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Aus dem Nest gefallen – Erste Tipps für den Umgang mit gefundenen Jungvögeln



Die Sonne scheint vom wolkenlosen Himmel, ein laues Lüftchen weht, und die Vögel zwitschern von den Bäumen. Es ist unverkennbar Frühsommer und damit auch die Zeit für die Brut flügge zu werden. So wie beim Menschen auch gibt es eher neugierige, vorwitzige Jungvögel und vorsichtige, ängstliche Artgenossen.

 

Neugierige kleine Vögel machen ihre ersten Flugversuche häufig zu früh und fallen aus dem Nest ohne wieder zurück zu können. So kann es also gut passieren, daß du auf einem Spaziergang einen kleinen Jungvogel entdeckst, der auf dem Boden sitzt. Aber was soll man tun, wenn man in eine solche Situation gerät?





 

Ist das kleine Lebewesen noch komplett nackt, handelt es sich um einen so genannten Nestling. Nestlinge sind auf den wärmenden Schutz des Nestes und die Fütterung der Eltern angewiesen. Daher sollten sie den kleinen Wildfang wieder ins Nest zurücksetzen. Keine Angst, die Eltern werden den Jungvogel weiterfüttern, auch wenn sie ihn mit bloßen Händen zurück in sein Nest tragen. Der Geruchssinn unserer heimischen Vogelwelt ist auch nicht so stark ausgeprägt, daß sie den menschlichen Geruch als Hinderungsgrund wahrnehmen könnten.

 

Ist der kleine Findling allerdings vollständig oder fast vollständig befiedert, so handelt es sich um einen Ästling, der deine Hilfe wahrscheinlich nicht braucht. Ästlinge, die das Nest verlassen haben, rufen laut nach ihren Eltern. Angelockt durch dieses Rufen werden die Eltern das Jungtier auch weiter füttern.

 

Erst, wenn die sicher bist, dass die Eltern den Schützling mehrere Stunden lang nicht gefüttert haben, solltest du weitere Schritte einleiten. Ebenfalls brauchen alle Arten von Seglern, also zum Beispiel Mauersegler, die auf dem Boden gefunden werden, menschliche Hilfe.

 

Auch auf den Menschen angewiesen sind Jungtiere, egal ob befiedert oder unbefiedert, die an einem gefährlichen Ort Schutz suchen. Gefährliche Orte können beispielsweise die Straße oder andere Wege sein, auf denen viel Verkehr herrscht. Ist das der Falle, sollten sie den kleinen Schützling vorsichtig an einen für ihn sicheren Ort bringen, entweder in ein umliegendes Gebüsch, oder in sein Nest. Man sollte die kleinen Ästlinge nur in einem Radius von maximal 20 Metern um den Fundort herum in Sicherheit bringen, damit die Elterntiere ihren Nachwuchs auch wiederfinden und ihn weiter umsorgen können.

 



Viele Menschen nehmen kleine Nestlinge aus Fürsorge und möchten ihn gerne päppeln und pflegen. Die Aufzucht von Wildvögeln ist allerdings eine schwierige Angelegenheit und sollte nur von Fachleuten auf diesem Gebiet durchgeführt werden.

 

Hast Du einen vermeintlich in Not geratenen Ästling mitgenommen, hast du innerhalb der ersten 24 Stunden Zeit, ihn wieder an den Fundort zurückzubringen. Elterntiere suchen ihren verlorenen Nachwuchs nämlich noch einen Tag und nehmen auch dann die Fütterung wieder auf.

 

Viel Spaß bei deinem nächsten Waldspaziergang.

 

Für weitere Fragen steht dir das Forum mit rat und Tat zur Seite. Die richtigen Assessoires für deinen Spaziergang entdeckst du bestimmt unter den Kleinanzeigen.



09:07- 1 Juni 2008 - A.Winkel in Voegel


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