips natürlich ein Lesegerät benötigt.
In allen Fragen berät der Tierarzt gerne, und die meisten haben auch umfangreiches Info-Material zur Verfügung. Wichtig: wer mit seinem jungen Hund zum ersten Mal zum Tierarzt geht und viele Fragen hat, sollte dies vorher anmelden, damit sich der Tierarzt etwas mehr Zeit nehmen kann. So gibt es keinen "Stau" im Wartezimmer und der Tierarzt muss sich nicht hetzen - und ihr kleiner Welpe kann während der Erklärungen in aller Ruhe das Sprechzimmer erkunden!
Der Ball prallt von einer Wand ab, springt auf die Straße – und der Hund hinterher. Reifen quietschen, doch zu spät: ein dumpfer Laut ist zu hören, als der Hund vor die Stoßstange des Wagens knallt und mit einem Aufjaulen zu Boden stürzt.
Ein Albtraum für jeden Hundebesitzer!
Doch in vielen Fällen geht so ein Unfall zum Glück relativ glimpflich aus, weil die Autofahrer noch rechtzeitig abbremsen konnten: der Hund kommt dann oft mit ein paar gebrochenen Knochen und sein Herrchen mit einem Versicherungsfall für die Hundehaftpflicht davon. Natürlich ist so ein Knochenbruch keine Lappalie, und es werden Wochen vergehen, bis der Hund wieder ganz der „Alte“ ist.
Hunde haben insgesamt 319 Knochen, und jeder einzelne davon kann brechen. Knochenbrüche (Frakturen) sind sehr schmerzhaft und müssen darum so schnell wie möglich tierärztlich versorgt werden. Achtung: damit ein gesunder Knochen bricht, müssen gewaltige Kräfte auf ihn einwirken, und das bedeutet gleichzeitig, dass niemals nur der Knochen verletzt ist, sondern auch immer die umliegenden Gewebe und Organe! Bei einem Beinbruch ist also auch die Muskulatur um den Knochen stark in Mitleidenschaft gezogen, und bei einem Rippenbruch kann die Lunge Schaden genommen haben. Außerdem besteht durch die großen Schmerzen immer Schockgefahr.
Wer Erste Hilfe leisten will, muss dabei folgende Dinge beachten:
- auf die eigene Sicherheit achten! Ein Hund mit großen Schmerzen kann sogar sein Herrchen beißen, ohne es böse zu meinen.
- Hilfe rufen! Darum gilt für jeden Hundebesitzer: die Tierarzt-Nummer sollte man immer in sein Handy einprogrammiert haben, besser auch noch die der nächsten Tierklinik mit 24-Stunden-Dienst.
- Atmung kontrollieren: Wenn der Hund nicht mehr atmet, vorsichtig nachsehen, ob Fremdkörper, Blut, Erbrochenes oder einfach nur die Zunge des Tieres die Atemwege verlegen, dann eine vorsichtige Mund-zu-Nase-Beatmung starten.
- Blutungen stillen, um einen Schock zu vermeiden oder zu mildern.
- Den gebrochenen Knochen so wenig wie möglich bewegen, das Tier notfalls auf einer Trage transportieren (es eignet sich meist zum Beispiel die Hutablage aus dem Auto).
Wie erkennt man einen Knochenbruch?
Es gibt zwei Arten von Knochenbrüchen: offene und bedeckte Brüche. Bei einem offenen Bruch hat der splitternde Knochen die Haut darüber verletzt und guckt manchmal sogar ein Stück aus der Wunde heraus. In diesem Fall besteht große Infektionsgefahr, man sollte die Wunde daher vor dem Transport mit einem sterilen Tuch (aus dem Verbandskasten) abdecken.
Bei bedeckten Brüchen ist die Haut intakt, darum kann es schwerer sein, sie zu erkennen.
Beinbrüche oder Brüche im Pfotenbereich erkennt man daran, dass das Bein nicht belastet und manchmal unnatürlich gehalten wird. In einigen Fällen sieht es sogar verdreht aus, oder der untere Teil wirkt instabil.
Ein Kieferbruch zeigt sich durch ein asymmetrisches Gesicht, manchmal können die Tiere den Fang auch gar nicht mehr öffnen oder schließen. Ein Tier mit frischem Kieferbruch frisst in der Regel nichts, besonders keine harten Leckerchen.
Brüche der Rippen sind beim Atmen schmerzhaft, darum atmen die Tiere meist sehr schwer – es sei denn, die Rippen haben die Lunge verletzt. Dann wird die Atmung sehr flach, um das schmerzhafte Heben und Senken der Rippen zu verringern. Manchmal kann man eine Schwellung des Brustkorbes erkennen (eher bei Tieren mit kurzem Fell).
Ein Beckenbruch liegt häufig vor, wenn der Hund gar nicht mehr stehen kann oder völlig schief steht. Das Hinterteil wirkt dann oft instabil und den Tieren ist manchmal auch kein kontrollierter Harn- und Kotabsatz mehr möglich.
Besonders gefährlich ist ein Bruch im Bereich der Wirbelsäule – jede falsche Bewegung kann dann eine dauerhafte Querschnittslähmung hervorrufen! Darum sollte bei Verdacht auf eine Verletzung des Rückens das Tier so wenig wie möglich bewegt werden, am besten nur, um es auf eine Trage zu legen.
Alle Knochenbrüche sind Notfälle! Man sollte – egal zu welcher Zeit – sofort seinen Tierarzt anrufen oder in eine Klinik fahren (auch dort ist es meist am besten, sich vorher telefonisch anzumelden, damit die Tierärzte sich schon darauf einstellen können).
Das Tier wird im Allgemeinen zunächst gegen den Schock und die Schmerzen behandelt, also „stabilisiert“, da sonst eine Narkose lebensgefährlich wäre.
Dann wird mit Hilfe von Untersuchungen und Röntgenaufnahmen entschieden, ob der Knochenbruch konservativ oder chirurgisch versorgt wird: eine konservative Versorgung bedeutet, dass man eine Schiene oder einen Verband anlegt und das Tier mit Medikamenten gegen Schmerz und Entzündung versorgt. Dies kann man bei unkomplizierten Brüchen machen. Bei komplizierten oder offenen Brüchen muss man im Allgemeinen chirurgisch herangehen, also operieren. Die Heilung des Bruches dauert in jedem Fall gleich lange, nämlich mehrere Wochen. In dieser Zeit ist meist strikte Ruhighaltung und Leinenführung angesagt, um den verheilenden Knochen nicht zu stören.
Eine Kontrolle per Röntgenuntersuchung ist sehr wichtig! Nur so kann entschieden werden, wann der Hund endlich wieder mit seinem Ball spielen darf.
Davon hat schon jeder Besitzer eines großen Hundes einmal gehört: die Magendrehung, eine gefährliche Notsituation. Doch was bedeutet das eigentlich?
Der Magen, der Darm und alle anderen Organe „schwimmen“ nicht frei im Bauch herum, sondern sind an Aufhängevorrichtungen festgemacht, dem so genannten Gekröse. Das Gekröse, ein Bindegewebe, enthält auch die Blutgefäße und Nerven, die zu jedem Organ führen. In der Schemazeichnung habe ich versucht, es ganz einfach darzustellen:

Wie man sieht, „hängen“ die Organe vom Rücken ausgehend im Bauchraum.
Was passiert nun, wenn sich der Magen dreht? Er nimmt dabei alle Gefäße mit. Nur ist die Befestigung „oben“ leider fest und kann sich nicht mitdrehen. Jetzt stelle man sich einen Gartenschlauch vor, den man mit einer Hand festhält und mit der anderen dreht – richtig, es kommt kein Wasser mehr durch. Genauso ist es mit den Gefäßen, die Blut zum Magen bringen sollen oder vom Magen wegtransportieren. Sie werden durch die Drehung regelrecht abgeschnürt.

Dadurch wird der Magen nicht mehr mit lebenswichtigem Sauerstoff versorgt – es kann zum Absterben von Gewebe kommen!
Außerdem ist die Drehung extrem schmerzhaft. Der Hund wird dies zeigen durch Unruhe, Hecheln, Speicheln, Würgen ohne Erbrechen. Futter, dass man ihm anbietet, frisst er nicht oder bricht es sofort wieder aus. Die Schleimhäute werden blass, der Bauch bläht sich auf und ist hart und gespannt. Bei solchen Symptomen muss sofort der Tierarzt verständigt werden! Dies ist ein absoluter Notfall, bei dem die Nachtruhe des Tierarztes keine Rolle spielen darf!
Wie kann man nun vorbeugen, damit es gar nicht erst so weit kommt?
Zuerst einmal muss man wissen, ob der eigene Hund überhaupt zu einer Risikogruppe gehört. Besonders anfällig sind nämlich große Hunde, die im Vergleich zu Vertretern ihrer Rasse einen tieferen und schmaleren Brustkorb haben. Außerdem natürlich Hunde, deren Eltern oder Geschwister schon einmal eine Magendrehung hatten. Das Alter spielt auch eine Rolle: bei Riesenrassen steigt das Risiko ab etwa 3 Jahren, bei Hunden um 30 kg Körpergewicht erst ab fünf Jahren. Wer einen Hund aus einer Risikogruppe besitzt, sollte ihn besonders gut auf die genannten Symptome beobachten.
Trotzdem kann es natürlich jeden treffen, darum sollte man ein paar Vorsichtsmaßnahmen beachten:
Hunde, die ihr Futter besonders schnell herunter schlingen, sollte man zu einem langsameren Fressen bringen. Das geht zum Beispiel, indem man einen größeren Ball (zu kleine Bälle könnten verschluckt werden!!) in den Futternapf legt, der dann immer „im Weg“ ist und zur Seite geschoben werden muss. Es funktioniert auch mit einer schweren, leicht zu reinigenden Kette, die man über das Futter legt. So muss der Hund sich sein Futter selbst erarbeiten, und es dauert länger als das hemmungslose Schlingen der fertigen Brocken.
Man kann das Futter auf mehrere Portionen am Tag verteilen, wenn der Hund sonst alles auf einmal frisst. Kleine Portionen verringern das Risiko einer Magendrehung. Ganz wichtig: nach dem Fressen darf nicht sofort wild getobt und gespielt werden!
Wildes Herumtollen nach dem Fressen stellt das größte Risiko für eine Magendrehung dar!
Auch kleine Spiele und Übungen wie eine Rolle machen sollte man auf später verschieben.
Denn schon ein bis zwei Stunden nach dem Fressen ist der Magen nicht mehr ganz so voll und man kann wieder entspannt mit seinem Liebling herumtoben!
Was ist denn jetzt wieder los? Bello schüttelt seit Tagen seinen Kopf hin und her, und manchmal schlägt er dabei versehentlich seine Ohren auf den Couchtisch oder an eine Türkante. Das muss doch weh tun!
Tut es auch. Vermutlich hat Bello eine Ohrenentzündung, und die juckt und brennt und schmerzt, so dass er versucht, die Entzündung durch kräftiges Kopfschütteln aus seinen Ohren herauszubefördern – wie er es auch mit einem Haar oder einem Grashalm machen würde, der in sein Ohr geraten ist. Leider lässt sich die Ohrenentzündung nicht herausschütteln…

Ohrenentzündung beim Hund
Woher kommt es denn so plötzlich?
Die Ohrenentzündung oder auch Otitis externa (Entzündung des äußeren Ohres) ist eine Erkrankung, die durch viele Einflüsse ausgelöst und verstärkt werden kann.
Besonders häufig findet man folgende Krankheitserreger:
Ohrmilben (Otodectes cynotis)
Bakterien (Staphylokokken, Streptokokken, Proteus mirabilis)
Hefen (Malassezia pachydermatis)
Außerdem können die erwähnten Fremdkörper (Haare, Grannen) eine Ohrenentzündung auslösen. Auch eine Allergie oder eine Arzneimittelunverträglichkeit führen manchmal dazu, dass sich das Ohr rötet und juckt.
Einige Hunde „neigen“ zur Ohrenentzündung. Bei ihnen sind – entweder durch ihre genetischen Anlagen oder durch vorangegangene Entzündungen – die Ohren so verändert, dass sich Bakterien, Milben und Hefen einfach leichter einnisten können oder dass ein ins Ohr geratenes Haar eher hängen bleibt als bei anderen Hunden. Bei diesen Tieren wird man immer wieder Probleme mit Ohrenentzündungen haben.
Was ist eigentlich los im Ohr?
Zuerst ist die empfindliche Haut im Ohr nur gereizt, also gerötet und vielleicht ein bisschen warm. Das führt dazu, dass mehr Ohrenschmalz produziert wird, um den vermeintlichen Eindringling (also das Haar oder die Bakterien oder Milben) mit dem Ohrenschmalz ausschütteln zu können. In diesem Ohrenschmalz und bei der größeren Wärme fühlen sich nun aber Bakterien besonders wohl und vermehren sich schlagartig. Die Haut im Ohr wird noch stärker gereizt, schwillt an und verengt dadurch den Gehörgang. Das Herausschütteln von Fremdkörpern und Dreck wird dadurch noch schwerer, gleichzeitig kommt weniger Sauerstoff ins Ohr.
Jetzt ist die Haut schon so gereizt, dass sie beim Ohrensaubermachen manchmal blutet – und es tut natürlich auch sehr weh, so ein heißes, rotes und nässendes Ohr.
Es ist höchste Zeit, zum Tierarzt zu gehen und das Ohr professionell untersuchen und reinigen zu lassen.
Zunächst wird sich der Tierarzt das Ohr mit einem Otoskop (einer speziellen Leuchte mit Aufsatz) ansehen und den Grad der Entzündung beurteilen – und nach Fremdkörpern suchen. Danach wird das Ohr gereinigt.
Vermutlich bekommt der Hund dann eine Ohrensalbe oder Ohrentropfen verschrieben. Viele Präparate können in einem einzigen Schritt Bakterien, Milben und Hefen behandeln. Wichtig ist aber, dass man sich unbedingt an die Anleitung vom Tierarzt hält, wie oft und vor allem wie lange das Medikament gegeben werden muss. Es handelt sich unter anderem um ein Antibiotikum, und damit sollte man sehr sorgsam umgehen, um eine Resistenzbildung zu vermeiden.

chronische Ohrenentzündung beim Hund mit Verdickung der Haut
Wie kann ich das Ohr meines Hundes selbst sauber halten?
ACHTUNG: niemals selbst mit einem Wattestäbchen oder Ähnlichem das Ohr reinigen!!
Damit kann man schwere Verletzungen hervorrufen. Bitte nur mit einem Taschentuch oder Wattestück, welches man über einen Finger legt, das äußere Ohr säubern und so weit ins Ohr eindringen, wie man mit seinem Finger kommt – dann bleibt man außer Reichweite des empfindlichen Trommelfells.
Es empfiehlt sich bei empfindlichen Hunden, einen Ohrreiniger vom Tierarzt zu kaufen – also eine Flüssigkeit, die man ins Ohr einbringen kann. Anschließend massiert man den Ohrgrund, also die Stelle, an der das Ohr am Kopf angewachsen ist. Das finden die meisten Hunde übrigens total klasse und lassen es sich gut gefallen.
Das Schütteln danach befreit die Ohren von gelösten Schmutzteilchen und Bakterien!
Einmal pro Woche kann man so seinem Hund die Ohren säubern und ihn vor schmerzhaften Ohrentzündungen bewahren.
Ob es nun ein Herzmedikament oder nur die fällige Wurmkur ist – es kommt im Leben eines Tierbesitzers der Tag, an dem er seinen Hund oder seine Katze davon überzeugen muss, ein Medikament zu schlucken – und nicht gleich wieder auszuwürgen! Das ist nicht immer einfach.
Die meisten Probleme machen sicherlich Katzen, während unter den Hunden nur wenige Feinschmecker sind, die sich mit etwas Leberwurst oder Frischkäse das Leckerchen nicht unterjubeln lassen. Dies funktioniert besonders gut mit geschmacksneutralen Tabletten.
Es gibt aber auch einige Tabletten, die einen bitteren oder für Tiere unangenehmen Geschmack haben. Kommen diese im Maul mit Speichel in Berührung, lösen sie sich schon teilweise auf und geben Geschmack ab. Darauf reagieren viele Katzen und Hunde mit starkem Speicheln oder Würgen. In so einem Fall muss man sich beim Tabletteneingeben einiger Tricks bedienen!
Erste Möglichkeit: wie schon angesprochen die Tablette in Futter verstecken. Es eignen sich besonders halbfeste Leckerchen, die man kneten kann, oder, wenn das nicht zur Verfügung steht, auch ein kleines Stück Camembert. Bei manchen Tieren tun es aber auch Thunfisch, Leberwurst, Frischkäse usw. – das hängt ganz von den Fressgewohnheiten Ihres Tieres ab!
Der gute Geschmack des Leckerchens überdeckt den üblen Tablettengeschmack. Leider funktioniert dieser Trick häufig nur ein paar Mal, denn irgendwann schmecken die Tiere die Tablette heraus, und manchmal verweigern sie dann das nächste Leckerchen. Es hilft daher manchmal, drei kleine Portionen vorzubereiten. Erst eine kleine Menge ohne Tablette geben, um die Katze "in Sicherheit zu wiegen". Dann die zweite Menge mit Tablette geben, und dabei schon die dritte Portion in Sichtweite der Katze halten, so dass sie in ihrer Gier auf Portion Nummer drei die zweite Portion frisst, ohne groß darüber nachzudenken.
Zweite Möglichkeit: ein Pilleneingeber für Tiere. Den bekommt man beim Tierarzt. Vorne ist er weich, damit keine Verletzungsgefahr besteht, und hinten sieht er ähnlich aus wie eine große Spritze. Man kann nun entweder nur eine Tablette eingeben oder aber auch noch etwas Flüssigkeit einfüllen, den Pilleneingeber schnell ins Maul der Katze schieben und abdrücken. Dadurch kommt die Pille gleich sehr tief ins Maul und kann gar nicht viel Geschmacksstoffe abgeben.

Dritte Möglichkeit: vom Tierarzt andere Tabletten auswählen lassen - manche Medikamente gibt es auch als etwas teurere Variante mit leckerem Fleischgeschmack. Leider nicht alle Medikamente... Fragen Sie dazu den Tierarzt. Vor allem, wenn man jahrelang Medikamente geben muss (zum Beispiel bei Herzproblemen), zahlt sich die Investition aus, denn es bringt viel Frust, wenn man täglich zwanzig Minuten für die Tabletteneingabe benötigt und womöglich noch gebissen wird oder sich das Verhältnis zum Tier verschlechtert. Wenn die Tablette als Leckerchen angesehen wird, ist das stressfrei für alle Beteiligten.
Vierte Möglichkeit für Katzen: Tablette fein zermahlen, mit einer kleinen Menge Futterbrei (zum Beispiel Leberwurst) mischen und der Katze in kleinen Portionen auf die Pfoten oder an einer gut erreichbaren Stelle ins Fell schmieren. Sie leckt sich dann sauber und nimmt dabei die Tablette auf. Bei Hunden funktioniert das nicht so gut, weil sie sich nicht so gründlich putzen – aber auch hier hilft manchmal das Beschmieren der Pfoten. Dann sollte man seinen Hund nur nicht mit den Brei-Pfoten aufs Sofa lassen!

Spätestens, wenn es in der Hinterlassenschaft von Mieze oder Waldi weiß wimmelt, erkennt jeder Tierbesitzer: es ist an der Zeit für eine Wurmkur!
Aber leider zeigen sich die kleinen „Mitbewohner“ unserer Haustiere meistens gar nicht, und viele Hunde und Katzen laufen mit unerkanntem Wurmbefall herum.

Warum ist der Wurmbefall denn so schlimm?
Der Befall des Darms mit Parasiten kann bei Hund und Katze zu verschiedenen gesundheitlichen Beeinträchtigungen oder Störungen führen. Zum einen entziehen die Würmer dem Tier Nähr- und Vitalstoffen sowie Blut und Eiweiß. Teilweise scheiden die Parasiten auch Gifte aus, die das Wirtstier schädigen. Außerdem können sie das Immunsystem beeinflussen und so die Schutzwirkung von Impfungen gefährden. Bei Massenbefall können die Würmer auch den Darm oder die Gallengänge verstopfen und unter Umständen sogar Darmdurchrisse (Ruptur) mit tödlichem Ausgang verursachen. Zudem können die Larven von Rundwürmern, die während ihrer Entwicklung zum erwachsenen Wurm durch den ganzen Körper wandern, auch noch andere Organe wie das Herz, die Leber oder Lunge schädigen.
Ansteckungsgefahr für Menschen!
Gerade kleine Kinder, die sich nach dem Streicheln der Lieblinge nicht die Hände waschen, nehmen schnell Wurmeier auf, die bei infizierten Tieren am ganzen Fell vorhanden sind. Durch ihr nicht vollständig ausgebildetes Immunsystem können sie sich dann nicht gegen den Wurmbefall „wehren“ und erkranken mitunter schwer. Aber auch ältere Menschen oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem (durch Krankheit oder Medikamente) können leicht erkranken. Bei der Wanderung der Wurmlarven durch den Körper oder deren Abkapselung zum Beispiel in der Leber können bleibende Schäden entstehen!

Bandwürmer im Größenvergleich
Entwurmung mindestens vierteljährlich
Daher sollten Hunde und Katzen in regelmäßigen Abständen, mindestens aber vierteljährlich, entwurmt werden. Die Entwurmungen sollten unabhängig davon durchgeführt werden, ob die Untersuchung einer Kotprobe zum Zeitpunkt der Behandlung positiv oder negativ ausfällt, denn für eine verlässliche Aussage über einen Wurmbefall muss der Kot des Tieres alle 4 Wochen untersucht werden. In Haushalten mit gefährdeten Menschen (Kinder, ältere Menschen, kranke oder immungeschwächte Personen) sollte monatlich entwurmt werden.
Wurmbefall auch bei reinen Wohnungskatzen
Katzen, die draußen frei herumlaufen und Kontakt mit anderen Artgenossen sowie zu Nagetieren haben, sind natürlich einem bedeutend größerem Infektionsrisiko ausgesetzt als Katzen, die ausschließlich in der Wohnung gehalten werden. Jedoch können auch hier über Straßenschuhe Parasiteneier eingebracht werden. Wurmeier können nämlich Wochen bis Monate, teilweise sogar Jahre lang außerhalb eines Wirts überleben und ansteckend bleiben.
Reicht es nicht, wenn ich mein Tier jährlich zur Impfung auch entwurmen lasse?
Leider nein! Eine Untersuchung der Tierärztlichen Hochschule Hannover hat gezeigt, dass der Anteil der Katzen mit Spulwürmern erst ab einem Entwurmungsintervall von 3-4 Mal jährlich sinkt. Eine 1-2 Mal jährliche Entwurmung beeinflusst den Anteil der Spulwurm-positiven Tiere nicht! Das heißt, wenn man nur jährlich entwurmt, verringert man das Risiko des Wurmbefalls fast gar nicht. Selbst durch regelmäßige vierteljährliche Entwurmungen kann ein Infektionsrisiko nicht vollständig ausgeschlossen werden (laut einer tiermedizinischen Studie von 2006). Um ganz sicher zu gehen, sollten Katzen mit Freigang also einmal im Monat entwurmt werden, insbesondere wenn die Tiere Kontakt zu Kleinkindern haben.
Wie entwurme ich richtig?
Man sollte unbedingt das genaue Gewicht seines Tieres kennen oder es beim Tierarzt gleich wiegen lassen, damit die Wurmkur richtig dosiert wird. Es gibt unterschiedliche Präparate zur Entwurmung: einige müssen über drei Tage gegeben werden, andere nur einmalig. In jedem Fall muss man sich genau an die Dosierungsanweisung des Tierarztes halten!
Viele Katzenbesitzer verzweifeln beim Eingeben von Tabletten und lassen daher schon einmal aus Bequemlichkeit eine Wurmkur aus – das ist ein großes Risiko! Darum lieber auf andere Präparate umsteigen, wenn die Tablette nicht geschluckt werden will. Es gibt auch Wurmkur in Pastenform oder zum Auftropfen in den Nacken. So steht der Wurmfreiheit auch bei widersetzlichen Katzen nichts im Weg!
Achtung: Welpen (sowohl Katzen als auch Hunde) sollten noch häufiger entwurmt werden als erwachsene Tiere! Hierzu berät gern jede Tierarztpraxis.
Mit der Wurmkur erleichtert man nicht nur seinem Tier das Leben, sondern schützt auch sich selbst vor Ansteckung!
Es passiert schneller, als man denkt – und meistens am Wochenende oder spät abends, wenn der Tierarzt keine Sprechstunde hat!
Der Hund tritt sich beim Spaziergang eine Scherbe in die Pfote, die Katze kommt mit einer Bissverletzung nach Hause und das Meerschweinchen hat sich eine Kralle ausgerissen und blutet. Was tun?
Wichtig: Wenn man den Verdacht hat, dass das Tier sich Knochen gebrochen hat oder innere Verletzungen vorliegen, zum Beispiel immer nach einem Autounfall, sollte man höchstens eine kurze Erstversorgung machen und dann so schnell wie möglich zum Tierarzt fahren!
Behandlung von Wunden am Körper
Zunächst einmal sollte man das Tier beruhigen. Auch das liebste Haustier kann, wenn es Schmerzen hat, einmal zubeißen oder kratzen.
Wenn man merkt, dass sich Mietze oder Bello zu sehr aufregen und sich nicht untersuchen lassen wollen, die Verletzung aber doch behandlungswürdig aussieht, sollte man in jedem Fall den Tierarzt rufen. Es gibt ja auch immer einen Notdienst.
Jetzt wird die Verletzung untersucht. Dabei sollte man weiterhin ruhig auf das Tier einreden. Zunächst einmal stellt man fest, ob noch ein Fremdkörper (Stachel, Scherbe, Dreck) in der Wunde sitzt, und versucht ganz vorsichtig, diesen zu entfernen. Dazu eignet sich eine Pinzette. Größere scharfe Gegenstände (Messer, große Scherben usw.) sollten nur vom Tierarzt entfernt werden, denn durch das Entfernen kann eine starke Blutung auftreten, die dann sofort gestillt werden muss!
Jetzt führt man eine Wundreinigung durch. Zunächst schneidet man mit einer Verbandsschere (stumpfe Enden, um die Verletzungsgefahr zu verringern!) das Fell kurz, damit es nicht in die Wunde ragt. Am besten nimmt man dann sterile Flüssigkeit und spritzt diese mit einer Spritze ohne Kanüle kräftig in die Wunde. Dann kann man, wenn das Tier es zulässt, mit einem sterilen Tupfer noch kleine Schmutzpartikel aus der Wunde streichen.
Der Verband sollte immer mit einer sterilen Wundauflage beginnen. Darüber muss man zur Fixierung mit einer elastischen Binde oder Mullbinde einige Lagen wickeln – nicht zu fest, wenn es um den Bauch oder Brustkorb geht, um das Tier nicht am Atmen zu hindern! Die Binde bitte nicht mit Metallklemmen befestigen, diese werden leider gerade von Hunden häufig abgeknabbert und aufgefressen, und sie können aufgrund ihrer kleinen Spitzen Verletzungen im Darm hervorrufen und sich auch so verhaken, dass sie nur durch eine Operation wieder herausgebracht werden können.

Pfotenverbände sind etwas kniffliger anzulegen: man sollte die Zwischenräume zwischen den Zehen mit etwas Watte polstern, um ein Aneinanderreiben der Zehen zu verhindern. Wenn es nur darum geht, eine Wunde vor Verunreinigungen zu bewahren, haben sich Pfoten-Schutzschuhe bewährt, die man am besten immer in der passenden Größe zu Hause haben sollte.
Ein Verband, der nicht vom Tierarzt angelegt wurde, sollte niemals länger als einen Tag auf der Wunde bleiben – im Idealfall nur bis zum Besuch beim Tierarzt.
Verletzungen an Augen und Lidern
Diese Verletzungen sollten immer dem Tierarzt vorgestellt werden. Zur Linderung von Schmerzen, wenn zum Beispiel Schmutz ins Auge geraten ist, kann man sterile Augentropfen verwenden. Bitte nicht dann eingeben, wenn man den Verdacht hat, dass das Auge selbst verletzt ist!
Schock, Bewusstlosigkeit
Na klar, in diesem Fall gilt selbstverständlich: so schnell wie möglich den Tierarzt rufen. Aber auch hier kann man schon einmal etwas tun,
Also: atmet das Tier noch? Wenn nicht, hilft es in vielen Fällen, die Nase kurz zu drücken oder zu kneifen. Sind die Atemwege frei oder liegt das Tier auf dem Rücken, die Zunge womöglich in den Rachen gefallen? Dann auf die Seite legen, die Zunge aus dem Maul legen (Achtung, niemals einem Hund ins Maul fassen! Lieber eine Pinzette nehmen und vorsichtig an der Zunge ziehen. Auch bewusstlose Hunde können beißen!)
Gibt es große Blutungen? Kann man diese eventuell durch einen Druckverband stoppen oder zumindest verlangsamen, dann sollte man es versuchen.
Was gehört in die Tier-Apotheke?
Ein Tipp vorweg: Tierarztnummer ins Handy einprogrammieren, Telefonnummer des Tierarztes und der nächsten Klinik auf den Erste-Hilfe-Koffer kleben.

- Stumpfe Verbandsschere (zum Schneiden von Mullbinden oder Entfernen von Haaren)
- Krallenzange
- Pinzette (zum Herausziehen von Dornen, Insektenstacheln)
- Taschenlampe (klein, leistungsstark, zum Untersuchen von Ohren, Maul, Wunden)
- Zeckenzange oder Zeckenentfernungskarte
- Spritzen (1ml, 5ml, 10 ml) (zum Eingeben von Tropfen oder Spülen von Augen oder Wunden mit steriler Flüssigkeit)
- Kanülen (zur sterilen Entnahme von Flüssigkeit aus Flaschen mit Gummiverschluss)
- Fieberthermometer und Gleitgel
- Einmalhandschuhe
- Verbandszeug (3-4 Mullbinden oder elastische Binden, sterile Wundabdeckung, Gazetupfer, Heftpflaster, Verbandswatte in Lagen zum Polstern von Verbänden)
- passende Pfotenschutzschuhe
- Coldpacks oder Eisbeutel im Kühlschrank parat halten für stark geschwollene Verletzungen – nur dann kühlen, wenn das Tier es zulässt.
- Medikamente (nur vom Tierarzt verschriebene Medikamente, niemals einfach so etwas aus der eigenen Apotheke nehmen – diese Medikamente sind meist zu hoch dosiert, viele sind auch gefährlich für Hund und Katze!)
- Augentropfen (immer frisch verwenden, angebrochen höchstens 6 Wochen aufbewahren, oder Einzelabpackungen verwenden)
- Ohrreinigungslösung, nicht bei Verdacht auf Trommelfellverletzung anwenden
- Wunddesinfektionsmittel
- steriles Wasser/Ringer- oder NaCl-Lösung zum Spülen von Augen oder Wunden
- Floh- und Zeckenmittel
- Evtl. Wurmkur
Viele Tierärzte oder Hundevereine bieten regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse für Tiere an – damit gewinnt man viel mehr Sicherheit im Umgang mit Notfällen und kann seinem Tier schnell und effektiv helfen.
Wer schon einmal eine Blasenentzündung hatte, weiß, wie schmerzhaft es sein kann...
Auch unsere Stubentiger leiden manchmal an Blasenentzündungen. Die Ursachen sind – wie bei uns auch – häufig Bakterien, die über die Harnröhre in die Blase gelangen können. Die Bakterien nisten sich an der empfindlichen Schleimhaut der Blase ein und reizen diese dadurch: Schmerzen entstehen. Wird die Schleimhaut genug gereizt, kommt es sogar zu Blutungen.
Eine weitere häufige Ursache für Blasenentzündungen sind Harnsteine oder deren Vorläufer, winzige, aber spitze Kristalle. Diese entstehen, wenn bestimmte Mineralstoffe im Urin in einer sogenannten „übersättigten Lösung“ ausfallen. Das Prinzip ist wie bei normalem Haushalts-Salz in Wasser: Man kann eine bestimmte Menge Salz in einem Wasserglas lösen, aber irgendwann wird es zu viel. Die Lösung ist gesättigt, und das restliche Salz bleibt als Kristalle am Boden des Glases liegen.
Natürlich spielen dafür die Futterzusammensetzung, der pH-Wert des Urins und noch einige andere Faktoren eine Rolle – bei einigen Katzen tritt das Problem aber immer wieder auf. Die winzigen Kristalle lagern sich übrigens irgendwann zu kleinen Harnsteinen zusammen: das nennt man dann Harngries. Es können aber auch richtig große Harnsteine entstehen, die man meist nur noch durch eine Operation entfernen kann!
Wie erkenne ich eine Blasenentzündung?
Blut im Urin - bzw. im Katzenklo – ist für die Katzenbesitzer ein deutliches Zeichen für eine Blasenentzündung, zumindest ist dies die häufigste Ursache. Die Blutung kann natürlich auch schon irgendwo auf dem Weg des Urins von der Niere bis zur Blase oder aber auf dem Weg von der Blase bis zum Harnröhrenausgang auftreten, aber typisch ist eigentlich die Blase selbst.
Ein anderes typisches Symptom ist das häufige Absetzen kleiner Urinmengen. Die Katzen oder Kater gehen viel öfter als sonst auf das Katzenklo, scharren manchmal auch sehr lange herum, und wenn man anschließend guckt und meint, man müsse wahrscheinlich das gesamte Streu wechseln, findet man nur wenige Tröpfchen vor.
Wenn es besonders weh tut, schreien die Katzen manchmal sogar auf dem Katzenklo. Jetzt ist es höchste Zeit, einzuschreiten, um das Tier nicht unnötig zu quälen!
Was kann ich für meine Katze tun?
Da die Blasenentzündung sehr schmerzhaft ist, sollte man sofort den Tierarzt aufsuchen und die Erkrankung behandeln lassen, sobald man erste Symptome bemerkt.
Die Behandlung ist natürlich abhängig davon, welche Ursache vorliegt. Um das herauszufinden, kann man seinem Tierarzt enorm helfen, indem man eine Urinoprobe mitbringt. Dazu macht man als erstes das Katzenklo einmal ganz gründlich sauber. Beim Tierarzt gibt es häufig spezielles Katzenstreu, welches die Flüssigkeit nicht aufsaugt. Damit kann man Urin auffangen. Statt des Katzenstreus kann man es auch mit kleinen Plastiktütenfetzen im Katzenklo versuchen, denn Katzen brauchen eigentlich nur etwas, das raschelt. Am besten zieht man den Urin dann mit einer Spritze auf oder kippt ihn in ein Marmeladenglas mit Schraubverschluss - und bringt ihn so schnell wie möglich zum Tierarzt. Es muss nicht viel sein, 1-2 ml reichen meist aus.
