Zeckengefahr im Herbst
Wer glaubt, dass im Herbst die Bedrohung durch blutsaugende Parasiten abnimmt, weil es kälter wird, der irrt. Heimische Zecken erfahren jetzt einen regelrechten Aktivitätsschub und sind ähnlich gefährlich wie im Frühling. Hundebesitzer sollten sich daher um einen wirksamen Parasitenschutz bemühen.
Hochsaison für Hochseiltanz
Prof. Dr. Eberhard Schein vom Institut für Parasitologie und Veterinärmedizin der Freien Universität Berlin: „Nachdem die winzigen Zwischenstadien der Zecken – Larven und Nymphen – von Frühling bis Spätsommer in Bodennähe kleinere Beutetiere wie Nager (aber auch den Menschen) suchen, treffen wir im Frühjahr und Herbst vorwiegend die ausgewachsenen, mit dem Auge gut erkennbaren Parasiten an.“ Diese Zecken lieben die feuchten, mäßig warmen Frühlings- und Herbsttage. Bei ihrer Jagd balancieren sie auf bis zu einem Meter hohen Gräsern und Sträuchern und können sich so leicht bei vorüberstreifenden Hunden festhalten. Sobald die Temperaturen einstellig werden, verfallen die „gefährlichsten Tiere Deutschlands“ in eine Art Winterstarre, aus der sie erst im Frühjahr wieder erwachen.
Ein winziger Stich mit großen Folgen
Neben dem Holzbock stellt die Auwaldzecke in Deutschland die größte Bedrohung für den Hund dar. Der Parasit wird schon bei Temperaturen um 8°C aktiv und ist sogar in der Lage, Beutetieren am Boden nachzulaufen. Prof. Schein: „Ursprünglich in Süd- und Osteuropa beheimatet, hat sich die Auwaldzecke in den letzten zwanzig Jahren in großen Teilen Deutschlands ausgebreitet.“ Dieser Parasit überträgt bei Hunden die in Deutschland vermehrt auftretende Babesiose, die auch unter dem Namen Hundemalaria bekannt ist. Die Erreger zerstören die roten Blutkörperchen, was schnell zu einem tödlichen Organversagen führt, falls der Hund nicht behandelt wird. Der Holzbock hingegen kann den Vierbeiner durch einen einzigen Stich mit Borreliose- und Anaplasmose-Erregern infizieren.
Effektiver Schutz: Zeckenstich verhindern
Die beste Vorbeugung besteht darin, den Stich von vornherein zu vermeiden, da so das Risiko einer Krankheitsübertragung minimiert wird. Geeignete Wirkstoffe schrecken die Zecken ab (repellieren), bevor es zum Stich kommt, und töten sie im Anschluss. Im Idealfall wirkt ein Kombinationsprodukt gleichzeitig auch gegen Flöhe, Mücken und Stechfliegen. In unseren Breiten wird die monatliche Anwendung von Februar bis Oktober empfohlen. Bei besonders milder Witterung kann ein ganzjähriger Schutz erforderlich sein.
Weitere Informationen für Tierhalter zum Thema Parasiten von Hund und Katze gibt es unter www.parasitenfrei.de.
