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Pferdesport zum Anfassen



“Der Start ist frei”, ertönt es aus den vielen Lautsprechern entlang der Straubinger Rennbahn. Das Startauto klappt seine Flügel auf und rollt langsam los, dahinter reihen sich zehn edle Rennpferde mit ihren Fahrern in den Sulkys ein. Immer schneller und schneller fährt der Wagen, immer schneller und schneller werden auch die Rösser dahinter, bis das Startauto davonbraust und seine Flügel wieder einklappt: Das Rennen ist gestartet! An die Spitze setzt sich sofort Accelerando mit seinem Fahrer Franz Wolf, ein Außenseiter, auf den viele der rund 1000 Renntagsbesucher in Straubing gar nicht gewettet haben. Hi Fis Titan, heißt der Favorit - doch wo bleibt der Supertraber? Lange Zeit ist der Wallach im hinteren Drittel des Zehnerfeldes zu sehen, doch dann gibt sein Fahrer, der Münchener Trainer Hans Hellmeier, plötzlich Gas. In der Zielgerade sprintet Hi Fis Titan nach vorne und versucht, den enteilten Accelerando noch einmal einzuholen. “Accelerando oder Hi Fis Titan, Hi Fis Titan oder Accelerando, wer gewinnt dieses Rennen?” - die Stimme von Bahnkommentator Ernst Waldsperger überschlägt sich fast vor Spannung. Aber Hi Fis Titan schafft es, er holt seinen Widersache noch ein und darf zur Siegerehrung.



Sein strahlender Besitzer Alfons Schmid freut sich mit seiner Tochter Sofie um die Wette, und auch die Wetter haben allen Grund, zufrieden zu sein: Sie gehen an die Totokassen, um sich ihre Gewinne abzuholen.


Das ganze Jahr über veranstaltet der Zucht- und Trabrennverein Straubing, übrigens der älteste Rennverein Deutschlands, Trabrennen. Ungefähr alle zwei Wochen heißt es “Start frei” für rund zehn Rennen pro Abend oder Nachmittag. Ostbayerns größter Sportveranstalter wirbt damit, Spannung und Spaß für die ganze Familie zu bieten, und das bei freiem Eintritt. Auch für Kinder ist so ein Tag auf der Trabrennbahn eine aufregende Angelegenheit. Hier kann man nicht nur den edlen Rennpferden an der Barriere oder auf der Tribüne zusehen, sondern auch mal in einen Stall gehen, mit den Pferdebesitzern plaudern und auch einmal einem Ross über die seidige Mähne streicheln.



“Bei uns in Straubing ist der Trabrennsport zum Anfassen”, sagt Josef Schachtner, mit 29 Jahren der jüngste Vorsitzende eines Trabrennvereins in Deutschland. Das neue Team, das seit wenigen Monaten im Amt ist, hat es sich zum Ziel gesetzt, das Geschehen auf der traditionsreichen Rennbahn neu zu beleben. So sind auch für dieses Jahr noch einige Events für die ganze Familie geplant. “Unser nächster großer Renntag ist am Sonntag, 29. Juni. Ich kann jetzt schon verraten, dass dann einiges geboten sein wird”, informiert Schachtner.




10:45-21 Mai 2008 - MelsBiene in Pferde


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