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Oak General: Ein absolutes Ausnahmepferd stellt sich vor



Er hat in seinem Leben große Triumphe gefeiert. Er hat in Wien gewonnen, in Paris und in Westdeutschland. Fast 400 000 Euro stehen auf dem Konto von Oak General, der im niederbayerischen Wallersdorf lebt und dort von Manfred Schub trainiert wird. Inzwischen ist der Hengst zehn Jahre alt. Und von Müdigkeit ist bei „Oak“ überhaupt nichts zu spüren. Gerade eben hat er eine zweite Karriere gestartet: Sattel statt Sulky heißt es nun bei einigen Engagements des Spitzentrabers.

Es war eine sehenswerte Vorstellung, die Oak General am 6. April auf der Trabrennbahn in München-Daglfing ablieferte. Mit 50 Metern Zulage startete er in einem Trabreiten, zum ersten Mal in seinem Leben unterm Sattel, und lief dabei seinen Konkurrenten (im Feld immerhin so namhafte Satteltraber wie Handsome Value) auf und davon. Bei der Zeit von 17,7 blieben die Uhren beim triumphalen Sieg des Dunkelbraunen stehen, und Reiter Franz Forstner sagte später zu Oak Generals Trainer Manfred Schub, er hätte problemlos auch eine 16er Zeit reiten können, wenn es denn nötig gewesen wäre.

Es war aber nicht nötig, mit rund acht Längen siegte „Oak“ nach Belieben und bewies somit, dass das Vorhaben seines Trainers aufgangen ist, ihn auch unterm Sattel erfolgreich zu starten.


Auf diese Idee kam Manfred Schub selbst. Und zwar nicht, weil Oak General vor dem Sulky nicht mehr erfolgreich gewesen wäre - ganz im Gegenteil, der inzwischen Zehnjährige sammelte im verganenen Jahr in Italien immerhin Preisgelder von rund 30 000 Euro ein. Sein Trainer und Mitbesitzer wollte ihn einfach zusätzlich motivieren.

Das sind Manfred Schub und Oak General:



„Da Oak General ein Rennpferd durch und durch ist und absolute Klasse hat, wusste ich, dass er auch unterm Sattel geht“, war Schub von Anfang an optimistisch. Die ersten Arbeiten auf der Straubinger Trabrennbahn mit Trabreit-Könner Franz Forstner gaben ihm auch allen Grund, so positiv zu denken, denn der nicht leicht händelbare Wallach war nicht nur brav, sondern zeigte auch Talent. Soviel Talent, dass Manfred Schub und Mitbesitzer Andreas Zisler große Pläne haben: „Im Juni wollen wir in einem Trabreiten in Paris starten - mit Franz Forstner im Sattel!“
Dazwischen stehen aber noch einige andere Engagements auf dem Plan, unter anderem in Gelsenkirchen und in Pfarrkirchen. Und zwar vor dem Sulky, denn ein reiner Satteltraber soll Oak General trotzdem nicht werden. Das sieht Schub nur als Zubrot, als Spaß für zwischendurch. Wenn Oak General einmal nicht mehr fit sein sollte oder keine Freude mehr am Laufen hat, dann wäre seine Karriere sofort beendet, weiß der Wallersdorfer Trainer: „Dass er dann nur noch in Trabreiten herumkrebst und hin und wieder vielleicht eines gewinnt, das hat er nicht verdient. Da hören wir lieber rechtzeitig auf!“

Bleiben wird Oak General auch dann für immer in Schubs Stall in Wallersdorf: „Dann darf er jeden Tag auf die Koppel. Hergeben würde ich ihn nie!“ Zuviel Freude, zuviele schöne Erlebnisse hat der Traberstar seinen stolzen Besitzern bereitet. Große Erfolge waren unter anderem zwei Siege im Hunyady in Wien, der Finalsieg im Kommerzienrat-Kraus-Rennen in München, das gewonnene Finale des Fünf- und Sechsjährigenzirkels in Dinslaken sowie zwei Siege in Paris, dem absoluten El Dorado des Trabrennsports, wo das Gewinnen bekanntlich nicht einfach ist. Hier ist Oak General nach seinem Triumph im Kommerzienrat-Kraus-Rennen zu sehen:



„Oak General hat in seiner Karriere soviel verdient, dass das, was jetzt kommt, nur noch Spaß ist. Und Spaß macht er uns immer noch. Es ist toll, so ein Pferd zu haben, das in seiner Karriere über Jahre hinweg so konstant gute Leistungen bringt“, freut sich Manfred Schub. Dabei hätte er ihn damals, vor neun Jahren, als er ihn auf dem Gestüt von Dr. Friedrich Hammer zum ersten Mal sah und der muskulöse Jährling noch Albany hieß, fast nicht gekauft. „Obwohl er sehr günstig war!“

Aber die Mitbesitzer drängten ihn, und so kam der kräftige Dunkle nach Niederbayern. Dort erwies er sich als Pferd mit Charakter, das aber durchaus auch seine Marotten hat. Noch heute wird Oak General mit Schlagriemen gefahren, und noch heute braucht der vierbeinige Star nicht nur eine Koppel, sondern zwei - eine als „Sicherheitsabstand“ zu den restlichen Schub-Pferden, da er keine anderen Vierbeiner in seiner Nähe duldet.


Gespannt sind Schub und Zisler nicht nur, wie sich die Sattelkarriere ihres Top-Trabers entwickelt, sondern auch auf seine ersten Nachkommen. Denn in Kürze kommen zwei Fohlen nach Oak General zur Welt, bedeckt wurden die Stuten Tartara Kievitshof und Cremona Way. Und auch heuer wurden wieder zwei Stuten von ihm gedeckt. Nun hoffen die Besitzer des Ausnahmetalents, dass die Nachkommen ganz nach ihrem berühmten Vater kommen, der auch mit zehn Jahren noch alles gibt, und das mit Freude.



17:00-21 April 2008 - MelsBiene in Pferde


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