Keine Angst vorm Tierarzt
Tipps, damit Struppi und Mieze nicht schon an der Praxistür flüchten
Frauchen hat panische Angst vorm Zahnarzt, Bello vorm Tierarzt. Bei Hunden und
Katzen, aber auch kleineren Haustieren ist Angstverhalten beim Arztbesuch nicht selten.
Manche Hunde zittern bereits an der Schwelle zum Praxiseingang, legen die Ohren an und
klemmen den Schwanz ein. Im Wartezimmer trifft man oft auf übellaunige Leidesgenossen
und spätestens im Behandlungszimmer endet der Stress in Aggression – gegenüber dem
Praxispersonal und manchmal auch gegenüber dem Besitzer – nach dem Motto „Angriff ist
die beste Verteidigung“. Das Fatale dabei: Stress kann die Untersuchungsergebnisse verfälschen.
Der Puls einer aufgeregten Katze beispielsweise schlägt mit rund 200 Schlägen pro
Minute schneller als normal.
Früh übt sich, was ein Held werden will: Bereits Welpen und Jungtiere sollten behutsam auf
den Praxisbesuch vorbereitet und am besten schon zu Hause spielerisch an Untersuchungen
gewöhnt werden. Hochheben auf einen Tisch, Öffnen des Fangs, Kontrolle der Ohren
und Pfoten und Berührungen am gesamten Körper können allmählich trainiert werden. Katzen
sollten zudem auch das Einsteigen in die Transportbox trainieren. Die Samtpfoten oder
andere Kleintiere sollten nie im Wartezimmer zum Streicheln aus ihrer Transportbox herausgeholt
werden, sondern erst im Behandlungsraum. Während des allerersten Termins in der
Tierarztpraxis vermeiden Sie nach Möglichkeit schmerzhafte Behandlungen oder Impfungen.
Eine gründliche Untersuchung genügt für den Anfang. Lässt sich das Tier alles bereitwillig
gefallen, wird es mit Leckerlis belohnt. Somit ist ein wichtiger Grundstein für eine vertrauensvolle
Beziehung zum Tierarzt gelegt. Eventuell gehen Sie einfach auch mal so ohne Anlass
zum Tierarzt, um das Tier an die Situation zu gewöhnen
Wichtig ist auch das vorbildliche Verhalten des Besitzers: Je ruhiger und entspannter, desto
besser, denn seine Stimmung überträgt sich auf sein Tier. Machen Sie sich klein, starren Sie
dem Tier nicht in die Augen, treiben Sie es nicht in die Enge, achten Sie auf eine freundliche
Stimme und ruhige, langsame Bewegungen. Strafen, Schimpfen oder auch Trösten ist
falsch. Negative Emotionen übertragen sich auf das Tier und verstärken das Angstverhalten.
Dem Hund sollte zunächst die Möglichkeit gegeben werden, den Raum ohne Leine selbstständig
zu erkunden.
Doch wenn erwachsene Hunde bereits schlechte Erfahrungen mit einem Tierarzt gemacht
haben, so steckt das Trauma oft tief. „Dann können verhaltenstherapeutische Maßnahmen
hilfreich sein. Dazu sollte ein verhaltenstherapeutisch spezialisierter Tierarzt zusammen mit
dem Haustierarzt eine Therapie entwickeln, die die Situation in der Behandlung verbessert.
Homöopathische Mittel oder Bachblüten können ebenfalls hilfreich sein“, empfiehlt Tierarzt
Dr. Alexander Pack aus der Tierklinik Elversberg.
(Quelle: Text animal, redaktionelle Verwendung honorarfrei)
07:49-20 August 2009 - Dein Tierwelt-Team
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