Er ist ein absolutes Phänomen. Noch nie in seinem Leben hat er eine Reitstunde gehabt. Dennoch ist der Straubinger Trabertrainer Franz Forstner ein absolutes Talent im Sattel. In den Trabreiten, in denen außer ihm sonst nur Mädels starten, ist er eine absolute Macht. Er eilt von Sieg zu Sieg, egal, wen er reitet: Ob wie vor einiger Zeit Leo Gallant, später Mister Molli und derzeit Oak General oder Super Gallant, er reitet als Erster durchs Ziel.
Hier seht Ihr Franz Forstner nach einem Sieg mit Super Gallant:
Übrigens ist Franz Forstner ein absolutes Leichtgewicht und bringt mit Sattel derzeit gerade einmal 62 Kilo auf die Waage - 60 Kilo muss ein Reiter im Trabreiten mindestens haben.
Aber nicht nur im Sattel ist der Straubinger, der hauptberuflich Bahnwart auf der Straubinger Trabrennbahn ist und sich um den guten Zustand des Geläufs und der Anlage kümmert, eine Macht. Auch im Sulky ist der "Mann in Gelb" zur Zeit in Überform und überhaupt nicht zu bremsen:
Beim Renntag am Montag, 21. Juli, gelang dem talentierten Fahrer, der übrigens gelernter Elektriker ist, ein absoluter Mega-Coup: Von zehn Rennen, die an diesem Abend auf der Straubinger Trabrennbahn statt fanden, hat er fünf gewonnen! So etwas kommt äußerst selten vor und beweist, dass der Straubinger in einer Bombenform ist. Schon im allerersten Rennen gewann er, und zwar mit Golden Girl gegen den höher eingeschätzten Favoriten Medhufushi, und das auch noch durch die so genannte Todesspur, das heißt, er führte mit der Stute die Außenspur an (gilt als besonders kräftezehrend). Hier seht Ihr den strahlenden Sieger beim Volltreffer mit der österreichischen Stute Golden Girl:
Ansonsten gewann er bei diesem Straubing-Renntag auch noch ein Trabreiten, und zwar wiederum mit Super Gallant, und außerdem mit der jungen Stute Gazella, die beim dritten Lebensstart bereits ihren zweiten Sieg feiern konnte, und mit Gucci Diamant. Letzterer hatte keine glänzenden Formen im Gepäck und war nur Mitfavorit, Allez General und Mr. Goal wurden höher eingeschätzt, aber Franz Forstner ließ ihnen keine Chance und brachte den Hengst zurück auf die Siegerstraße.
Ja, und dann siegte er noch mit seinem eigenen Pferd, dem starken Calli. Da war die Freude natürlich besonders groß, der Wallach ist in einer super Form und eilt von Sieg zu Sieg - Franz Forstner freute sich über die nächste Sieger-Rosette (siehe Bild):
Straubing macht nun sieben Wochen Sommerpause, aber auch in München-Daglfing und Pfaffenhofen ist Franz Forstner regelmäßig mit Pferden am Start, sowohl im Sattel als auch im Sulky. Und wenn er weiter so in Form bleibt, solltet Ihr ihn da auf jeden Fall einmal auf dem Wettschein haben, es könnte sich lohnen!
Pferde gehören zweifelsohne zu den geschicklichsten Tieren überhaupt. Nicht selten werden sie deshalb dressiert oder für die Kenntnisse im "Hausgebrauch" fit gemacht. Im Bayerischen Wald gibt es aber noch einen Grund, warum Pferde besonders viel Geschick und Feingefühl mitbringen sollten - genau wie ihre Besitzer. Dort findet alle zwei Jahre das Brauereiwagen-Geschicklichkeitsfahren statt.

Zwischen sechs und acht Pferde werden eingespannt, die Wagen sind also mit bis zu 8 PS unterwegs. Seit über 10 Jahren findet dieses Hindernisrennen der ganz besonderen Art statt - und zwar nicht abseits auf einer freien Fläche, sondern mitten auf dem Stadtplatz von Zwiesel, der mit seinen Kurven, den Verkehrsinseln und den engen Straßen einen zusätzlichen Schwierigkeitsgrad für die zahlreichen Teilnehmer aus Bayern und Österreich darstellt. Eine schwierige Arbeit, die früher zum Alltag im Brauereiwesen gehörte, wird hier noch einmal lebendig und verwandelt sich in einen Wettbewerb.


Die Brauereiwagen sind ebenfalls von der alten Sorte, was das Ganze nicht leichter macht. Übrigens: Peitschen oder Gewalt sind verboten, es handelt sich alles um tierfreundliche Wettbewerbe, die Fuhrleute setzen auf mündliche Kommandos sowie auf die Ausbildung, Intelligenz und Kraft ihrer Pferde. Mit dabei sind unter anderem Süddeutsche Kaltblütler, Noriker Rappen oder die schweren Percheron aus der Normandie. Für jeden Pferdefreund etwas Besonderes und in dieser Art in Deutschland einzigartig...
Sie ist im Sattel und im Sulky zu Hause - aber auch im Stall. Trabrenn-Amateurfahrerin Daniela Fellner liebt es nicht nur, auf den bayerischen (und manchmal auch nationalen) Rennbahnen aktiv zu sein, nein, mit großer Freude erledigt sie auch die Arbeit im Stall mit ihren geliebten Vierbeinern. Besonders angetan haben es ihr Pferde, die verletzt sind. Mit viel Liebe und Geduld päppelt sie diese wieder auf. Deine Tierwelt stellt Euch die gebürtige Münchenerin, die inzwischen bei ihrem Lebensgefährten Andreas Schwarz in Langenmosen lebt und auf dem Gestüt mitarbeitet, einmal genauer vor.
Hier ist schon mal ein Bild von ihr mit Handsome Value, den sie manchmal im Trabreiten vorstellt:
Sie steigt mittlerweile regelmäßig in den Sulky. Für die Pferde des bayerischen Besitzers Franz Baumann ist sie inzwischen als Catchdriver engagiert, und auch gibt es kaum ein Trabreiten in Bayern, in dem Daniela Fellner nicht mit von der Partie ist. “Dabei bin ich eher der `Stall-Mensch´ als der ´Fahr-Mensch´”, verrät und die Lebensgefährtin von Andreas Schwarz.
Ihre große Leidenschaft ist es, verletzte Pferde gesund zu pflegen. Dabei hat sie schon viele Male ein Händchen bewiesen. Ihren Leandro hat sie mit viel Liebe, Geduld und medizinischem Fachwissen trotz einer schweren Verletzung wieder siegfertig gepflegt, seine Karriere schien bereits beendet - nun gewinnt er wieder mit Gerd Biendl. Und auch so manch anderen kranken Schützling nimmt sie gerne unter ihre Fittiche. “Ich bin eine richtige Kräuterhexe”, sagt die 25-Jährige lachend. Alternative Methoden wie Magnetfeldtherapie oder Laser liegen der Pferdenärrin sehr am Herzen. Ihr großer Traum: “Am liebsten würde ich mal einen Stall aufmachen, in dem ich Rekonvaleszenten wieder auf die Beine stelle!”
Jedoch: Erfolgreich ist Daniela Fellner nicht nur bei der Pferdepflege, sondern auch in Sattel und Sulky. Die Wetter wissen inzwischen: Gerade die Außenseiter sind es, die die talentierte Amazone weit nach vorne bringt, was ihr in letzter Zeit immer mehr Fahrten einbringt. Mit dem schwierigen Peterhofer hat sie sich inzwischen so angefreundet, dass die beiden oft in der Dreierwette zu finden sind, und auch Adebar Ass feierte seine besten Erfolge in jüngster Zeit mit der gelernten Bürokauffrau. “Mit Außenseitern klappt es bei mir am besten, wenn ich jedoch einen Favoriten steuere, dann kann man sich sicher sein, dass ich nicht gewinne”, so Fellner, die nicht weiß, woran’s liegt. 17 Siege hat sie inzwischen gefeiert, elf davon in Trabreiten, sechs im Sulky.
Hier ist Daniela Fellner beim Trabreiten in Action zu sehen:
“Momentan bin ich ständig Zweite und kann einfach kein Rennen gewinnen”, bedauert die Amazone und hofft, dass diese “Phase” bald beendet ist. Besonders wünscht sie sich einen Sieg mit Peterhofer, der ihr mittlerweile voll und ganz ans Herz gewachsen ist. “Das wär schon schön, wenn wir bald mal ein Rennen gewinnen könnten!”
Im zarten Alter von neun Jahren schnupperte die gebürtige Münchenerin zum ersten Mal Rennbahnluft. Pferdenärrisch war sie schon vorher. In der Nähe von ihrem Wohnort in knüpfte sie erste Kontakte zu Trainer Sepp Sparber auf dessen Ranch: “Ich hab den Hof schon immer beim Vorbeifahren beäugt, und eines Tages bin ich mit einer Freundin einfach hinmarschiert und habe gefragt, ob wir ein wenig helfen dürfen!” Das Sparber-Team sei ein wenig perplex gewesen, erinnert sich Fellner heute lachend, dennoch habe sie Pfleger Gary Machuletz unter seine Fittiche genommen. “Ich durfte Pferde waschen und trocken führen und Füße machen. Letzteres ist auch heute noch meine große Leidenschaft.”
Natürlich fieberte sie auch auf der Rennbahn mit, wenn die Sparber-Pferde starteten. Über Andrea Eisele landete sie schließlich bei Trainer Klaus Roser und half dort auf der Rennbahn mit. “Ich wollte aber wieder auf eine Ranch, weil ich mich dort einfach am wohlsten fühle”, erzählt Daniela Fellner. So kam es, dass sie bei Jochen Haide anheuerte und dort auch ihre große Pferdeliebe traf: Die gutklassige Stute Millwall. Der Beginn einer wunderbaren Freundschaft. “Mit ihr habe ich in Straubing ein Gästefahren bestreiten dürfen und war Zweite. Dort hat es mich gepackt, und ich habe, auch mit Millwall, 1999 meine Amateurfahrerlizenz gemacht!”
Bei sechs Starts im ersten Jahr fuhr die frischgebackene Amazone drei Platzierungen ein. Sie half bei Lothar Hanke, bei Raimund Kastner, besonders nach dessen schweren Unfall, und kam schließlich durch Detlef Fleischer zu Gerd Biendl. “Dort bin ich dann hängen geblieben und fing 2002 an, dort hauptberuflich als Pflegerin zu arbeiten.” Denn nach ihrer Ausbildung bei EADS zur Kauffrau für Bürokommunikation stand für die Pferdenärrin fest, dass sie in einem Stall arbeiten wollte. Bis November 2002 blieb sie bei Gerd Biendl, “dann wurde mir alles zuviel, weil ich in der Zeit auch wieder mit Andy zusammen kam und mich teilweise auch in Langenmosen um die Pferde kümmerte!” Sie ging zurück zu EADS und widmete den Pferden stattdessen lieber ihre Freizeit, bezeichnet aber Gerd Biendl noch heute als ihr großes Vorbild: “Ich bin wahrscheinlich der größte Gerd-Fan, den es gibt!”
In dieser Zeit ruhte ihre Amateurfahrerkarriere, erst im Jahr 2003 löste sie wieder ihre Lizenz. Und es dauerte nicht lang, bis sie den lang ersehnten ersten Sieg feiern konnte: Am 3. Mai 2003 in Straubing mit Cobira As. Bereits drei Wochen später siegte sie in Daglfing mit Dennis Diamant, die Freude war groß.
Den schönsten Sieg für sie persönlich landete sie allerdings auf der Hopfenmeile, und zwar mit ihrer Stute Lindos Krone, die sie vorher ebenfalls gesund gepäppelt hatte. Daniela Fellner war überglücklich, als ihr mit der überaus schwierigen Lady ein Volltreffer gelang: “Ich wollte zwar nicht mal mehr die Siegerparade fahren, weil mir die Arme so weh taten, so sehr hatte ´Lindos´ gepullt, aber es war einfach fantastisch! Den Tag vergess ich nie!” Mit ihr, die ihr so ans Herz gewachsen ist, züchtet sie inzwischen.
In besonders schöner Erinnerung blieb ihr aber auch der Trabreit-Sieg mit ihrer New Copy (auch sie soll heuer gedeckt werden), die sie selbst trainiert und vorbereitet hat. “Leider war das das erste und einzige Mal, dass wir gewonnen haben!” Es folgten weitere Erfolge in Trabreiten - viermal siegte sie mit Aurelio Diamant, dreimal mit Super Gallant und zweimal mit Flurry Diamant, den sie selbst eingeritten hat. In jüngster Zeit steigt sie in erster Linie bei Handsome Value und Pacha Mancellerie in den Sattel und hofft auf einen baldigen Volltreffer.
Ihr größter Coup war der volle Erfolg mit Episode Diamant in München-Daglfing, bei dem die MS-Diamanten-Stute über 500:10 auf Sieg zahlte. “Ich scheine ein Händchen für Außenseiter zu haben”, sagt die 25-Jährige, die inzwischen am Gestüt Schwarz im Büro arbeitet, lachend. Vielleicht lässt der Sieg mit Peterhofer nicht mehr lange auf sich warten. Mit ihm ist die “Kräuterhexe” jedenfalls hoch zufrieden: “Er hat sich vom schwierigen Pferd zum Amateurpferd gemausert. Es macht wirklich Spaß, ihn zu fahren!”
Hier ist sie mit Peterhofer zu sehen, mit dem sie bald auf die Siegerparade gehen möchte:
Egal ob ihr Anfänger seit was die Haltung von Pferden betrifft oder absolut eingefleischte Profis, es gibt jede Menge Hausmittelchen, Kniffe und Tricks rund um das Pferd. Hier die 15 besten Tipps für Pferdehalter:
Tipp 1: Wer seinem Pferd kulinarisch etwas Gutes tun möchte, der sollte ihm ab und zu Brennnesseln geben. Sie schützen vor Athrose, Allergien und wirken sich gerade bei jungen Pferden auf das Wachstum aus.
Tipp 2: Pferde sollten nicht nur gewaschen werden, wenn sie schmutzig sind. Jetzt, wo es so heiß draußen ist, tut eine Pferdewäsche auch ganz gut, sie wirkt wie eine kühle Dusche. Im Anschluss könnt ihr das Pferd dann einfach in der Sonne trocknen lassen
Tipp 3: Wer ein Fohlen transportieren möchte, sollte besondere Vorsicht walten lassen. Sicherheitsmaßnahmen sind das gemeinsame Transportieren von Fohlen und Stute. Dadurch fühlt sich das junge Pferd sicherer. Jedoch sollte die Mittelwand zur Sicherheit herausgenommen werden.
Tipp 4: Alte Hufeisen unbedingt aufheben, sollte einmal eines verloren gehen kann auf den alten Satz zurückgegriffen werden wenn Not am Mann ist
Tipp 5: Ein Pferd zu putzen dient nicht nur der Hygiene, es festigt auch die Bindung zwischen Halter und Pferd

Tipp 6: Auch Pferde können einen Sonnenbrand bekommen, bietet die heimische Weide keinen oder kaum Schatten kann das Tier mit einer speziellen Sonnencreme eingeölt werden - empfindlich sind vor allem die Nüstern
Tipp 7: Der Puls verrät uns so einiges über das Pferd, geht es ihm nicht gut oder hatte es einen Unfall als erstes sofort den Pulsschlag prüfen.
Tipp 8: Reiterhosen fallen meistens was die Größenangabe betrifft kleiner aus als andere Hosen. Deshalb ist der Kauf in einem Geschäft, in dem ihr die Reiterhose probieren könnt, empfehlenswert. Bei Bestellung aus Internet oder Katalog ist es wichtig, sich nach dem Umtauschrecht zu erkundigen.
Tipp 9: Fliegenplagen im Stall kann man am besten durch das Aufhängen von Zitronenhälften, die mit Nelken gespickt sind, vermeiden
Tipp 10: Pferde lieben Kräutertee und er tut ihnen gut

Tipp 11: Ständig frisches Wasser ist für Pferd das A und O: an heißen Tagen wie heute kann ein Pferd bis zu 70 Liter trinken
Tipp 12: Fremde Pferde zu füttern kann richtig teuer werden. Das Oberlandesgericht Karlsruhe beispielsweise hat einen Mann verdonnert, 8000 Euro Schadenersatz zu zahlen. Er hatte ein fremdes Pferd ohne zu fragen gefüttert
Tipp 13: Impfungen sind bei Pferde vor allen gegen Tetanus und Herpes empfehlenswert, Influenza-Impfungen sind kein Muss, aber durchaus ein Kann.
Tipp 14: Wer seine Pferde einspannt braucht keinen speziellen Führerschein. Er muss jedoch mit der Straßenverkehrsordnung und ihren Regeln vertraut sein, sonst kann es zum Kutscherverbot kommen
Tipp 15: Ausführliche Kleinanzeigen rund um Pferdeausrüstung und Haltung aus allen Regionen findet ihr hier bei Deine Tierwelt.

“Der Start ist frei”, ertönt es aus den vielen Lautsprechern entlang der Straubinger Rennbahn. Das Startauto klappt seine Flügel auf und rollt langsam los, dahinter reihen sich zehn edle Rennpferde mit ihren Fahrern in den Sulkys ein. Immer schneller und schneller fährt der Wagen, immer schneller und schneller werden auch die Rösser dahinter, bis das Startauto davonbraust und seine Flügel wieder einklappt: Das Rennen ist gestartet! An die Spitze setzt sich sofort Accelerando mit seinem Fahrer Franz Wolf, ein Außenseiter, auf den viele der rund 1000 Renntagsbesucher in Straubing gar nicht gewettet haben. Hi Fis Titan, heißt der Favorit - doch wo bleibt der Supertraber? Lange Zeit ist der Wallach im hinteren Drittel des Zehnerfeldes zu sehen, doch dann gibt sein Fahrer, der Münchener Trainer Hans Hellmeier, plötzlich Gas. In der Zielgerade sprintet Hi Fis Titan nach vorne und versucht, den enteilten Accelerando noch einmal einzuholen. “Accelerando oder Hi Fis Titan, Hi Fis Titan oder Accelerando, wer gewinnt dieses Rennen?” - die Stimme von Bahnkommentator Ernst Waldsperger überschlägt sich fast vor Spannung. Aber Hi Fis Titan schafft es, er holt seinen Widersache noch ein und darf zur Siegerehrung. 
Sein strahlender Besitzer Alfons Schmid freut sich mit seiner Tochter Sofie um die Wette, und auch die Wetter haben allen Grund, zufrieden zu sein: Sie gehen an die Totokassen, um sich ihre Gewinne abzuholen.
Das ganze Jahr über veranstaltet der Zucht- und Trabrennverein Straubing, übrigens der älteste Rennverein Deutschlands, Trabrennen. Ungefähr alle zwei Wochen heißt es “Start frei” für rund zehn Rennen pro Abend oder Nachmittag. Ostbayerns größter Sportveranstalter wirbt damit, Spannung und Spaß für die ganze Familie zu bieten, und das bei freiem Eintritt. Auch für Kinder ist so ein Tag auf der Trabrennbahn eine aufregende Angelegenheit. Hier kann man nicht nur den edlen Rennpferden an der Barriere oder auf der Tribüne zusehen, sondern auch mal in einen Stall gehen, mit den Pferdebesitzern plaudern und auch einmal einem Ross über die seidige Mähne streicheln. 
“Bei uns in Straubing ist der Trabrennsport zum Anfassen”, sagt Josef Schachtner, mit 29 Jahren der jüngste Vorsitzende eines Trabrennvereins in Deutschland. Das neue Team, das seit wenigen Monaten im Amt ist, hat es sich zum Ziel gesetzt, das Geschehen auf der traditionsreichen Rennbahn neu zu beleben. So sind auch für dieses Jahr noch einige Events für die ganze Familie geplant. “Unser nächster großer Renntag ist am Sonntag, 29. Juni. Ich kann jetzt schon verraten, dass dann einiges geboten sein wird”, informiert Schachtner.
Sie wollten ihn am liebsten gar nicht mehr raus reiten lassen, die 27.000 Zuschauer des 79. Deutschen Spring-Derbys - Andre Thieme aus Plau, Titelverteidiger und zum zweiten Mal Sieger im 1230 Meter langen, ungewöhnlichen Kurs in Hamburg-Klein Flottbek. Mit einer tadellosen Runde im Umlauf auf dem 13 Jahre alten niederländischen Wallach Nacorde jumpte der Mecklenburger ins Stechen, ballte die Faust und nahm sich einiges vor. Insgesamt fünf Reiter erreichten das Ziel ohne Fehler und machten damit ein Stechen erforderlich. Als Erster mußte Carsten-Otto Nagel aus Wedel mit Calle Cool in die entscheidende letzte Runde und der Schleswig-Holsteiner, der genauso hohe Sympathiewerte genießt wie Thieme, setzte mit Calle Cool in 52,59 und ohne Fehler die folgenden Mitbewerber sehr unter Druck.
"Ich hab doch Angst gekriegt, als ich Carstens Zeit sah und es war gut, dass ich mir seinen Ritt angesehen habe," räumte Thieme ein, " denn ich bin sonst nicht der Schnellste und das hat mich in Schwung gebracht." Für den Derbysieger war es ein sehr emotionaler Tag, denn Nacordes Besitzer Hans-Friedrich Biemann aus Minzow war nach langer Krankheit das erste Mal wieder mit auf Turnier-Tour. "Mein Fiete kümmert sich wie ein Pfleger um Nacorde, der ist gar nicht wie ein normaler Pferdebesitzer," so Thieme. Minutenlang lagen sich Reiter und Besitzer in den Armen. Besonders erfreut war der 33-jährige, der am 21. Juni seine Freundin Corinna heiratet, das auch Vater Michael Thieme, Dressurausbilder am Landgestüt Redefin und überhaupt die ganze Familie nach Hamburg gekommen war.
Thieme übernahm mit dem Sieg auch die Führung in der RIDERS TOUR, die ihre erste von sechs Etappen in Hamburg erlebte. Und das bei einem neuen Zuschauerrekord. Insgesamt 66.000 Besucher eroberten an vier Tagen den Derby-Park, wie Turnierchef Volker Wulff voller Stolz verkünden konnte. "Ich bin jetzt angenehm erschöpft. Wir haben Kapazitätsgrenzen erreicht." Allein am Sonntag kamen 27.000 nach Klein Flottbek, bereiteten den Dressurstars Isabell Werth (Rheinberg), Heike Kemmer (Winsen) und Kristy Oatley eine fulminantes Finale im von Miele präsentierten 48. Deutschen Dressur-Derby und zelebrierten dann nachmittags Derbyfieber am Parcours.
Pure Unterhaltung bot das Großereignis im Derby-Park. Wer keinen Tribünen- oder Stehplatz mehr ergattern konnte, machte es sich bei bestem Wetter vor der Großbildleinwand in der Ausstellung gemütlich und genoß "public viewing" und die Geräuschkulisse von 50 Metern weiter nebenan. Da gab es allerlei Unterhaltsames: Fabriana, die 14 Jahre alte Hannoveraner Stute des Briten Tim Gredley entledigte sich ihres Reiters nach der Planke hinter dem Wall und sprang dann der Einfachheit halber allein den nächsten Sprung. Latoya Life, die Stute von Tobias Bücker brachte die Zuschauer zum Lachen, als sie ganz oben auf dem Wall stehen blieb und sich erst Mal in aller Ruhe die Kulisse besah. Offenkundig zufrieden mit der Publikumsresonanz spazierte die Pferdedame dann behende vom steilen Wall herunter, als täte sie das tagtäglich.
Ein einzigartiges Derby-Finale genossen die Zuschauer am Dressurviereck. Zwei Weltmeisterinnen tauschten mit Australiens Olympia-Kandidatin Kristy Oatley die Pferde und offenbarten Eleganz und Professionalität. Doppel-Wetlmeisterin Isabell Werth heimste die höchsten Noten ein und brachte Equipe-Kollegin Heike Kemmer zum Strahlen, die sich schon freitags darauf gefreut hatte, was "Isabell noch aus Rubi rauskitzelt". Rubi ist Rubin Royal und der vierbeinige Derbysieger, denn der schicke Fuchs bestach unter allen drei Reiterinnen durch seine Rittigkeit und Charme. In der Siegerehrung auf dem großen Hauptplatz machten die drei Damen den Springreitern dann Konkurrenz und starteten zu einem fulminanten Galoppfinsh Richtung Ausritt.
Pferdebesitzer, die mit ihrer Stute züchten möchten, haben die Auswahlmöglichkeit zwischen drei Arten des Bedeckens: Der künstlichen Besamung, dem Decken an der Hand und dem Natursprung. Bei der künstlichen Besamung fällt die Verletzungsgefahr, die beim Decken an der Handund beim Natursprung besteht, weg. Dafür ist der Natursprung, wie der Name schon sagt, der natürliche Weg der Fortpflanzung beim Pferd.
Voraussetzung dafür ist in jedem Fall, dass die Stute rossig ist. Das ist alle drei Wochen der Fall. Mindestens sollte die Stute für eine Bedeckung auf alle Fälle drei Jahre alt sein - vorher wäre es zu früh.
Beim Natursprung kommt der Hengst zusammen mit der rossigen Stute auf eine Weide. Beim Decken an der Hand werden hingegen sowohl Stute und Hengst fixiert, der Stute werden oft sogar die Beine zusammen gebunden, damit sie nicht ausschlägt - diese Methode ist daher sehr umstritten und führt nur in rund einer Hälfte der Fälle zur Trächtigkeit, belegen Studien. Anders beim Natursprung. Hier nehmen die Stuten zu 95 Prozent auf, werden also trächtig.
Zunächst einmal dürfen sich Stute und Hengst dabei in aller Ruhe kennen lernen und beschnuppern:
Hier zeigt sich auch, ob die Stute paarungsbereit ist. Ist sie es nicht, schlägt sie aus oder beisst den Hengst weg. Was bei dieser Stute nicht der Fall ist. Sie lässt zu, dass der Hengst - er heißt Arc de Triomphe - sie bespringt:
Der Hengst springt schließlich auf die Stute, und so kommt es zum Deckakt. Der dauert übrigens nur sehr kurze Zeit, bevor die beiden wieder voneinander lassen:
Wird die Stute trächtig, dann ist das Fohlen ein wahres Kind der Liebe. Die Spannung bei diesem Pärchen hier ist jedenfalls groß - wird Arc de Triomph, ein sehr erfolgreicher Traberhengst, der in seiner Karriere fast 100.000 Euro verdient hat, bald Papa mit dieser hübschen Stute?
Tennis-As Anke Huber ist vom Erfolg verwöhnt. Auch Ex-Starfußballer Mario Basler, kennt die Höhenflüge im Sport. Und Spielermanager Roger Wittmann, der zum Beispiel Top-Stars wie Kevin Kuranyi unter Vertrag hat, sowieso. Und dennoch hat alle drei ein sportliches Ereignis am 25. April dieses Jahres völlig aus dem Häuschen gebracht: Ihr Pferd, der italienische Traber Igor Font, ist in Mailand Weltrekord gelaufen und hat gleichzeitig das weltberühmte Rennen “Gran Premio d’Europa” gewonnen. Der Stall “Catch Glory” - so nennen sich die drei Pferdebesitzer im Verbund - hat damit weltweit Geschichte geschrieben. die Bildzeitung titelte gar, ihr Pferd sei nun 10 Millionen Euro wert, errechnet an den Deckpreisen, die der vierjährige Hengst die kommenden Jahre erzielen könnte.
Hier seht Ihr Igor Font bei seinem Sieg in Mailand:
In der Tat ist dieser Igor Font ein ganz besonderes Rennpferd. “Er hat ein unglaubliches Phlegma, strahlt total viel Ruhe aus. Er hat einen klasse Lauf, der seine enorme Schnelligkeit ausmacht. Er ist stets einsatzbereit und außerdem kerngesund”, schwärmt Stallmanager Alfred Winzig in den höchsten Tönen von dem neuen vierbeinigen Top-Star. Bei ihm auf der Ranch, im niederbayerischen Reifberg zwischen Dingolfing und Straubing, auf einem sanften Hügel über grünen Feldern und idyllischen Wäldern, ist Igor Font zu dem geworden, was er jetzt ist. Das Erfolgsgeheimnis verrät Roger Wittmann: “Unsere Pferde dürfen das tun, was sie tun wollen - und das ist laufen!” Viel Bewegung im Karussell und ganz langsam bergauf und bergab auf den bestens präparierten Feldwegen steht für die kostbaren Vierbeiner des Stalles Catch Glory, darunter viele italienische und französische Pferde, täglich auf dem Programm. Dazu gibt’s fünfmal am Tag allerfeinstes Futter - und viel Liebe, Geduld und Pflege.
Hier ist Igor Font auf dem Weg zur Siegerehrung zu sehen:
In der Normandie, wohin Igor Font nach seinem Monate langen Aufbautraining in Niederbayern zum französischen Erfolgstrainer Fabrice Souloy wechselte, steht dem feurigen Italiener gar ein eigener Masseur zur Verfügung. Der schnelle Erfolg unter allen Umständen und um jeden Preis, das ist es nicht, was Mario Basler, Roger Wittmann und Anke Huber wollen. Und die Resultate, die ihre erfolgreichen Rennpferde erzielen, geben dem Trio recht: Arc de Triomphe kam als junges Pferd stocklahm in den Stall. Inzwischen hat er 100.000 Euro eingetrabt und macht seine ersten Natursprünge als Deckhengst. Early Maker ging nur Galopp. Inzwischen hat der Hengst auf der ganzen Welt gesiegt. Und auch Igor Font wurde schonend, mit viel Geduld und Spucke, auf seinen Großeinsatz in Mailand vorbereitet. Viel Konditionstraining stand auf dem Programm, stets überwacht durch einen Pulsmesser - kein Aufwand ist dem Stall “Catch Glory” zu groß für das Wohlbefinden seiner Pferde.
Und diese danken es ihren Besitzern. Igor Font, der als Jährling auf einer Auktion in Mailand für 49.000 Euro erstanden wurde, wuchsen auf der berühmten Rennbahn San Siro buchstäblich Flügel. Im Einlauf wurde der Hengst von seinem Fahrer, dem Franzosen Jean-Michel Bazire, herausgenommen und ging grußlos an seinen Konkurrenten vorbei. Dabei trommelte der vierjährige Braune die Sensationszeit von 1,12:0 auf die Mailänder Piste - Weltrekord für Vierjährige auf der 1000-Meter-Bahn! Zum Vergleich: Schneller als 60 km/h war der Vierbeiner bei seinem Sieg im “Gran Premio” unterwegs. Und noch ein Vergleich: Der bisherige Rekord, der immerhin neun Jahre hielt, lag bei 1.13,2 und wurde von dem Pferd Zucchero OM gehalten.
Die drei Sportstars sind nach diesem großen Triumph voller Enthusiasmus. Ihr Igor Font ist zurück in die Normandie gereist, für ihn stehen heuer noch Rennen in Schweden und Italien auf dem Programm - allerdings alles ganz piano, um den neuen Star am Traberhimmel zu schonen. Dazwischen gibt’s ganz viel Wellness für den Weltrekordler, der später einmal in die Zucht gehen soll. Denn Roger Wittmann weiß eines ganz genau: “Wir haben es mit Igor Font an die internationale Weltspitze geschafft. Nun kommt das Schwerere: Jetzt müssen wir dort auch bleiben!”
Hier seht Ihr Roger Wittmann und die berühmte Tennisspielerin Anke Huber mit Early Maker, ebenfalls ein vierbeiniger Superstar:
Noch ein paar Daten und Fakten zu Igor Font:
Vater: Andover Hall
Mutter: Cologne Kosmos
Gezüchtet in: Italien
Geboren: 2005
Gekauft: für 49.000 Euro auf der Mailänder Auktion 2006
Trainer: Fabrice Souloy, Frankreich
Besitzer: Stall Catch Glory, Deutschland
Wer noch mehr über den Stall Catch Glory wissen möchte: www.catch-glory.de!
Es ist einfach herrlich für Pferde: Frisches, grünes Gras, genügend Auslauf - der tägliche Koppelgang ist Vergnügen pur. Ab auf die Sommerkoppel, heißt es für Huftiere momentan. Wir geben ein paar Tipps, wie so eine Sommerkoppel aussehen könnte.
1. Wenn man eine Sommerkoppel ansäht, dann kann man eine spezielle Grasmischung speziell für Pferde verwenden, die es im Fachhandel gibt. Leckeres Futter für die Vierbeiner wird dadurch garantiert, und man kann sich sicher sein, dass bekömmliches Gras angeboten werden kann.
2. Dieses kann man sehr gut mit einem Schneckenkornstreuer (natürlich ohne Schneckenkorn!!) ausbringen. Oder man leiht vom Bauern eine Saatmaschine.
3. War die Koppel eine Winterkoppel und weist viele Trittstellen auf, dann sollten diese zunächst einmal begradigt werden.
4. Wenn an vielen Stellen braune Erde statt grünes Gras regiert, sollte man nachsäen. Dazu eignet sich eine Nachsaatmaschine - frag doch mal den Landwirt um die Ecke, der hat so etwas bestimmt und leiht es sicher gerne her!
5. Klee sollte man auf keinen Fall auf die Sommerkoppel pflanzen. Dieser ist schlecht für Pferde, er bläht und kann zu Koliken führen.
6. Toll sind allerdings frische Kräuter - diese sind gesund und schmecken!
Wenn man diese wenigen Punkte beherzigt, dann steht dem Koppelvergnügen an warmen Sonnentagen nichts mehr im Wege - gönne Deinem Pferd wunderschöne, erholsame Tage auf der Sommerkoppel, am besten mit vierhufigen Freunden!
Er war lange weg von der Rennbahn. Jetzt ist er wieder da - und er hat ehrgeizige Ziele im Gepäck. Jens Rosenberg, gebürtiger Hamburger und vorher in Bahrenfeld als Amateurfahrer unterwegs, ist nun - der Liebe wegen - nach Bayern gezogen. In seiner neuen Heimat hat er erstmal die Favoriten gehörig geschockt. Mit seiner Neuerwerbung Beppo hat er dreimal hintereinander als Außenseiter gewonnen - erst in Straubing, dann zweimal in München-Daglfing in erlesener Gesellschaft. Beim vierten Sieg endlich haben die Wetter dem Bayern-Neuling das Vertrauen geschenkt - in Straubing war er dann schließlich Favorit und konnte die Erwartungen voll und ganz erfüllen.
Das muss Beppo auch, denn Jens Rosenberg, der nun in Neufahrn bei München mit seiner Lebensgefährtin Sybille Huber lebt, hat eine Menge vor mit dem fünfjährigen Hengst. “Erst hat mich jeder ausgelacht, als ich mir Beppo gekauft habe. Außer Andreas Schwarz hat keiner an das Pferd geglaubt. Jetzt schauen sie alle, wie gut der geht”, freut sich der Amateurfahrer. Nachdem Beppo unter Obhut seines Züchters Franz Giggenbach nur mit mäßigem Erfolg unterwegs war - meistens wurde er disqualifiziert -, entwickelte er sich bei Jens Rosenberg zum Seriensieger. Wie war das möglich? “Ich habe den Beschlag umgestellt und das Training dem Pferd angepasst. Dazu gibt’s noch eine Menge Wellness für Beppo”, plaudert der 42-jährige Kraftfahrer aus dem Nähkästchen. Bereits vor 15 Jahren habe er die Magnetdecke eingeführt. Auch damals sei er allgemein belächelt worden - “heute nutzt sie jeder!”
Seit eineinhalb Jahrzehnten besitzt Rosenberg die Amateurfahrerlizenz, die Anzahl seiner Siege ist überschaubar, da zu Hamburger Zeiten meist Heiner Christiansen in den Sulky seiner Pferde stieg. Mit Beppo könnte sich dies jetzt ändern, denn der Wahl-Bayer hält große Stücke auf den Drewgi-Sohn. So hat er zum Beispiel den Shooting-Star-Cup während des Derby-Meetings in Berlin im Visier, anschließend möchte er sich auf internationales Parkett begeben. 
Vor allem die Problempferde sind es, die den Pferdemann reizen: “Ich bin immer auf der Suche nach verkannten Talenten und möchte mein Lot noch vergrößern!” In seinem Stall steht derzeit auch die große Hoffnung von Jens Rosenberg und seiner Lebensgefährtin Sybille Huber, Jährlingshengst Like a Porsche. Mit dem Likable River-Sohn hat der 42-Jährige noch größere Pläne als mit Beppo: “Mit ihm möchte ich das Derby gewinnen. Wir haben große Hoffnungen!”
Mit Problempferden hat der Hamburger viel Erfahrung. Whitney Diamond und Fred come to Bed sind zwei der Traber, die unter der Obhut von Jens Rosenberg aufblühten. Von seinem früheren 28 Pferden hat sich der Amateurfahrer allerdings trennen müssen. Denn eine harte Zeit liegt hinter ihm: “Nach einem Unfall, der allerdings nichts mit Pferden zu tun hatte, war ich vor vier Jahren querschnittsgelähmt. Das war eine schlimme Zeit - aber ich hatte den Willen weiterzuleben!” Inzwischen ist die Verletzung am Rücken geheilt, und Jens Rosenberg ist wieder voll bewegungsfähig und so fit, dass er auch wieder in den Sulky steigen kann. Das tut er mit Begeisterung und Freude - vor allem, wenn es so gut läuft wie mit Beppo, der sich vom absoluten Geheimtipp und No-Name zum Seriensieger entwickelt hat.
Er war der absolute Publikumsliebling in Straubing. Dreimal hintereinander war er “Pferd des Jahres”. Er war “Herbstchampion”, er wurde zum “Winterchampion” von den Zuschauern gewählt, er war stets vorn dabei im Rennen, immer einsatzbereit, immer willig, sein Bestes zu geben. Nun geht Aurelio Diamant, der einstige Straubinger Superstar, in Rente. “Seine Karriere ist beendet - nun darf er sich bei uns zu Hause ein schönes Leben machen”, erzählt sein Besitzer Rudi Wroblewski, der selbst so viele feine Erfolge mit seinem Pferd gefeiert hat.
Zu Hause - das ist in Asbach bei Laberweinting im Landkreis Straubing-Bogen. Dort lebt die Familie Wroblewski und trainiert mit viel Liebe, Geduld und Engagement ihre Vierbeiner. Doppio Diamant, so heißt das aktuelle Startpferd der “trabernärrischen” Wroblewskis, und auch er kehrt selten ohne Geld in den Stall zurück. Und dann wartet da noch ein dreijähriges Nachwuchspferd auf seine ersten Starts in Straubing und darauf, vielleicht in die Fußstapfen des großen Aurelios zu treten.
So leicht wird das aber nicht werden. Denn in der Geschichte Straubings ist es absolut einzigartig, dass ein Traber dreimal hintereinander “Pferd des Jahres” geworden ist, also drei Jahre jeweils die meisten Siege heimgelaufen ist. Für Aurelio Diamant war das ein Kinderspiel. War “Aurelio” im Rennen, so durfte kein Wettschein ohne den dunkelbraunen Prakas-Sohn aus der Bee Mine Hannover abgegeben werden. 64 Mal ging er in seiner beispiellosen Karriere auf die Siegerparade, 81 Mal war er platziert, und das bei 154 Starts - das bedeutet, dass der Wallach fast immer gepunktet hat. Viele Siege feierte er mit Wroblewski selbst oder aber mit seinem früheren Trainer Uli Wieland, der inzwischen auf Mallorca tätig ist.
Hier ist Aurelio mit Uli Wieland zu sehen:
Zum Schluss wechselte der Supertraber sogar noch die Disziplin und wurde zum Sattelkönig. Mit Daniela Fellner war das dreifache “Pferd des Jahres” erfolgreich in Trabreiten unterwegs und holte den ein oder anderen Sieg und feine Platzierungen. Und immer, wenn die Zuschauer meinten, der Aurelio kann nicht mehr, der ist zu alt, der ist in einer zu hohen Klasse, dann belehrte er sie eines Besseren und war wieder ganz, ganz vorn dabei - so wie bei seinen letzten zwei Straubing-Engagements, bei denen er jeweils Zweiter war, sowohl vor dem Sulky als auch unterm Sattel. Er tritt also in allen Ehren ab - die Zuschauer werden ihren Liebling in bester Erinnerung behalten können!
Eines hat er nie gemocht, der große Prakas-Sohn: Den Sommer. Dann hat sich Aurelio Diamant stets in eine längere Ruhepause verabschiedet. Denn Aurelio hasst Fliegen und kommt mit der Hitze nicht zurecht. Im Herbst war er dann wieder da - stark wie eh und je. Er siegte auf harter Bahn, er siegte auf weichem Boden, er siegte auf Schnee - Aurelio Diamant war ganz einfach der König der Straubinger Rennbahn
Hier wird Aurelio geehrt:
Dabei hat das Pferd eine ganz bemerkenswerte Geschichte. Die Karriere des Wallachs schien bereits zu Ende, ehe sie so richtig begonnen hatte - bis sein jetziger Besitzer Rudi Wrowlewski ihn vom Gestüt MS Diamanten, wo Aurelio Diamant geboren und aufgewachsen ist, erwarb. Mit viel Geduld, Liebe und einer Menge Wissen bereitete Rudi Wroblewski ihn vor und machte ihn zum Traberstar: Ein Pferd, dessen Schicksal eigentlich schon besiegelt war - es sollte geschlachtet werden.
Der inzwischen Dreizehnjährige hat Straubinger Trabergeschichte geschrieben: Dreimal hintereinander holte er den Titel „Pferd des Jahres". Das hat vor ihm keiner geschafft. Im Jahr 2004 wäre er fast zum vierten Mal in Folge Champion geworden, doch da „Aurelio" relativ spät in Form kam, reichten die Siege nicht mehr ganz. „Macht nichts", sagten seine Besitzer Gerlinde und Rudi Wroblewski damals mit bescheidenem Stolz: „Dreimal hintereinander Pferd des Jahres, das macht ihm so schnell keiner nach."
Und damit hat das Ehepaar aus dem Labertal recht. Sie haben gewusst, dass sie mit dem Sohn des Erfolgshengstes Prakas ein Pferd im heimischen Stall haben, das an Zuverlässigkeit kaum zu übertreffen war. Fast 55.000 Euro hat Aurelio in seiner Karriere verdient. Und das bei ausnahmslos lauter Starts in kleineren, niedrig dotierten Rennen - eine Spitzenleistung! Schon allein deshalb darf der Wallach für immer in Asbach bleiben. Er wird bis ans Lebensende von den Wroblewskis gehegt und gepflegt werden, und um fit zu bleiben, wird er natürlich auch regelmäßig geritten. „Vielleicht“, so lacht Rudi Wroblewski verschmitzt, „findet sich ja noch ein Mädel, das regelmäßig mit ihm ausreiten möchte und ihn ganz besonders betütelt. Das hat der Aurelio wirklich verdient!“
Traberstute Bifora bekommt plötzlich Löckchen. Ganz langes, dichtes Haar hat sie, das Winterfell will dieses Jahr gar nicht ausfallen. Ihre Besitzerin wird stutzig - irgendwas stimmt doch nicht mit ihrem Liebling! Ein Tierarzt kommt und findet nichts. Ein zweiter wird zu Rate gezogen, und der stellt die Diagnose: Bifi leidet unter dem Equinen Cushing-Syndrom!
Heilbar ist das nicht, aber behandelbar, weiß der Experte. Er stellt die Besitzer vor die Wahl - entweder, sie lassen Bifora einschläfern. Oder sie kaufen teuere Medikamente, so lange das Pferd lebt. Für die Besitzerin keine Frage - sie will, dass "Bifi" lebt! Also wird die Stute behandelt. Und bald geht es ihr wieder recht gut, wie man hier sieht:

Was ist das Equine Cushing-Syndrom genau? Es handelt sich dabei um eine Hormonstörung, ausgelöst durch eine Überfunktion der Nebennierenrinde. Übrigens können auch Menschen und Hunde dieses Cushing-Syndrom bekommen!
Was sind die Anzeichen? Zunächst einmal, wie schon erwähnt, das besonders dichte und lange Fell beim Pferd, das sogar in Löckchenbildung münden kann. Die Pferde haben zudem oft übermäßigen Durst und müssen ständig Wasser lassen. Häufig gehen Durchfall und Infekte einher, auch Hufprobleme sind typisch. Die Pferde werden lethargisch und apathisch.
Was tun, wenn man den Verdacht hat, sein Pferd habe das Cushing-Syndrom? Unbedingt muss der Tierarzt zu Rate gezogen werden. Er führt den so genannten Dexamethason-Suppressionstest durch und kann so die Ursache der Symptome feststellen. Handelt es sich tatsächlich um das Equine Cushing-Syndrom, muss sofort mit der Behandlung begonnen werden. Je eher das ECS fest gestellt wird, desto schneller zeigt sich der Behandlungserfolg, es darf also keine Zeit verloren werden. Behandelt wird mit Pergolid oder Trilostan. Beides schlägt meist so gut an, dass das Pferd noch ein langes, beschwerdefreies Leben vor sich hat.
Hier die behandlete Bifora mit ihren Freunden beim Toben - ihr geht es wieder gut:

Übrigens: Auch die Homöopathie kann unterstüztend dazu beitragen, dass sich an ECS erkrankte Pferde bald wieder wohl in ihrer Haut fühlen!
Er hat in seinem Leben große Triumphe gefeiert. Er hat in Wien gewonnen, in Paris und in Westdeutschland. Fast 400 000 Euro stehen auf dem Konto von Oak General, der im niederbayerischen Wallersdorf lebt und dort von Manfred Schub trainiert wird. Inzwischen ist der Hengst zehn Jahre alt. Und von Müdigkeit ist bei „Oak“ überhaupt nichts zu spüren. Gerade eben hat er eine zweite Karriere gestartet: Sattel statt Sulky heißt es nun bei einigen Engagements des Spitzentrabers.
Es war eine sehenswerte Vorstellung, die Oak General am 6. April auf der Trabrennbahn in München-Daglfing ablieferte. Mit 50 Metern Zulage startete er in einem Trabreiten, zum ersten Mal in seinem Leben unterm Sattel, und lief dabei seinen Konkurrenten (im Feld immerhin so namhafte Satteltraber wie Handsome Value) auf und davon. Bei der Zeit von 17,7 blieben die Uhren beim triumphalen Sieg des Dunkelbraunen stehen, und Reiter Franz Forstner sagte später zu Oak Generals Trainer Manfred Schub, er hätte problemlos auch eine 16er Zeit reiten können, wenn es denn nötig gewesen wäre.
Es war aber nicht nötig, mit rund acht Längen siegte „Oak“ nach Belieben und bewies somit, dass das Vorhaben seines Trainers aufgangen ist, ihn auch unterm Sattel erfolgreich zu starten.
Auf diese Idee kam Manfred Schub selbst. Und zwar nicht, weil Oak General vor dem Sulky nicht mehr erfolgreich gewesen wäre - ganz im Gegenteil, der inzwischen Zehnjährige sammelte im verganenen Jahr in Italien immerhin Preisgelder von rund 30 000 Euro ein. Sein Trainer und Mitbesitzer wollte ihn einfach zusätzlich motivieren.
Das sind Manfred Schub und Oak General:
„Da Oak General ein Rennpferd durch und durch ist und absolute Klasse hat, wusste ich, dass er auch unterm Sattel geht“, war Schub von Anfang an optimistisch. Die ersten Arbeiten auf der Straubinger Trabrennbahn mit Trabreit-Könner Franz Forstner gaben ihm auch allen Grund, so positiv zu denken, denn der nicht leicht händelbare Wallach war nicht nur brav, sondern zeigte auch Talent. Soviel Talent, dass Manfred Schub und Mitbesitzer Andreas Zisler große Pläne haben: „Im Juni wollen wir in einem Trabreiten in Paris starten - mit Franz Forstner im Sattel!“
Dazwischen stehen aber noch einige andere Engagements auf dem Plan, unter anderem in Gelsenkirchen und in Pfarrkirchen. Und zwar vor dem Sulky, denn ein reiner Satteltraber soll Oak General trotzdem nicht werden. Das sieht Schub nur als Zubrot, als Spaß für zwischendurch. Wenn Oak General einmal nicht mehr fit sein sollte oder keine Freude mehr am Laufen hat, dann wäre seine Karriere sofort beendet, weiß der Wallersdorfer Trainer: „Dass er dann nur noch in Trabreiten herumkrebst und hin und wieder vielleicht eines gewinnt, das hat er nicht verdient. Da hören wir lieber rechtzeitig auf!“
Bleiben wird Oak General auch dann für immer in Schubs Stall in Wallersdorf: „Dann darf er jeden Tag auf die Koppel. Hergeben würde ich ihn nie!“ Zuviel Freude, zuviele schöne Erlebnisse hat der Traberstar seinen stolzen Besitzern bereitet. Große Erfolge waren unter anderem zwei Siege im Hunyady in Wien, der Finalsieg im Kommerzienrat-Kraus-Rennen in München, das gewonnene Finale des Fünf- und Sechsjährigenzirkels in Dinslaken sowie zwei Siege in Paris, dem absoluten El Dorado des Trabrennsports, wo das Gewinnen bekanntlich nicht einfach ist. Hier ist Oak General nach seinem Triumph im Kommerzienrat-Kraus-Rennen zu sehen:
„Oak General hat in seiner Karriere soviel verdient, dass das, was jetzt kommt, nur noch Spaß ist. Und Spaß macht er uns immer noch. Es ist toll, so ein Pferd zu haben, das in seiner Karriere über Jahre hinweg so konstant gute Leistungen bringt“, freut sich Manfred Schub. Dabei hätte er ihn damals, vor neun Jahren, als er ihn auf dem Gestüt von Dr. Friedrich Hammer zum ersten Mal sah und der muskulöse Jährling noch Albany hieß, fast nicht gekauft. „Obwohl er sehr günstig war!“
Aber die Mitbesitzer drängten ihn, und so kam der kräftige Dunkle nach Niederbayern. Dort erwies er sich als Pferd mit Charakter, das aber durchaus auch seine Marotten hat. Noch heute wird Oak General mit Schlagriemen gefahren, und noch heute braucht der vierbeinige Star nicht nur eine Koppel, sondern zwei - eine als „Sicherheitsabstand“ zu den restlichen Schub-Pferden, da er keine anderen Vierbeiner in seiner Nähe duldet.
Gespannt sind Schub und Zisler nicht nur, wie sich die Sattelkarriere ihres Top-Trabers entwickelt, sondern auch auf seine ersten Nachkommen. Denn in Kürze kommen zwei Fohlen nach Oak General zur Welt, bedeckt wurden die Stuten Tartara Kievitshof und Cremona Way. Und auch heuer wurden wieder zwei Stuten von ihm gedeckt. Nun hoffen die Besitzer des Ausnahmetalents, dass die Nachkommen ganz nach ihrem berühmten Vater kommen, der auch mit zehn Jahren noch alles gibt, und das mit Freude.
Der Frühling lässt zwar noch auf sich warten, und das Aprilwetter tobt sich immer noch fleißig aus, dennoch wird's allmählich wärmer - was sich auch auf das Haarkleid unserer Tiere auswirkt. Gerade Pferde verlieren bei den momentanen Plus-Temperaturen und dem verhaltenen Sonnenschein ihr Winterfell büschelweise. Deshalb ist gründliche Fellpflege wichtig, so dass der Haarwechsel möglichst schnell vonstatten gehen soll.
Hier seht Ihr ein Pferd mit dickem Winterfell:
Der Haarwechsel geht übrigens zweimal im Jahr über die Bühne - im Frühjahr, so wie jetzt, und im Herbst. Im Frühjahr verliert das Pferd das längere, dichtere Winterfell. Gewechselt wird übrigens weitgehend auch das Mähnenhaar, nicht aber das Schweifhaar. Während des Haarwechsels hat das Pferd übrigens weniger Energie zur Verfügung, es steht nicht in voller Kraft. Vor allem bei Sport- und Rennpferden ist es daher wichtig, zu wissen, wann dieser Haarwechsel stattfindet, um das Pferd in dieser Zeit zu schonen.
Übrigens kann man ein Pferd durchaus beim Haarwechsel unterstützen, und zwar durch die Fütterung. Denn Stoffwechsel und Immunsystem laufen in dieser Zeit auf Hochtouren, und das kostet Kraft. Die fehlende Energie kann man jedoch durch Futter ausgleichen. So wirkt es Wunder, wenn man dem Pferd kaltgepresste Öle ins Futter gibt. Empfohlen werden von Fachleuten zum Beispiel Schwarzkümmelöl oder Leinöl. Auch Nachtkerzenöl eignet sich sehr gut. Mineralstoffergänzungsmittel sollte man jedoch nicht zufüttern. Besser: Dem Pferd hin und wieder etwas Löwenzahn geben, dieser bietet wertvolle Vitamine, die beim Haarwechsel unterstützend wirken.
Wichtig ist in dieser Zeit natürlich auch ausgiebiges Bürsten, um das abgestorbene Haar gründlich zu entfernen und dem Sommerfell die Gelegenheit zum Wachsen zu geben:
Am besten verwendet man zum Ausbürsten etwas härtere Bürsten. Sehr gut geeignet, um die Büschel zu entfernen, ist ein spezieller Striegel aus Eisen, der das Pferd gleichzeitig schonend und sanft massiert. So sieht er aus:
Dieses praktische Teil ist für wenige Euro zu haben und hilft sehr gut, das Winterfell zu entfernen. Schau doch gleich mal in unseren Kleinanzeigen!
Durch Eure richtige Fütterung und Pflege habt Ihr denn Haarwechsel bei Eurem Pferd bestimmt bald überstanden - und könnt mit voller Kraft und glänzendem Sommerfell in die schönste Jahreszeit des Jahres starten!
Vom Rennen fahren solle sie lieber die Finger lassen, so sagte einst Richard Denk zu seiner Tochter. Denn dazu habe sie viel zu schwache Nerven. Der renommierte, vor zwei Jahren verstorbene Trabertrainer sollte zumindest in diesem Punkt nicht Recht bekommen. Denn aus seiner Tochter, der Münchenerin Birgitt Denk, ist eine überaus erfolgreiche Amazone geworden, die in ihrer bislang 15 Jahre dauernden Rennkarriere an die 250 Siege eingefahren hat und beim Amateurfahren stets die Pferde von Trainer Sepp Sparber vorstellt.
Das Pferd Kontor war es, das den Ausschlag gab, entgegen der väterlichen Ratschläge die Amateurprüfung doch zu machen. “Ich hatte den Wallach mit zwei Kollegen gekauft, und gleich im ersten Jahr hat Kontor rund 13.000 Mark verdient”, erzählt die Schadenssachbearbeiterin bei einer Versicherung. “Und da haben mich die Kollegen überredet, doch selber in den Sulky zu steigen und unser Pferd zu fahren. Und so habe ich mich letztendlich doch dazu entschlossen, Amazone zu werden!” 1993 war das. Birgitt Denk legte erfolgreich ihre Prüfung ab, und siehe da, die schwachen Nerven, die sie sonst so oft an den Tag legte, wenn sie ihrem Vater beim Rennen fahren zusah, ließen sie in ihrer eigenen Karriere nicht im Stich. “Natürlich ist man vorher etwas angespannt, man will schließlich alles richtig machen. Aber wenn man dann in den Sulky steigt und zur Parade fährt, ist die Nervosität wie weggeblasen”, erzählt die erfolgreiche Amazone. So dauerte es auch überhaupt nicht lange, bis sie zum ersten Mal auf die Siegerparade gehen konnte.
Schon bei ihrer zweiten Fahrt gewann sie mit dem familieneigenen Pferd Teutone in Mühldorf, der bis dato noch ohne vollen Erfolg war. Und legte gleich am selben Renntag noch einmal nach und feierte Sieg Numero zwei. “Mein Vater hatte fast ein wenig Angst, dass ich dadurch abheben könnte”, erzählt Birgitt Denk lachend, schränkt aber ein, die Gefahr bestehe keineswegs: “Wer 15 Jahre Rennen fährt wie ich, der erlebt die Höhen und Tiefen des Sports, der weiß, dass Sieg und Niederlage nah beieinander liegen. Mal macht man alles richtig, und mal wird man mit dem Top-Favoriten eben nur Zweiter, weil man innerhalb von Sekundenbruchteilen eine falsche Entscheidung getroffen hat. Das ist einfach menschlich!”
Zunächst durfte sie die familieneigenen Pferde steuern, bald war sie auch für Trainer Werner Berg im Einsatz, bevor sie bei Sepp Sparber landete, für den die 44-Jährige nach wie vor regelmäßig im Sulky sitzt. “Es ist toll, dass ich seine Erfolgspferde alle fahren darf, zum Beispiel Las Casas Venus”, freut sie sich, fügt aber hinzu, dass es durchaus auch eine große Verantwortung bedeute, derartige Cracks zu steuern, die meist Totofavorit sind. “Man muss mit einem Favoriten auch erst einmal gewinnen, und schafft man’s einmal nicht, dann gibt es schon manchmal negative Kommentare von den Rennbahnern. Man muss jedes Mal sein Allerbestes geben!” Am liebsten steuert sie die Sparber-Schützlinge, mit denen sie schon feine Erfolge gefeiert hat, und natürlich die eigenen Pferde. Ihr früheres Lieblingspferd, der eisenharte Colby Lobell, ist inzwischen in Rente, und auch der familieneigene Sherwood bekommt sein Gnadenbrot und wird nur noch regelmäßig von Birgitt Denk daheim geritten. An seine Stelle ist Attention Victory getreten, der Denks Herz erobert hat.
Besonders gern denkt die Münchener Amazone aber an eine Stute zurück, die sie gepachtet hatte: Miss Arnie heißt das absolute Lieblingspferd von Birgitt Denk, das sie heute noch gerne besucht. “Wir zwei waren ein Dream-Team. Ich habe sie immer ohne Peitsche gefahren, und sie hat es mir gedankt. Wir haben zusammen mehr als 50.000 DM gewonnen und waren unter anderem Dritte im Kommerzienrat-Krauß-Rennen. Noch heute schaue ich gerne die Rennen mit ihr an”, schwärmt die Amazone. Aber das war nicht der einzige Erfolg auf gehobenem Niveau. Mit Vincenti wurde sie im Finale des Kommerzienrat-Krauß-Rennens Zweite, mit Sherwood gewann sie den Vorlauf und außerdem einen Vorlauf der Deutschen Amateurmeisterschaft. Ansonsten gehen viele Erfolge im Alltagssport auf das Konto der Pferdebegeisterten, die schon als Kind ständig im Stall und auf der Rennbahn anzutreffen ist und auch sonst ihre Freizeit am liebsten mit den Vierbeinern verbringt. Ihr Lebensgefährte Dieter Kruse, mit dem sie seit 20 Jahren liiert ist, teilt diese Leidenschaft, auch er ist Pferde-Experte, und so richten sich beispielsweise auch die Urlaubsfahrten nach dem Renntermin-Kalender.
Nach ihrer krankheitsbedingten halbjährlichen Pause im vergangenen Jahr ist sie wieder voll da und wieder regelmäßig für Sepp Sparber im Einsatz, und zwar meistens sehr erfolgreich. Ein kleiner Traum bleibt aber noch: Einmal im Leben möchte Birgitt Denk in Paris-Vincennes ein Rennen fahren. “Das wäre schon eine tolle Sache”, weiß die Amazone und hofft, dass es vielleicht irgendwann einmal klappt. Papa Richard Denk wäre jedenfalls mächtig stolz auf seine Tochter, aus der wider seiner Erwartungen eine überaus erfolgreiche, viel gefragte Amateurfahrerin geworden ist.
Für 35.000 Euro hätte Alfons Schmid sein Rennpferd Hi Fis Titan kürzlich nach Schweden verkaufen können. Ohne mit der Wimper zu zucken, hat der Besitzer und Amateurfahrer aus der Oberpfalz nein gesagt. Denn er ist sich sicher, einen absoluten Ausnahmetraber im Stall zu haben: “Wir wollen selber Freude an unserem Pferd haben. Außerdem gehört er zur Familie, er ist wie unser Kind”, sagt der stolze Besitzer. Seit der “kleine Titan” ein Jahr alt ist, lebt er bei den Schmids in der Nähe von Parsberg. Diese haben dem wenig geprüften, heuer noch ungeschlagenen Fünjährigen vor allem eins zugestanden: Ganz viel Zeit. “Der Züchter Leo Beckmann hat uns dazu geraten, ebenso wie unser Trainer Hans Hellmeier. Hi Fis Titans ältere Geschwister haben ebenfalls schon früh sehr viel Talent an den Tag gelegt. Allerdings wollten deren Besitzer zu schnell zu viel, das wurde ihnen zum Verhängnis”, erzählt Alfons Schmid. Genau das sollte seinem Crack nicht passieren, denn schon beim Einbrechen, Anfang Zweijährig, ließ der Braune erahnen, dass aus ihm ein feines Pferd werden sollte.
Aber ganz von vorne. Eigentlich kamen die Schmids zu ihrem “Titan” wie die Jungfrau zum Kinde. Denn bei der Derby-Auktion vor vier Jahren erstanden sie erst einmal eine kleine Jährlingsstute, ebenfalls Nachkomme von Deckhengst Titan Way. “Als sie aus dem Transporter stieg, habe ich schon bemerkt, dass etwas an einem Hinterbein nicht stimmt. Ich habe sie deshalb eingetauscht, noch etwas draufgelegt und habe Hi Fis Titan dafür bekommen, ebenfalls ein Jährling.” Der Deal wurde am Telefon perfekt gemacht, als Alfons Schmid auf dem Gestüt von Josef Weitkamp den einjährigen Hengst zum ersten Mal sah, hätte er ihn fast wieder rückgängig gemacht. “Ich habe in die Box geschaut und ihn erstmal nicht gesehen. Er war so klein! Da hätte ich ihn fast nicht genommen. Aber die Papiere waren schon vorbereitet, und so haben wir ihn doch mitgenommen!”
Sehr zum Glück der Familie Schmid, die nicht nur ein treues vierhufiges Familienmitglied dazu gewonnen hat, sondern auch einen Traber von besonderer Veranlagung. Diese erkannte Schmid bereits beim Einbrechen auf der heimischen Ranch in der Nähe des oberpfälzischen Parsberg. Bevor er weiter gearbeitet wurde, wurde Hi Fis Titan aber erst einmal kastriert. “Er war extrem hengstig, brach mir sogar durch den Elektrozaun, um zu den Stuten zu gelangen.”
Das Problem mit der Verdauuung…
Gemäß den Ratschlägen seines Trainers und des Züchters ließ sich Alfons Schmid, früherer Besitzer des Cracks World Maik, viel Zeit mit seinem Schützling. “Erst als er dreijährig war, im Juni, haben wir angefangen, mit ihm zu arbeiten. Und das auch nur, weil ein Freund von mir die Stute Exquisitas Candy arbeitete und mich fragte, ob ich nicht Hi Fis Titan gleichzeitig antrainieren wolle.” Der Wallach machte rasch Fortschritte, so dass er am 23. September vor zwei Jahren bereits seine Quali bestreiten konnte. Diese meisterte er trotz eines gravierenden Startfehlers, der ihn 200 Meter Boden kostete, in der Zeit von 21,5. Hier wurde aber ein großes Problem des Braunen deutlich, das Alfons Schmid erläutert: “Hi Fis Titan konnte vor dem Rennen nicht misten. Dadurch sprang er jedes Mal am Start weg. Genauso bei seinem ersten Start in Pfaffenhofen, bei dem er noch Fünfter wurde!” Dieses Problem wurde dem Wallach auch bei seinem zweiten Start in Pfaffenhofen zum Verhängis: “Er war weit enteilt und hätte das Rennen überlegen gewonnen. Aber im Einlauf mistete er plötzlich und sprang dann an. Daraufhin haben wir ihn sofort in Ruhe geschickt!”
Das ist Alfons Schmid mit seinem Pferd:
Alfons Schmid hatte nun Zeit, an dem “Verdauungsproblem” zu tüfteln. Denn erst am 1. Juli des folgenden Jahres, als der kleine Titan bereits vierjährig war, begann die Arbeit mit seinem Pferd wieder. Im September folgte die Wiederqualifikation, wieder mit einem Riesenfehler - gleiches Problem. “Also habe ich künftig beim Training geschaut, dass Hi Fis Titan dreimal rausfährt, damit er rechtzeitig misten kann. Das hat dann recht gut funktioniert!”
So kam’s, dass er beim ersten Start nach Pause im vergangenen Jahr in Straubing mit Alfons Schmid im Sulky sofort souverän gewann. “Ich hatte eine Länge angemeldet, Hi Fis Titan mistete rechtzeitig, und wir hatten keine Mühe”, freut sich der stolze Besitzer. Die Freude über den Sieg war allerdings nur von kurzer Dauer. Am Montag nach dem Renntag verletzte sich der im wahrsten Sinne des Wortes frische Sieger auf der Koppel so schwer, dass der halbe Huf weg brach. Für die Schmids ein Schock. Aber der Besitzer zögerte nicht lange und rief seinen Freund Paul Hellmeier, den Hufschmied, an, was zu tun sei. Der riet dazu, ein halbes Kombieisen zu verwenden und den Huf sauber auszuschneiden, was Schmid auch tat. Innerhalb von sechs Wochen Ruhezeit heilte der Huf schön aus, und mit Hilfe des Eisens konnte Hi Fis Titan auch wieder trainiert werden. Am 16. Dezember konnte der Wallach bereits wieder mit Hans Hellmeier gewinnen, danach folgte eine Disqualifikation. Schmid erklärt, was passiert war: “Bei dem Rennen einen Tag vor Weihnachten hatte er sich das Eisen runter getreten, so dass er ansprang und Tosca Casei gewann. Durch die harte Piste hatte er sich zudem eine schwere Hufprellung zugezogen. Daher sind wir daheim in der Halle sechs Wochen nur Schritt gefahren.”
Danach war Hi Fis Titan nicht mehr zu bremsen, schäumte über vor Energie. “Viermal sind wir zu Hause auf meiner 1000-Meter-Bahn schnell gefahren, danach haben wir auf der Straubinger Trabrennbahn gearbeitet, wo ich immer im Stall von Norbert Demmel bin. Ich habe ihm beigebracht, immer hinter einem Pferd zu laufen.” Und das gab Schmids Worten zufolge den Ausschlag für die tolle Serie, die dann folgte: Viermal startete Hi Fis Titan innerhalb von 20 Tagen, viermal ging er als Sieger hervor. “Völlig unangefasst”, wie sich Schmid freut. Auch beim fünften Jahresstarts am Montag, 7. April, gewann der Braune souverän (wenige Minuten nach unserem Interview mit seinem Besitzer!) und qualifizierte sich für das höher dotierte Finale am darauf folgenden Sonntag. Darauf ist Alfons Schmid stolz, ebenso auf die Tatsache, dass der Titan an Ostern mit 17,7 in Straubing Bahnrekord lief.
Das ist Hi Fis Titan bei seinem Sieg am Ostersonntag, im Bild auch die kleine Mitbesitzerin Sofie Schmid:
Durch seine Galoppade im Dezember hat sich Hi Fis Titan leider um die Chancen für die Teilnahme in einigen gehobenen Aufgaben gebracht, bedauert der Besitzer, denn die Gewinnsumme reicht gerade nicht aus. Fest im Visier hat Alfons Schmid aber den Eurocup, das Amateur-Standardrennen in der Klasse bis 10.000 Euro in Pfarrkirchen. Bleibt Hi Fis Titan gesund, wird er da auf alle Fälle ins Rennen gehen, und Schmid rechnet sich einiges aus. “Danach darfst Du auf die Sommerkoppel und musst erst im Herbst wieder arbeiten”, dieses Versprechen hat der Amateurfahrer seinem Liebling ins Öhrchen geflüstert.
Können noch nicht erfasst
Auf ihren Wallach hält die Familie Schmid sehr große Stücke. “Er gibt stets alles, er steckt nie auf. Im Training bin ich, ohne ihn zu fordern, neulich die letzte Halbe in 14er Zeit gefahren. Wir wissen noch gar nicht, was der alles kann, er ist überhaupt noch nicht erfasst”, begeistert sich Alfons Schmid. “Jetzt dankt er uns jedenfalls, dass wir ihn so lange in Ruhe gelassen hat.” Auch Tochter Sofie ist stolz auf ihren Liebling und ein absoluter Hi Fis Titan-Fan. So ist es kein Wunder, dass die Schmids das Schweden-Angebot von 35.000 Euro einfach ausschlugen: “Wir wollen selber unsere Freude an ihm haben!” Überhaupt sei die Familie die ganze Zeit um ihn rum (“man kann ihn sowieso keine Minute aus den Augen lassen, sonst macht er Blödsinn!”): “Er ist wie unser Kind und macht uns sehr viel Freude.” Deshalb wird um ihn auch großes Aufheben gemacht. Sein Futterplan beispielsweise stammt aus der Schweiz, täglich gibt es zusätzlich einen halben Korb Karotten und Heu, soviel er mag, “drum schaut er auch so glänzend aus.” Als besten Freund hat Hi Fis Titan übrigens ein Reitpony, das er in seiner Abwesenheit schmerzlich vermisst. Auch große Talente haben schließlich kleine Schwächen.
Hier ist Hi Fis Titan nach seinem aktuellen Sieg zu sehen:
Sie kommt zwar eigentlich aus Oberösterreich - die Deutschen, speziell aber die Straubinger haben sie aber schon lange “eingemeindet”: Bernadette Priller, Tochter des österreichischen Traber-Trainers Hansi Priller, startet bei fast jedem Renntag im niederbayerischen Straubing auf der dortigen Trabrennbahn, und - wenn Trabreiten stattfinden - auch in München-Daglfing oder Pfaffenhofen.
Denn das Reiten ist die große Spezialität der 21-jährigen Amazone. Seit sie laufen kann, sitzt die frischgebackene Mutter von Maximilian (fünf Monate) im Sattel. Im Alter von vier Jahren ist sie schon Ponyrennen geritten, seit sie zehn ist, startet sie in Trabreiten auf C-Bahnen, und mit 16 Jahren legte sie die Trabreit-Lizenz in Österreich ab. Mit der Volljährigkeit machte sie auch die Amateurprüfung, die in der Alpenrepublik ab 18 Jahren möglich ist. Und schon bald feierte sie ihren ersten Sieg in Straubing im Sulky: Mit Swedish Cumin am 16. April 2005. Dieser Sieg wird ihr immer besonders in Erinnerung bleiben, zumal Swedish Cumin das Lieblingspferd der Amazone ist. Mit ihm hat sie schon zahlreiche Volltreffer gelandet, die meisten davon im Trabreiten.
Hier ist Bernadette nach einem Sieg im Trabreiten mit ihrem Lieblingspferd Swedish Cumin zu sehen, im Bild auch ihr Vater, der Trainer Johann Priller:
Wie viele Siege sie insgesamt schon gefeiert hat, das weiß die Pferdenärrin gar nicht so genau, da sie sehr viel auf C-Bahnen startet und dort schon oft gewonnen hat. Genau wie ihr Vater fährt sie auch mit Leidenschaft Schlittenrennen und freute sich heuer besonders über einen ersten Platz mit Mr. Bombastic. Und auch in Pfaffenhofen gelang unlängst mit Bank of Cornjum ein Sieg im Trabreiten - “knapp, aber es hat doch gereicht”, freut sich die Amazone.
Ein Geheimrezept dafür, dass sie im Reiten so erfolgreich ist, hat sie nicht, schätzt vielmehr, dass es daran liegt, dass sie schon lange vor der Einschulung Rennen geritten ist. “Ich hatte erst ein Pony, mein Papa hat mir das langsamste Pferd gegeben, das er hatte. Und das hat sich dann immer weiter gesteigert”, erzählt Bernadette Priller lachend. Heute fährt und reitet sie sämtliche Priller-Cracks, die sich dafür eignen.
Demnächst wird sie auch im Sattel der Stute Star Gate zu sehen sein, die unter der Regie von Klaus Kern in Schweden (über ihn findest Du unter der Rubrik "Pferde einen Extra-Blog-Beitrag!) bereits im Trabreiten erfolgreich war. “Ihr Problem sind nur die Bänderstarts. Sobald ein Autostart ausgeschrieben ist, sind wir dabei”, verspricht die talentierte Reiterin. Mit Star Gate hat Bernadette Priller heuer noch einiges vor, möchte sie doch gerne mit der Stute in Berlin bei den German Masters für Trabreiter starten - das ist eins der Hauptziele in diesem Jahr. Ihren bislang größten Sieg hat sie jedoch in Österreich gefeiert: Im Jahr 2005 siegte sie mit Ellen Mo im österreichischen Sattelderby in Baden.
Ein Jahr später stand die Karriere der Pferdenärrin, die jedoch nie Profi werden wollte, dramatisch auf der Kippe. Nach einem schweren Autounfall im Februar 2006 war nicht sicher, ob Bernadette jemals wieder reiten oder fahren konnte. Fast ein dreiviertel Jahr musste die junge Frau zusehen, was ihr immens schwer gefallen ist: “Aber ich war mir sicher, dass ich wieder starten kann. Vom Kopf her war ich okay, und dass ich das körperliche wieder in den Griff bekommen würde, das hatte ich mir fest vorgenommen!” Und doch zog es sich, bis die begeisterte Reiterin wieder aktiv ins Renngeschehen eingreifen konnte. “Am schlimmsten war, als ich schon lange wieder fahren und reiten wollte und die Ärzte haben mich einfach nicht gelassen. Das fiel mir ganz schön schwer”, blickt sie auf die Zeit zurück.
Inzwischen ist Bernadette Priller wieder voll und ganz zurück und neben ihren Engagements in Österreich auch bei so gut wie jedem Straubing-Renntag im Einsatz, da sie zusammen mit ihrem Vater Hansi zu den echten Straubing-Fans zählt und die lange Wegstrecke von Hochburg/Ach in Niederösterreich bis nach Niederbayern nicht scheut. Trotz Babypause stand für sie nie zur Debatte, das Rennenfahren und -reiten aufzugeben, denn Pferde sind ihr ein und alles und haben die 21-Jährige durch ihr ganzes Leben begleitet. So ist sie Hansi Priller auch beim täglichen Training eine große Hilfe und bekommt immer wieder die Chance, ihr Talent im Sattel und Sulky der Priller-Schützlinge zu zeigen. Und diesem Vertrauten wird Bernadette immer wieder vollauf gerecht, begeistert gefeiert von ihren bayerischen Fans.
“Pferde sind wunderbare Wesen. Sie strahlen solche Ruhe aus, dass diese auch auf die Menschen übergeht”, schwärmt Claudia Altmann. Diese Ruhe nutzt die junge Frau aus Harburg (Landkreis Dingolfing-Landau) beruflich: Sie arbeitet mit Menschen, die in irgendeiner Form Probleme haben, speziell aber mit Kindern, und führt diese ans Pferd heran. Tiergestützte Heilpädagogik heißt der Fachbegriff für diese Methode.
Die kleine Mona ist hochkonzentriert. In der Hand einen bunten, geflochtenen Führstrick, an dessen anderen Ende ein weißes Pferd, die Schimmelstute Sabrina. “Führe sie jetzt über die gelbe Stange am Boden”, ruft Claudia Altweck der blonden Kleinen zu. Anhand ihrer Tochter demonstriert die Heilpädagogin, worauf es bei der Pferdetherapie ankommt: Die Konzentration, die gestellten Aufgaben auszuführen. Mona muss zum Beispiel einen weiten Bogen machen, damit auch die Stute wenden kann, sie muss also für ein anderes Wesen mitdenken, sprich Verantwortung übernehmen. Und die Selbstsicherheit, die Kinder gewinnen, wenn ein so großes Tier auf sie hört. Denn Mona muss sich durchsetzen - ohne Gewalt, aber doch mit Nachdruck muss sie die Schimmelstute nach rechts bewegen, wo die gelbe Stange liegt. Und tatsächlich, das Reitpony setzt sich in Bewegung und marschiert über das Boden-Hindernis. Mona strahlt vor Stolz, sie hat es geschafft. 
Das Therapiepferd auf dem Reitplatz zu führen ist nur eine der vielen Aufgaben, die Claudia Altmann ihren Schützlingen stellt. “Was wir in den einzelnen Einheiten machen, kommt ganz darauf an, in welcher Stimmung das Kind zu mir kommt.” Ist es nervös und unruhig, dann kann es sein, dass die gelernte Erzieherin das Kind erstmal zu einer Meditation im Heu verkriechen lässt und das Pferd steht einfach nur daneben. “Ich lese dann eine Geschichte vor und das Kind kuschelt sich tief ins Heu. So kehrt innere Ruhe ein.” 
Wenn ein Schützling allerdings in bester Laune auf dem Hof in Kleinpilbertshofen, zwischen Mamming und Gottfrieding, auftaucht, dann steht zum Beispiel eine große Waldrunde auf dem Pferderücken auf dem Programm. Claudia Altmann legt allerdings Wert darauf, dass der Schwerpunkt der Tiergestützten Heilpädaogik nicht beim Reiten liegt: “Es geht nicht ums Reiten, es geht um den Umgang mit dem Pferd. Das ist wie Delfintherapie - nur eben nicht mit Delfinen, sondern mit Pferden.”
Zu ihr kommen in erster Linie Kinder und Jugendliche, die das Jugendamt zu ihr schickt, das oft auch die Therapiekosten übernimmt. Grundsätzlich ist die HBP, so das Kürzel für das von Claudia Altmann angebotenes Heilpädagogisches Begleiten mit dem Pferd, aber für jeden geeignet, der in irgendeiner Form Probleme hat, so die Erzieherin: “Vom Frühchen bis zum 99-jährigen Alkoholiker tut der Umgang mit dem Pferd jedem gut und gibt Lebenshilfe in allen Bereichen!” 
Vor fünf Jahre ist die Erzieherin auf diese Methode aufmerksam geworden. Schon vorher, als sie vor ihrem Erziehungsurlaub in verschiedenen Heimen gearbeitet hat, war sie immer auf der Suche nach einem ganz neuen Weg, “den gewissen Draht” zu Kindern und Jugendlichen zu bekommen. Über ein Pferdeforum lernte sie eine Therapeutin kennen, die diese Ausbildung gemacht hatte. Und so lernte auch Claudia Altmann die Methode von Monika Brossard, nach der sie heute arbeitet. Die eigentlichen Therapeuten aber sind die Pferde. Altmanns Therapiepferd Sabrina muss in allen Lebenslagen freundlich und gelassen bleiben. Die Heilpädagogin hat die Schimmelstute selber ausgebildet, hat mit ihr Gelassenheitstraining und Bodenarbeit gemacht, bis sie sich sicher war, dass Sabrina das richtige Pferd ist, um mit Kindern zu arbeiten. An ihrer Seite ist seit wenigen Tagen Reitpony-Mix Carmen, die die Ausbildung erst noch vor sich hat. Deren Vorgänger-Pferd hat den “Job” als Therapiepferd aufgeben müssen. “Es hat die Arbeit nicht verkraftet, magerte ab und kränkelte. Denn ein Pferd, das in so einem Feld eingesetzt wird, muss nicht nur absolut brav sein, sondern nervenstark”, weiß Claudia Altmann und gibt selbst gleich die Antwort, warum das so ist: “Ein Pferd saugt negative Energien in sich auf - wie ein Schwamm!” Denn es ist in erster Linie die Sensibilität der großen, sanften Wesen, die sie zum idealen Therapeuten macht.
Was passiert mit Rennpferden, die in Rente gehen? Manche erwartet ein ungewisses Schicksal nach ihrer Rennlaufbahn. Und manche dürfen bei ihren Besitzern bleiben, ein Leben lang, als Dank für die vielen schönen Stunden auf der Rennbahn, die sie ihnen bereitet haben. Und wieder andere finden ihr Glück bei Idealisten, die sie bei sich aufnehmen und ihnen einen schönen Lebensabend bieten. So eine Idealistin ist Gabi Pisinger. Im Bayerischen Wald in der Nähe von Straubing unterhält sie ihr “Projekt Rentner”: Vier Pferde, die nicht mehr im Renngeschehen aktiv sind, sowie das fast 30 Jahre alte Reitpferd Karina haben bei der 43-jährigen Pferdenärrin ein neues Zuhause gefunden.
Viola Hanover war ein klasse Rennpferd. Exakt 91.300 Mark verdiente die Schwarzbraune in ihrer Laufbahn, feierte neun Siege und war ganze 36 Mal platziert. Nach ihrer gelungenen Karriere ging die hübsche Stute in die Zucht. Jedoch ohne Erfolg. Ihr erstes Fohlen blieb bei der Geburt stecken und starb, und auch Viola Hanover erholte sich lange nicht mehr von den Strapazen und wäre fast eingegangen. Trächtig kann sie nie wieder werden. Trotzdem ist die inzwischen sechzehnjährige ein glückliches, fast gesundes Pferd. Obwohl sie nur noch Schritt und wenig Trab geritten werden kann, hat Gabi Pisinger die Dunkelbraune behalten und gibt ihr das Gnadenbrot. So wie drei weiteren Trabrennpferden, die ihre Rennlaufbahn beendet haben und der fast 30-jährigen Stute Karina, einem “Koppelunfall” zwischen einem Traber und einem Reitpferd (oder einem jungen Hengst - so genau weißt das niemand), den vor beinahe 30 Jahren keiner haben wollte. Außer Gabi Pisinger. Das ist Gabi Pisinger mit ihrem Pferd Echinza:
Den halben Tag verbringt die 43-Jährige bei ihren “Rentnern”, wie sie ihre Herde liebevoll nennt. Auch die Familie packt mit an bei der vielen Arbeit, die durch fünf Pferde zwangsläufig entsteht, und unterstützt das “Projekt Rentner“ nach Kräften ideell und auch finanziell. Bei Gabi Pisingers Eltern sind die Ex-Traber untergebracht und dürfen ihren Lebensabend auf großen grünen Koppeln und in einem geräumigen Stall verbringen, wo sie liebevoll umsorgt werden. Jedes der Pferde hat seine ganz eigene Geschichte.
Da ist “Hugo”, aus dem ein erfolgreicher Traberstar werden sollte. Gabi Pisinger hat den Wallach selbst gezüchtet, später wechselte er zu einem Großbesitzer nach Berlin, der ihn unbedingt kaufen wollte. Aber aus “Hugo” wurde nicht wie erhofft das erfolgreiche Rennpferd, er hatte gesundheitliche Probleme. Also kaufte ihn Gabi Pisingers Mutter nach vielen Irrungen und Wirrungen des großen Pferdes zurück. Nun darf er in Euersdorf, wo die Pisinger-Pferde stehen, bleiben. Zusammen bei seiner besten Freundin und Stallgefährtin Karina, dem “Koppelunfall”, mit der Gabi Pisinger ihr halbes Leben verbracht hat.
Dann ist da Echinza. Auch sie war recht erfolgreich mit ihren sechs Siegen und ganzen 32 Platzierungen in ihrer Rennlaufbahn und wurde für die Zucht gekauft. Und obwohl die Pisingers längst keine Rennpferde mehr züchten, darf auch die Braune bleiben. Für immer.
Das Gnadenbrot bekommt auch Bifora. Sie gehörte einem Freund, der die Stute nach dem Ende ihrer Rennlaufbahn an ein Mädchen als Reitpferd verschenkte. Als das Mädel wegzog und das Pferd nicht mitnehmen konnte, half Gabi Pisinger und nahm Bifora bei sich auf. Sie trennte sich auch nicht von ihr, als ein Tierarzt das so genannte Cushing-Syndrom feststellte und empfahl, das Tier einschläfern zu lassen, da die Medikamente dafür sehr teuer ist. Aber die Pferdefreundin ging ins Internet und fand heraus, dass die erforderlichen Tabletten im Ausland günstiger einzukaufen sind. Sie organisierte die erforderlichen Medikamente, und Bifora durfte bleiben. Sie einschläfern zu lassen, wäre für Gabi Pisinger nicht in Frage gekommen - außer, die Braune mit der Schnippe am Maul hätte leiden müssen.
“Viele Leute fragen mich, warum ich das mache, warum ich die ganzen Rentner bei mir aufnehme und durchfüttere. Aber jedes Mal, wenn ich in den Stall gehe und frage: `Wo sind denn meine Mäuse?` und ein freudiges Wiehern tönt mir entgegen, dann weiß ich, wofür ich das mache”, erzählt der Traber-Fan mit leuchtenden Augen. Im Sommer sitzt sie oft auf der Koppel mit einer Zeitung und beobachtet ihre Herde, “und immer wieder kommt einer meiner Lieblinge vorbei und stupst mich an.” Viele schöne Erinnerungen verbindet sie mit ihren Pferden, und mit Viola Hanover sogar ein ganz besonderes Versprechen. Als die Stute ihr Fohlen verlor und den Kampf um ihr eigenes Leben fast aufgegeben hatte, flüsterte ihr Pisinger ins Ohr, sie dürfe für immer bleiben, wenn sie doch bitte endlich aufstehe. Und Viola raffte noch einmal ihre Lebensgeister zusammen und stand auf.
Hier ein Bild von den zufriedenen Pferde-Rentnern:
Lohn für ihre Mühe ist für Gabi Pisinger, wenn ihre Rentner auf der Koppel herumtollen, wenn sie friedlich Seite an Seite grasen, wenn sie liebevoll gegenseitig Körperpflege betreiben, wenn sie zum Schmusen kommen oder voller Erwartung hertraben um zu sehen, ob “Frauchen” ein Leckerli dabei hat. Lohn für ihre Mühe ist aber auch, wenn Echinzas einzige Tochter First Photo oder Biforas Tochter Zanzara feine Siege auf der Straubinger Trabrennbahn feiern, denn die beiden “Mädels” sind in die Fußstapfen ihrer erfolgreichen Mütter getreten und laufen mit sehr guten Ergebnissen auf der Rennbahn. Gabi Pisinger hat einen Trainer für sie ausgesucht, bei dem sie es gut haben, der sie fördert, aber nicht über die Maßen fordert, und bei dem die Pferde nur an den Start gehen, wenn sie hundertprozentig fit und gesund sind. Und wenn Zanzara und First Photo einmal ihre Karriere beenden, dann werden auch sie ein gutes Plätzchen haben für ihren Ruhestand. So wie Gabi Pisingers fünf andere Rentner.
Das Pferd steht nur noch gelangweilt auf der Koppel rum und grast?

Keine Lust, immer allein in der Halle oder im Wald zu reiten? Dann veranstaltet doch mal eine lustige Reiterolympiade! Wir haben die witzigsten Reiterspiele für Euch zusammengetragen.
Hier sind sie:
Besenpolo:
Für dieses lustige Reiterspiel braucht man gar nicht viel - nur zwei Stangen oder Pylonen einen Ball und für jeden einen Besen. Auf einer freien Fläche baut man die beiden Stangen oder Pylonen im Abstand von ungefähr einem Meter auf. Ziel dieses Spiels ist es, dass der Reiter im Sattel sitzt und mit dem Besen den Ball vorwärts treibt. Diesen muss er durch die Stangen oder Pylonen rollen - schafft er das, hat er ein Tor gemacht! Natürlich kann man auch einen anspruchsvolleren Parcours anlegen. Zum Beispiel eine Hindernisstrecke mit verschiedenen Tonnen und Pylonen und Stangen im Zick-Zack-Kurs, durch die der Ball getrieben werden muss. Schwierig hierbei ist es nicht nur, den Ball in die richtige Richtung zu lotsen, sondern auch, sein Pferd davon zu überzeugen, dass ein neben seinem Kopf geschwungener Besen nicht gefährlich ist. Dieses Spiel schult das Vertrauen zwischen Pferd und Reiter!
Dieses Spiel kann man auch im Team spielen - dafür eignet sich am besten eine große Wiese mit nicht allzu hohem Gras. Wiederum baut man einen Parcours auf und teilt die Reiter dann in zwei Gruppen auf. Nun geht es darum, möglichst schnell zu sein. Zwei Staffeln treten gegenein
