Delfinschützer warnen vor deutschen Reiseveranstaltern
Die Katze lässt das mausen nicht. Nachdem das internationale Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) mit Sitz im westfälischen Hagen bereits im Frühjahr mit einem Teilerfolg den Reiseveranstalter TUI abgemahnt hatte, keine Delfinshows mehr im Internet anzubieten, stellte die Delfinschutz-Organisation jetzt fest, dass TUI und andere deutsche Reiseveranstalter gleichwohl vor Ort in den Hotels der türkischen Riviera massenhaft Touristen gegen gesondertes Entgelt in die Delfin-Vergnügungsparks lotsen (s.a. www.glocalist.com/news/kategorie/oekologie/titel/wdsf-wal... ) .
Pikanterweise hatte TUI sich im Jahr 2007 der Kampagne der Vereinten Nationen “Jahr des Delfins“ zum Schutz der Delfine angeschlossen. Dem WDSF wurde von einer Delfinschutzorganisation in den USA ein Kaufvertrag zugespielt, aus dem sich ergibt, dass das Vergnügungspark-Unternehmen „GUNOZ PARK TURIZM YATIRIMLARI S.A.“ in Antalya 10 Delfine aus dem grausamen Delfinfang in Taiji/Japan für 280.000 US-Dollar importiert hat.
In den Küstenregionen Japans liegt die jährliche Fangquote für Delfine bei über 20.000 Tieren. Die Fischer treiben die Meeressäuger mit Metallstangen in kleine Buchten und schlachten sie dort bestialisch ab, in dem sie den Tieren bei lebendigem Leibe die Halsschlagader durchtrennen. Die stärksten und schönsten Delfine werden vorher aussortiert und teilweise für bis zu 150.000 US-Dollar pro Stück in Delfinarien exportiert. Nur wegen dieses lukrativen Geschäfts findet dieser Massenmord zum Vergnügen der japanischen Fischer statt, denn ohne die Abnehmer wie in der Türkei würde sich das Gemetzel nicht lohnen.
Bei einer Überprüfung durch das WDSF in Antalya stellte sich jetzt heraus, dass die deutschen Reiseveranstalter TUI, JAHN-REISEN (REWE Touristik), ÖGER-TOURS und Schauinsland-Reisen jeweils Tagestouren in den von ihnen angebotenen Hotels für Preise von rund 30 Euro pro Person zu den Delfin-Shows an der türkischen Riviera im Raum Antalya und Belek anbieten.
WDSF-Geschäftsführer Jürgen Ortmüller spricht von einem Skandal und ruft zum Boykott der Reiseveranstalter-Touren auf: „Im „DolphinLand“ in Antalya werden die Zuschauer aufgefordert, sich mit den Tieren im Minutentakt in den kleinen Betonbecken bei ohrenbetäubender Discomusik fotografieren zu lassen. Die Tiere müssen dazu auf Kommando das Wasser verlassen und liegen jeweils bis zu 10 Minuten auf dem Trockenen. Dabei ersticken sie fast an ihrem eigenen Gewicht. Das wiederholt sich pro Show mindestens vier Mal. Wer die grausamen Umstände des Delfinfangs in Japan kennt, kann nur zu dem Entschluss kommen, die betreffenden Angebote der Reiseveranstalter zu boykottieren.“
Nicht nur im „DolphinLand“ in Antalya mit über 1000 Sitzplätzen werden die täglichen Delfin-Shows mit gefangenen Delfinen und Belugawalen offeriert. TUI bietet im Internet und in seinem Türkei-Reiseprospekt 2009 in Belek das Hotel Rixos Premium an, wo lt. Prospekt als Unterhaltung „gegen Gebühr das Delphinarium mit weißen Walen, Seerobben und Delfinen“ genutzt werden kann". --
(Quelle: openPR/www.wdsf.de)
