Nachdem es mir gelungen ist, in einem Baumarkt ein engmaschiges, biegsames Drahtnetz aufzutreiben, um den Gitterkäfig ausbruchssicher zu machen, konnte Pippo gestern endlich dort einziehen.
Das Drahtnetz wird über das geschlossene Käfigdach gespannt, weil in der Abdeckung die Abstände der Gitterstäbe so groß sind, dass sich der kleine Kerlmöglicherweise durchquetschen könnte. Als Hamsterkind hat er das ja schon einmal geschafft, und nachdem er auch als ausgewachsener Goldhamster eher klein geblieben ist, finde ich es sicherer, das Käfigdach zusätzlich zu verdrahten.Jetzt hat Pippo auf jeden Fall mehr Platz und Spielmöglichkeiten als in dem kleinen geschlossenen Käfig. Er kann am Gitter und auf dem Holzklettergestell klettern, und das schöne große Holzlaufrad, das beim Benutzen keinen Lärm macht, kommt auch endlich zum Einsatz.
So wie´s aussieht, hat Pippo aber trotz des Luxusheimes weiterhin in erster Linie seine größte Leidenschaft im Sinn: Schlafen.
Heute vor einem Jahr habe ich Dich gefunden, in einem schönen großen Laufgehege im Tierheim, wo Du mit mehreren anderen Kaninchen fröhlich herumgehoppelt bist.
Es wurde höchste Zeit, dass wieder ein Mümmelchen bei mir einzog. Seit Beelzi im vorangegangenen Mai gestorben war, war ich ganz verzweifelt und konnte mich trotz regelmäßiger Besuche in Zoogeschäften nicht entscheiden, welches Mümmelchen ich nehmen sollte.Die Liebe auf den ersten Blick wollte sich einfach nicht einstellen, egal, in wie vielen Zoogeschäften ich mir Kaninchen anschaute.
Deshalb fuhr ich am 15. November mit dem Fahrrad ins Tierheim, um mir dort die armen Mümmelchen anzuschauen, die ihr Zuhause verloren hatten.Eigentlich wollte ich nicht wieder ein Kaninchen aus dem Tierheim. Meine Erfahrungen mit dem überängstlichen Muffin und seinen zahlreichen Unarten hatte mich in meiner Euphorie, einem solchen Kaninchen ein neues, gutes Zuhause geben zu wollen, ziemlich gebremst.
Aber Dir - einem weiblichen, noch jungen "Pinocchio-Doppelgänger" - konnte ich schließlich nicht widerstehen.
Da war allerdings das Transportproblem: Weil ich nicht wusste, ob ich ein Kaninchen finde, hatte ich meine Transporttasche nicht mitgenommen. Die Pflegerin bot an, ich könnte eine Transportbox aus denTierheimbeständen ausleihen. Ich sollte sie bei Gelegenheit wieder zurückbringen. Dieses Angebot nahm ich natürlich gerne wahr.
Die Pflegerin ließ mich das Antragsformular ausfüllen, dann musste ich in den Kassenraum, um Deine "Ablöse" zu löhnen: Fünfzehn Euro. Dort bekam ich den Tierabgabevertrag ausgehändigt.
Zurück im Kleintierhaus hat die Pflegerin zwei Hände voll Heu in die Transportbox gegeben und Dich eingefangen, und dann ging es auf den Nachhauseweg, einhändig auf dem Fahrrad, ein 1,5-Kilo-Kaninchen in einem Transporter in der linken Hand haltend, bei grauem Novemberwetter und ziemlichem Gegenwind. Eine wilde, wundervolle Fahrt in das Leben mit einem neuen Kaninchenfreund an der Seite war es gewesen.
Schon auf dieser Fahrt war ich ganz vernarrt in Dich. Du hattest Dich in das Heu gekuschelt und irgendwie so süß ´rausgeguckt, dass mir das Herz schmolz, wenn ich einen Blick durch die Luftschlitze der Box warf. Dein intelligentes Gesichtchen wirkte so erwartungsvoll und vertrauensvoll, als hättest Du gewusst, dass Du nun in ein Zuhause kommst, das für immer Dein ist. Nie wieder würdest Du weggegeben werden, Deine vertraute Umgebung verlieren, in die fremde Umgebung und Anonymität eines Tierheimes abgeschoben.
Daheim angekommen habe ich Dich in das Laufgehege gesetzt und die Tür des Transporters aufgemacht. Dann musste ich gleich noch einmal losradeln, denn ich hatte außer dem Käfig und der Einstreu kein Futter und kein Heu da. Bis ich vom Einkauf aus dem Zooladen zurückkam, hattest Du Dich aus dem Transporter herausgewagt, bist aber schnell wieder hineingeschlüpft, als Du mich gehört hast.
Ich habe einen geräumigen 1-m-Käfig für Dich eingerichtet. Beelzis Käfig, der nun Dir gehören sollte, Dein Zuhause werden würde. Bald darauf lagst Du so vertrauensselig auf dem Stroh, als hättest Du schon immer bei mir gelebt.
In den folgenden Tagen und Wochen lernte ich Dich als das komplette Gegenteil von Beelzi kennen. Statt Dich während des Freilaufs mal hinzulegen und beschmusen und massieren zu lassen, bist Du lieber herumgehoppelt und -gestromert und hast Deine Umgebung ganz genau erkundet, bist in Schubläden gekrochen und in das unterste Regal der Wohnwand gesprungen - etwas, das noch keinem Kaninchen vor Dir zu machen eingefallen ist. Und ich habe mich krummgelacht über Deine Einfälle und Deine Lebendigkeit.
Noch nie hat mich ein Kaninchen so oft zum Lachen gebracht wie Du.
Deshalb war es so einfach, Dich ins Herz zu schließen. Obwohl Du völlig anders bist als Beelzi. Du bist auf Deine ureigene Art wundervoll und liebenswert. Und einzigartig. Und ich möchte Dich keine Sekunde mehr missen in meinem Leben.
Du bist bei mir eingezogen, heute vor einem Jahr, und die traurigen, langweiligen Monate seit dem schmerzvollen Abschied von Beelzi waren vorbei. Deshalb sage ich heute, an Deinem Jahrestag, von Herzen danke.
Danke, Schnuggy, dass Du bei mir bist!
Schnuggy, meine hübsche, überaus kluge, neugierige und lustige Kaninchenmaus aus dem Tierheim - zwei Jahre alt, seit einem Jahr bei mir
Morgen ist Godzillas Kastration eine Woche her, und ich bin ziemlich erleichtert - nicht nur, weil es meinem hoppelnden Schokoladenstückchen wieder gut geht, vielmehr auch, weil sein Käfig ab sofort nicht mehr komplett einstreufrei sein muss. Das war schon eine ziemliche Sauerei mit der Stoheinlage; Stroh saugt Urin natürlich nicht so gut auf wie Holzspäne. Morgens und abends musste ich mit Küchentüchern alle Nässe aus der Unterschale wischen und die Stroheinlage komplett erneuern. Heute habe ich nach einer gründlichen Wässerung der Unterschale eine dünne Einstreuschicht in den Käfig gegeben. Eigentlich dürfte nichts mehr passieren, die Operationsstellen sind gut verheilt, zur Sicherheit habe ich über die Einstreu aber noch eine Schicht gepresstes Heu als Polsterung getan. Das Pressheu habe ich heute in einem Supermarkt gekauft, und obwohl es das Produkt einer bekannten Futtermittelmarke ist, staubt es fürchterlich und riecht überhaupt nicht, ganz im Gegensatz zu dem frischen Bergwiesenheu, das ich meinen Kaninchen füttere und das immer herrlich nach "Allgäuer Alm" duftet. Dieses minderwertige Pressheu würde ich meinen Tieren nie ausschließlich zu fressen geben, als weiche Unterlage für Godzilla kommt es allerdings gelegen. Außerdem lasse ich Godzilla vorerst noch die mit einem weichen Handtuch gepolsterte Hasentoilette im Käfig, die er mittlerweile als Ruhebett schätzen gelernt hat. Ich finde es mega-süß, wenn er sich darin wohlig herumfläzt. Witzigerweise benutzt er sie nicht als Toilette, wenn sie in seinem Käfig steht, während des Freilaufs allerdings schon. Da steht sie entweder im Wohnzimmer oder später dann im Laufgehege. Angeblich werden manche Rammler nach der Kastration ruhiger. Ich frage mich, wie das bei Godzilla aussehen sollte. Er klebt beim auf-dem-Arm-halten und streicheln ja jetzt schon an mir wie die Fliege an der Leimfalle
Eine Lage Pressheu bedeckt nun eine dünne Schicht Einstreu in Godzillas Wohnung. Selbst auf dem Foto ist deutlich der farbliche Unterschied zwischen dem frischen Bergwiesenheu (in der Futterraufe) und dem minderwertigen, geruchlosen Pressheu (Käfigboden) zu sehen.
Das Schokohäschen während des Freilaufs in seiner noch einstreufreien Toilette.
4 Oktober 2009 - Countdown für Schnuggy und Godzilla
Endlich! Der Countdown für die Zusammenführung von Schnuggy und Godzilla läuft, nachdem Godzilla nun kastriert ist. Noch acht Wochen, dann können die beiden ihren Freilauf gemeinsam genießen.
Noch trennt sie das Gitter des Laufgeheges voneinander, in das Klein-Monsti verbannt wird, nachdem er eine Stunde allein im Zimmer herumgehoppelt ist. Sobald Schnuggy herausgelassen wird, muss der kleine Schürzenjäger - oder besser Kaninchenmädchenjäger - sicher verwahrt sein.
`Mpf! Überall Gitterstäbe!!! So wird das nix. Kein Herankommen an dieses bezaubernde weiße Schnuggelchen!´
Wenngleich das Laufgehege aus Holz ein bisschen unpraktisch ist, weil es selbst zusammengeklappt ordentlich Platz wegnimmt (eine Abdeckung hat´s ja auch noch) und von den Mümmelchen trotz Verstärkung mit Metall-Leisten innen mit Vorliebe angenagt wird (wie kann man AUSGERECHNET für Kaninchen ein HOLZgehege entwerfen???), wüsste ich nicht wirklich, wie ich das Problem mit dem getrennten Freilauf ohne das Gehege lösen sollte. Bestenfalls müsste Silly nach dem Freilauf wieder zurück in den Käfig. Mit Hilfe des Geheges kann er trotzdem draußen bleiben, und Schnuggy ist vor seinen Annäherungsversuchen sicher, obgleich ihr die natürlich sogar gefallen würden, davon bin ich überzeugt.
Manchmal führt der "große Kleine" einen regelrechten "Balztanz" auf und hoppelt in einer bestimmten Abfolge im Gehege herum, darauf bedacht, dass Schnuggy ihn dabei beobachtet. Mal sehen, wie lange dieses Verhalten nach der Kastration noch bestehen bleibt.
Gerne relaxt das bewegungsfreudige Schnüggle in Godzillas Nähe.
Am ersten Oktober hatte Godzilla nun seinen Kastrationstermin. Gleich am Morgen, bevor ich ins Büro ging,brachte ich ihn in der großen Transporttasche, die ich mit zwei zusammengelegten Handtüchern weich ausgepolstert hatte, zum Tierarzt. Zu Schnuggy sagte ich: "Du bist heute alleine, arme Maus, Dein Freund ist den Tag über nicht hier bei Dir!" Und als hätte Schnuggy genau gewusst, dass etwas Besonderes vorging, hockte sie sich ganz nah ans Käfiggitter und schaute mit ihren großen Kugelaugen aufmerksam zu, als ich Godzilla aus seinem Käfig in die Transporttasche hob. Zum ersten Mal, seit ich Kaninchen halte und Rammler kastrieren lasse, musste ich in der Tierarztpraxis ein Formular unterschreiben, das den Tierarzt von der Verantwortung für Unwägbarkeiten während der OP (Kreislaufversagen etc.) freistellt. Nach einer kurzen Besprechung des Ablaufes mit der Tierärztin und einem Check ihrerseits, ob Godzillas Hoden für die Kastration ausreichend entwickelt sind (waren sie natürlich), musste ich Silly schweren Herzens seinem Schicksal überlassen. Gegen 12.30 Uhr rief ich beim Tierarzt an und erfuhr, dass Godzilla aus der Narkose erwachtsei und ich ihn abholen könnte. Ich vereinbarte 16.00 Uhr als Abholtermin, der Arbeitstag wollte schließlich erst einmal beendet werden.
Pünktlich kurz nach 16.00 Uhr stand ich in der Praxis, durfte natürlich erst mal die Rechnung bezahlen und fragte mich einmal mehr wie es kommt, dass eine Dienstleistung heutzutage einen höheren Betrag in Euro kostet, als sie früher in DM gekostet hat. Bei diesen horrenden Tierarztrechnungen wundert es mich kein bisschen, dass immer mehr Tiere im Tierheim landen und auch die Tierarztrechnungen in den Tierheimen regelrecht explodieren.
Als hätte die Tierarzthelferin meine Gedanken gelesen, bat sie mich mitzukommen und führte mich in den Raum, in dem die operierten Tiere betreut werden. Von der Sauberkeit und den geräumigen, mit weichen Decken ausgestatteten Käfigen für die operierten Tiere war ich angenehm überrascht. Meine Meinung über die zu hohen Kosten für einen solch kleinen Eingriff ändert das aber auch nicht. Godzilla saß in einer der großen Käfigboxen, wo er sich ängstlich in die hinterste Ecke gekauert hatte, und ich kam nicht umhin zu bemerken: "Wow, Godzilla, Du hast ja eine richtige Luxussuite hier gehabt!" Die Helferin holte ihn heraus und setzte ihn in die bereitstehende Transporttasche, und dann ging es ohne Verzögerung auf den ca. 15-minütigen Fußweg nach Hause.
Auf dem Weg überlegte ich mir, wie ich die Empfehlung der Tierärztin, Godzilla eine Woche lang ohne Einstreu zu halten, in der Praxis umsetzen könnte. Ständig sah ich vollgepullerte und mit Kötteln übersäte Decken und Handtücher vor mir, die dreimal am Tag ausgewechselt und jedesmal sofort gewaschen werden müssen. Abgesehen davon, dass ich gar nicht so viele Decken und Handtücher besitze, würde mir wegen meines Vollzeitjobs auch die Zeit fehlen, diese ständig zu wechseln und zu waschen. Zuhause angekommen entfernte ich zuerst einmal die Einstreu aus Godzillas Käfig und säuberte die Schale. Ferner leerte ich eine der beiden Hasentoiletten und stellte sie mit Küchentüchern ausgepolstert in die Käfigunterschale, und zwar auf die linke Seite.
Während ich das "Werk" betrachtete, kam mir die Idee, dass Stroh eigentlich ein ideales Bodenmaterial wäre. Grob genug, um nicht mit evtl. Wunden zu verkleben, eine warme Unterlage und in jeder Hinsicht besser als ein Handtuch oder eine Decke. Nur hatte ich kein Stroh daheim, ich verwende es sonst nur während der Wintermonate als zusätzliche Bodenbedeckung. Also habe ich mich aufs Fahrrad gesetzt und bin zum nächsterreichbaren Zooladen gefahren, um einen Beutel Stroh zu kaufen. Was tut man nicht alles für seine Lieblinge! Godzilla benutzte die Toilette sogar sofort, obgleich sie sonst mit normaler Einstreu gefüllt ist und er Küchentücher als Bodenbelag dafür gar nicht kennt.
Am anderen Morgen allerdings war das Stroh in der rechten oberen Käfigecke durchweicht - ich hatte nicht bedacht, dass die RECHTE obere Ecke eigentlich seine "Kloecke" ist und nicht die linke. Wie doof kann man nach jahrzehntelanger Kaninchenpflege eigentlich sein?!
Also habe ich nach der Säuberung der Käfigunterschale und der Toilette diese auf der rechten Seite plaziert. Anderntags war das Stroh auf der LINKEN Seite mit Urin vollgesogen, und das Hasenklo unbenutzt. Ich verstand das natürlich nicht und wunderte mich. Später sah ich, dass Silly das mit Küchentüchern gepolsterte Klo als "Bett" zum Reinlegen und Relaxen benutzt. Offenbar ist es dem kleinen Witzbold als Klo zu schade. Am Abend des Operationstages hatte Godzilla keinen rechten Appetit. Er saß teilnahmslos herum. Ich habe ihn ein bisschen gestreichelt und getröstet, was ihm zu gefallen schien, aber sein üblicher Heißhunger aufs Essen wollte sich nicht einstellen. Ich versorgte ihn für die Nacht mit Trockenfutter und einigen Gemüsestücken. Heu hat er sowieso immer zur Verfügung. Die Ärztin meinte, es sei wichtig, dass er frisst, andernfalls müsste ich mir Medikamente holen. Freilauf gewährte ich Godzilla am Operationstag abends nicht. Abgesehen davon, dass er ohnehin apathisch wirkte, fielen ihm dauernd die Äuglein zu. Die Narkose schien noch nachzuwirken. Schnuggy durfte natürlich heraus, allerdings benahm sie sich über die Maßen komisch. Dauernd machte sie Männchen und sicherte die Umgebung, als ob Gefahr in der Luft liege, und zeigte schreckhaftes Verhalten. Dieses kluge, sensible Kaninchen musste genau gespürt haben, dass mit ihrem Freund an diesem Tag etwas geschehen war, etwas Bedrohliches. Vielleicht hatte Godzilla auch einen seltsamen Geruch an sich vom Aufenthalt in der Tierarztpraxis her, oder Schnuggy roch einfach seine Angst, was sich dann auf sie selbst übertrug. Ich fand das eine interessante Beobachtung.
Etwas Ähnliches konnte ich beobachten, als ich damals meinen süßen Widder Muffin zum Einschläfern bringen musste. Seine Partnerin Beelzi schaute angespannt und mit regelrecht angstgeweiteten Augen zu, wie ich Muffin aus dem Käfig holte und in die Transporttasche setzte. Als hätte sie genau gewusst, dass etwas Schreckliches mit ihrem Freund geschehen würde. Unglaublich, wie aufmerksam Kaninchen sind und wie sie auf das reagieren, was mit ihrem Artgenossen passiert. Deshalb kann ich mir gut die Angst vorstellen, die so ein Tierchen aussteht, wenn man es nach Monaten oder gar Jahren plötzlich weggibt und damit aus seiner vertrauten Umgebung reißt.
Am 02.10. morgens war immerhin Godzillas Napf leer. Die morgendliche Ration Trockenfutter und Obst rief bei ihm allerdings erneut keine Begeisterung hervor. Er schien immer noch Schmerzen zu haben. Als ich am Freitag am späten Nachmittag von der Arbeit nach Hause kam, hatte Godzilla den Futternapf geleert. Auch sonst wirkte er wieder "normal" auf mich.
Abends ließ ich ihn im Laufgehege herumhoppeln, was ihm wie üblich Spaß machte. Ich hatte nicht mehr den Eindruck, dass er Schmerzen litt. Offene Wunden sind nach einerKastration eigentlich gar nicht vorhanden, die Operationsstellen sind bereits mit Fäden ordentlich vernäht. Es juckte Godzilla anscheinend, denn manchmal leckte er sich ab. Ansonsten war er ganz der Alte und beobachtete aufmerksam Schnuggy, die wie üblich um das Laufgehege herumrannte. Später im Käfig machte er sich ohne Verzögerung über seinen Futternapf her.
Heute morgen, 03.10., zwei Tage nach der OP, war er bereits wieder völlig hergestellt und führte seinen üblichen Freudentanz auf, als ich ihm die morgendliche Futterration reichte. Er dreht sich dann vor lauter Vorfreude mehrfach um seine eigene Achse, stellt sich auf die Hinterbeine und kann es kaum erwarten, bis der frisch gefüllte Napf endlich in seinem Käfig landet. Ich bin erleichtert, dass die Kastration geschafft ist. Nun dauert es acht Wochen, bis ich Schnuggy und Godzilla endlich "gefahrlos" zusammenlassen kann. Früher bekam man immer sechs Wochen als Frist zu hören, die Tierärztin meinte jedoch diesmal, acht Wochen seien sicherer. Und ich glaube das auch. Ich freue mich sehr darauf, die beiden endlich miteinander herumhoppeln zu sehen. Das wird ein ganz tolles Weihnachtsgeschenk für mich. Und für Schnuggy und Godzilla sowieso!
Der frisch kastrierte Godzilla in seiner einstreufreien Wohnung
Alles überstanden! Es schmeckt Klein-Monsti wieder :-))
19 September 2009 - Godzilla der Kaninchen-Teenager
Godzilla ist nun etwa fünfeinhalb Monate alt und hat bislang eine erstaunliche Entwicklung durchgemacht. Vom grauen, wuschelhaarigen Babykaninchen zu einem wunderhübschen Teenie in der faszinierenden Fellfarbe marder. Marderfarbige Kaninchen sind Teilalbinos, habe ich in der Zwischenzeit gelernt, weswegen Sillys Augen feuerrot leuchten, wenn das Licht in bestimmter Weise darauffällt - oder beim Fotografieren mit Blitz.
Heute bekommt mein süßes Kaninchenmonster zum letzten Mal Fertigfutter für junge bzw. Baby-Kaninchen. Ab sofort darf Godzilla das Premium-Kaninchenfutter "Selective" der Fa. Supreme Petfoods fressen, was mir die Fütterung etwas erleichtert. Ich muss beim Füllen der Näpfe nicht mehr darauf achten, jedem Kaninchen sein gesondertes Futter zu reichen. Seit ein paar Tagen schon habe ich Selective zu dem bisher gefütterten "Bunny Young" gemischt, um ihn langsam umzustellen. Aber Essware ist für Klein-Monsti ohnehin kein Problem, er lebt ganz nach der Devise: Verputzt wird, was im Napf ist. Futter abzulehnen käme diesem verfressenen Kaninchen nie in den Sinn.
Etwas mühevoll, weil doppelt zeitraubend, ist im Augenblick noch der Freilauf, weil Schnuggy und Godzilla nach wie vor nicht zusammen laufen dürfen. Godzilla muss erst noch kastriert werden, damit will ich aber warten, bis er volle sechs Monate alt ist und die Narkose besser übersteht.
Im Augenblick müssen sich die beiden mit einem Flirt durch Gitterstäbe begnügen. Allerdings merke ich - wie bereits damals bei Beelzebub und Muffin -, dass selbst die Getrennthaltung zweier Kaninchen besser ist als eine absolute Einzelhaltung. Die Tiere orientieren sich optisch aneinander und wirken viel zufriedener, wenn sie einen Artgenossen wenigstens sehen können.
Trotzdem fiebern nicht nur Schnuggy und Godzilla dem großen Tag entgegen, wenn sie endlich wieder zusammen laufen dürfen. Auch ich bin schon mega-gespannt darauf, wie sie sich verhalten und ob ihr Miteinander so harmonisch wird, wie ich es mir erhoffe, damit sie dann auch zusammen in einem Käfig wohnen können.
Wenn es danach geht, wie sich die beiden immer anschmachten, kann es kaum etwas anderes werden als ein Happy-End
"Was soll das heißen - Weiße Kreide ist kein Kaninchenfutter???"
28 August 2009 - Die Leiden eines Nagetierbesitzers oder Klein-Monstis Streich
Es ist zum Verrücktwerden. Nun hat SCHON WIEDER eine Zuckerschnute das Kabel von der Telefondose zum DSL-Splitter gekappt. Es ist ja erst das ungefähr dritte Mal in diesem Jahr und das wohl mindestens fünfzigste Mal in meiner "Kaninchenhalter-Karriere".
Glücklicherweise ist die Reparatur heutzutage nicht mehr ganz so aufwändig wie früher. Ich ziehe einfach das kaputte Kabel ´raus, kauf´ein neues und stöpsel´ es wieder an. Bei meinem früheren Telefon musste ich jedesmal die Telekom verständigen, die dann einen Mitarbeiter herschickte, der das Kabel aus der Telefondose "befreite". Das war wirklich umständlich. Zu zahlen brauchte ich allerdings nie was für diesen Schaden, das finde ich im Nachhinein noch prima und sehr liebenswürdig. Die hatten echt Verständnis für die "Leiden eines Nagetierbesitzers" (wiewohl Kaninchen gar keine Nagetiere sind, sondern zu den Hasenartigen gehören, das freilich ändert nichts daran, dass sie ihre Zähne gern in jene Dinge schlagen, in die sie es nicht sollen).
Ein jedes Kaninchen, das ich besaß, hat es in seinem wenn auch noch so kurzen Leben mindestens ein Mal geschafft, ein Telefonkabel zu killen.
Eine sinnvolle Anschaffung wäre es daher für mich sicher, wenn ich mir - rein prophylaktisch sozusagen - Ersatzkabel kaufen würde. Dann müsste ich nicht jedesmal in den Elektromarkt hetzen. Außerdem bin ich überzeugt, wenn ich die Ersatzkabel zu Hause hätte, würde nie mehr ein Kaninchen ein Kabel durchnagen - wenigstens solange nicht, bis die Technik weiter fortgeschritten ist und die Kabel unbrauchbar wären, weil es inzwischen andere gibt.
Nachdem es in diesem Jahr bereits zwei Mal kurz hintereinander passierte, dass mir ein Ninchen einmal das Telefonkabel und einmal das Splitter-Verbindungskabel kappte, habe ich den Schuh-Aufbewahrungsschrank im Flur endgültig an einen anderen Platz versetzt, obwohl es mir optisch nicht gefällt. Auf diese Weise wird jedoch die Telefondose komplett verdeckt und die Zuckerschnuten haben keine Möglichkeit mehr, an die Kabel heranzukommen.
Dachte ich!
Am Dienstag Abend war ich gerade mit der Säuberung von Schnuggys Käfig beschäftigt, als mein Blick zu Godzilla fiel, der im Flur herumhoppelte und plötzlich auffällig an der Schmalseite des Schrankes herumschnüffelte. Von wegen schnüffelte.
Ich sah gerade noch das Kabel, das AUSGERECHNET an der Schmalseite hinter dem Schrank hervorhing, in seinem ebenso süßen wie gierigen Hasenmündchen verschwinden und stieß einen Schrei aus, worauf Klein-Monsti das Kabel fahren ließ.
Zu spät! Das Kabel war bereits fast komplett durchgenagt. Telefon tot, Internetsurfen abgesagt. Dieses unmögliche, nagezähnige Kaninchenkindmonster!!!
Natürlich hielt mein Ärger gerade mal zwei Millisekunden, dann musste ich lachen und holte mir den Kleinen auf den Arm, um ihn abzuschmatzen. Ich liebe Kaninchen über alles, ich könnte diesen süßen Geschöpfen niemals böse sein. Kaninchen dürfen bei mir alles, sie tragen gewissermaßen einen Heiligenschein über ihren zauberhaften, kleinen Gesichtern.
Und ehrlich - wer braucht schon Telefon oder Internet, wenn er solch himmlische Wesen zum Herumknutschen hat!
`Jetzt muss ich aber mal nach dem Rechten schauen, ob unsere menschliche Versorgerin auch alles richtig gemacht und Pippos Bude nach dem Putzen wieder so eingeräumt hat, wie sich´s gehört!´
`Hmmm.....scheint alles o.k. zu sein. - Ob in dem Napf dort drüben Futter ist, das ich mal kosten könnte?´
"NEIN, Schnuggy! Du springst jetzt nicht in diesen Käfig, der gehört Dir nicht!"
Ende Juli haben meine geliebten Zuckerschnuten Schnuggy und Godzilla mit Pippo endlich einen hamsternden Mitbewohner bekommen.
Die Anschaffung eines Hamsters hatte ich seit langem vor und fand im Urlaub endlich Zeit, das nötige Zubehör zu kaufen und mich in den Zoogeschäften nach jungen Teddyhamstern umzuschauen. Nach wochenlangem Überlegen, ob ich einen Dsungarischen Zwerghamster oder einen Goldhamster nehmen soll, habe ich mich für letzteren, und zwar in der "Langhaarversion", entschieden.
Aus einer Lieferung ganz junger Tiere konnte ich schließlich auswählen. Pippo wog beim Kauf gerade mal 50 g und sein Fell war noch ganz kurz, fast wie bei einem normalhaarigen Goldhamster. Inzwischen ist es an einzelnen Stellen schon ein gutes Stück länger geworden und steht lustig ab.
Als ich ihn auf dem Sofa laufen ließ - etwas, das ich nicht oft mache, weil er als Hamsterkind noch viel zu flink ist und sich gern aus dem Staub machen würde - kam Schnuggy hinzu und hat ihn neugierig beschnuppert. Offenbar hat sie beschlossen, dass sie den Kleinen weder zu fürchten noch zu beachten braucht, denn nach einer Weile sie ist weiter ihres Weges gehoppelt.
Dieser unglaubliche Winzling (also von wegen "unglaublicher Hulk" - "unglaublicher Hamster"muss das heißen) hat es geschafft, gleich in seiner ersten Nacht bei mir aus seinem Käfig auszubrechen. Glücklicherweise habe ich es sofort gemerkt und fing ihn ab, bevor er sich auf Erkundungstour durch die Wohnung begeben konnte. Er musste postwendend in einen rundum geschlossenen Plastikkäfig mit engmaschigem Gittereinsatz im Dach umziehen, um weiteren Ausbruchsversuchen vorzubeugen.
Ich hoffe allerdings, dass er irgendwann in den größeren Käfig zurückziehen kann, es gibt dort nämlich mehr Platz für Klettervorrichtungen und Versteckhäuschen. In diesem Käfig haben früher schließlich Ratten gewohnt.......
Derzeit hat Pippo noch etwas Angst vor der Hand, die sich bewegenden Finger sind ihm offenbar suspekt. Wenn er gestreichelt wird, versucht er, sich in die Streu einzugraben, oder er schmeißt sich auf den Rücken, um den vermeintlichen Angreifer abzuwehren. Immerhin nimmt er mittlerweile Nahrung aus der Hand, mit Vorliebe Obst.
Pippo schläft immer sehr lang, vor 23.00 Uhr kommt er nie freiwillig aus seinem Schlafhaus, und vor Morgengrauen verschwindet er bereits wieder darin. Würde mich nicht wundern, wenn er manchmal von schwarz-weißen Werkaninchen träumt. Getroffen hat er ja schon eines.
Einmal zärtlich schnuppern, bitte! Schnuggy heißt Pippo willkommen
Nach dieser siebten Woche, die Godzilla nun bei mir ist, gibt es hinsichtlich seines Geschlechts keinen Zweifel mehr, die Hoden sind jetzt deutlich sichtbar. So passt also der Name, den ich gewählt habe, umso besser. Zur Zeit scheint er gar nicht zu wachsen, was mir Gelegenheit gibt, sein zauberhaftes, juveniles Wesen zu genießen.
Etwas weniger genieße ich die Urinmengen, die dieses liebenswerte Monster produziert, auch wenn ich den Geruch von Kaninchenurin mag und die Hinterlassenschaften eines Kaninchens in keiner Weise eklig finde. Schließlich sind diese Tiere Veganer, daher riechen Urin und Köttelchen so gut wie gar nicht - ein weiteres Plus für Kaninchen als Haustiere. Je mehr Urin sie allerdings im Käfig hinterlassen, desto länger dauert das herausholen der verschmutzten Einstreu und das Ersetzen durch frische. Was bei Schnuggy relativ schnell geht, dauert bei Godzilla daher doppelt so lange.
Vor allem aber staune ich über Sillys bemerkenswerte Fähigkeit, u n t e r den Wassernapf zu urinieren. Wie macht er das bloß? Den Keramiknapf mal kurz beiseite stellen??? Darunterzielen??? Auch unmittelbar daneben sind meistens Pfützchen in der Einstreu. Wahrscheinlich denkt er, Wasser gehört zu Wasser.......
Godzillas Wesen kann ich als äußerst liebenswürdig, ausgeglichen und ruhig beschreiben. Wenn er meine Finger erwischt, leckt er sie ab. Wenn ich ihn beim Streicheln auf dem Arm und unterm Hals sitzen habe, leckt er mir den Hals ab. Das hat bisher noch kein einziges meiner Kaninchen gemacht. Wenn ich auf ihn zugehe, um ihn aufzunehmen, bleibt er sitzen und wartet ruhig darauf, hochgehoben zu werden.
Löwenkopfkaninchen haben tatsächlich einen ureigenen Charme, genau wie die Widderkaninchen. Was nicht heißen soll, Normalhaarkaninchen hätten keinen. Ganz im Gegenteil!
Schnuggys Charme besteht vor allem im findigen Austricksen meiner Person, wie folgende Anekdote zeigt:
Das Aufsuchen der Küche habe ich Schnuggy verboten, weil ihre Ausflüge dorthin immer damit enden, dass sie kleinen, wehrlosen Pflanzen nach dem Leben trachtet, nur weil die Pflänzchen mangels Platz auf einem niedrigen Regal stehen, das sie durch hochrecken oder ´draufspringen bequem erreichen kann.
Auf geradezu mysteriöse Weise gelingt es ihr jedesmal, exakt in jener Zehntelsekunde in die Küche zu entwischen, wenn ich es gerade nicht merke, weil ich anderweitig beschäftigt bin - zum Beispiel damit, Godzillas Pipi-Einstreu zu entfernen. Wenn ich dann in berechtigter Sorge um meine Pflänzchen in die Küche eile, finde ich Schnuggy meistens mit den Strängen der Leuchterblume zwischen den Hasenzähnen vor (Leuchterblumen sind sukkulente Hängepflanzen, deren Triebe bis auf den Boden reichen) .
Ich packe den Topf der Pflanze und ziehe daran, um sie vor Schnuggys gefräßigem Wesen zu retten, allerdings zieht Schnuggy umso fester, und so kämpfen wir um die Pflanze und ziehen daran, die eine oben, die andere unten, bis ich schließlich gewinne: "Schnuggy, lass´ los, verflixt nochmal, Du bekommst genug Grünzeug zu fressen! Lass´ die arme Pflanze los, die will auch leben!!!"
Schnuggy trollt sich und hoppelt aus der Küche hinaus, sichtlich zufrieden, dass sie es mal wieder geschafft hat, mich zu überlisten, denn um nichts anderes ging es ihr schließlich, und ich stelle die Pflanze kopfschüttelnd auf ihren Platz zurück.
Nur gut, dass das arme Gewächs nicht reden kann. Aber was sollte es schon sagen? Das ist eben Girls-Power
19 Juli 2009 - Das kleine Fress- und Pinkelmonster
Nicht zu fassen, dass Godzilla schon sechs Wochen bei mir ist, zu deutlich erinnere ich mich an den Augenblick, als ihn die Verkäuferin vor die Faltschachtel hinsetzte, ihn leicht auf das Hinterteil stupste und er daraufhin von selbst in die Schachtel hoppelte. Ein Anblick für Götter war das, wie er da unbedarft seiner Zukunft entgegenhoppelte.
Ich fand das unglaublich rührend und zugleich ein wenig traurig, wenn ich daran denke, wie viele Kaninchen zuerst gekauft und dann im Stich gelassen, also wieder weggegeben, werden. So ein Tierchen hat schließlich Gefühle, und wenn es sich wo eingelebt hat, ist es schlimm für seine Seele, wieder weggegeben zu werden. Wir wollen schließlich auch nicht unfreiwillig plötzlich unser Zuhause verlieren.
Gestern war wieder "Wiegetermin", wobei ich mein kleines Mümmelmonster zum ersten Mal in einen Korb setzte und auf die Personenwaage stellte. Bisher habe ich geschlossene Gefäße und die Küchenwaage benutzt. 1,3 kg hat er nun an Gewicht beisammen, und im Augenblick scheint er nicht mehr so rasant zu wachsen wie ganz zu Beginn. Auch die Umfärbung seines Felles stagniert mehr oder weniger, es sind immer noch silbergraue Flecken auf seinem Rücken zu sehen, die Reste seines Babyfelles.
Mit dem Ritual des Gekämmtwerdens ist Godzilla mittlerweile voll vertraut und bleibt geduldig sitzen, wenn ich seine Löwenmähne zuerst mit einem feinzinkigen Kamm und danach mit einer weichen Bürste bearbeite. Die Mähne ist lang und seidig, und das Fell auf seinem Rücken und am übrigen Körper beinahe weich wie Samt. Im direkten Vergleich mit Godzilla fühlt sich Schnuggys Fell regelrecht rauh an.
Besonders apart finde ich bei ihm, dass Gesicht und Beine dunkler sind als der übrige Körper. Genau wie bei Beelzi damals, die ich im Alter von acht Wochen bei mir aufnahm, bin ich schon gespannt zu erfahren, wie Godzilla als erwachsenes Kaninchen aussehen wird. Vorerst genieße ich aber seine Babyzeit, die ist bei Kaninchen ohnehin relativ schnell um.
Inzwischen hat sich Klein-Monsti recht gut eingewöhnt und freut sich über jeden Freilauf. Am meisten aber scheint er sich über Futter zu freuen. Wann immer ich an seinem Käfig vorbeigehe, streckt er sich mir entgegen in der Hoffnung, es kommt ein Blättchen Grün oder ein Stückchen Gemüse zu ihm hinein. Wenn etwas kommt, mümmelt er es mit seinem kleinen Mäulchen schneller weg, als ich es ihm gegeben habe. Das Futter in einem richtigen Zuhause schmeckt eben viel besser als das in der Zoohandlung, und es ist viel abwechslungsreicher.
Was die täglichen Reinigungsarbeiten anbelangt, ist er ein kleines bisschen arbeitsintensiver als Schnuggy. Er verbreitet deutlich zahlreichere und größere Urinpfützen, und ich frage ihn gewöhnlich, wenn ich minutenlang damit beschäftigt bin, die verschmutzte Einstreu zu entfernen, ob er denn eigentlich noch ein anderes Hobby hätte außer zu urinieren. Abgesehen davon, dass ich nie eine Antwort bekomme, kenne ich die sowieso: Fressen!
Rumhoppeln macht Freude, aber ein Päuschen muss auch mal sein
19 Juli 2009 - Buchrezension: "Mein Kaninchen" von Esther Schmidt
Meine fünfzehn Bücher umfassende Sammlung an Ratgebern zur Kaninchenhaltung wurde unlängst um ein Exemplar erweitert, nämlich das in der 1. Auflage 2009 im Gräfe & Unzer Verlag erschienene "Mein Kaninchen" von Esther Schmidt. Ich wollte wissen, welche Inhalte ein Ratgeber neueren Datums vermittelt, nachdem meine Bücher mittlerweile alle schon etwas älter sind.
Die Aufteilung ist wie üblich: Sämtliche Aspekte der Kaninchenhaltung werden in übersichtlichen Kapiteln dargestellt, angefangen mit Auswahl und Anschaffung über die bestmögliche Art der Unterbringung bis hin zu Ernährung, Fortpflanzung, Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten. Ergänzt wird das Buch durch wunderschöne Farbaufnahmen, die allein schon den Kauf wert sind.
Auf der hinteren Umschlagseite wird beiläufig erwähnt, dass es in diesem Buch in erster Linie um die Haltung größerer Kaninchen geht, also nicht so sehr um die Haltung von Zwergkaninchen. Dieser wichtige Aspekt hätte freilich besser schon aus dem Titel oder der Einleitung hervorgehen sollen.
Besonders löblich finde ich die deutlichen Aussagen im Kapitel Fütterung, dass Kaninchen nicht von Trockenfutter und Knabberstangen ernährt gehören, sondern hochwertiges Heu und viel frisches Grünfutter brauchen. Dies ist in den Ratgebern älteren Datums geradezu sträflich vernachlässigt worden, weswegen ich trotz des intensiven Studiums zahlreicher Ratgeber damals keine Lösung für das Durchfallproblem meiner Kaninchen fand. Mit den Ausführungen in diesem Buch sollte es jedem Halter möglich sein, seine Kaninchen von Anfang an richtig zu ernähren.
Auch die durch Fotos ergänzten Vorschläge, wie man seinen Kaninchen Abwechslung und Zerstreuung verschaffen kann, sind ausgezeichnet gelungen.
Überhaupt nicht gefällt mir indessen die Beschreibung, wie ein Kaninchen am besten hochzunehmen sei, nämlich am Nackenfell. Ich verstehe einfach nicht, weshalb das in Ratgebern immer und immer wieder empfohlen wird. In vierundzwanzig Jahren Kaninchenhaltung habe ich kein einziges meiner Tiere jemals am Nackenfell hochgezerrt, weil das gar nicht notwendig ist.
Ein Kaninchen lässt sich am besten aufnehmen, indem man mit einer Hand unter Brust und Vorderpfötchen und mit der anderen unter das Hinterteil greift. Zahme Kaninchen, die das Aufgenommenwerden von klein auf kennengelernt haben, bleiben dabei völlig ruhig.
Bei Kaninchen, die Angst davor haben, hochgenommen zu werden, muss man selbstverständlich darauf achten, dass sie einem nicht auskommen und herunterfallen, wenn sie zappeln oder plötzlich mit den Hinterläufen ausschlagen. Aber auch solche Kaninchen müssen nicht am Nackenfell gezogen werden wie Schlachtvieh. Möglicherweise hat diese Empfehlung bei körperlich großen Kaninchen eine gewisse Berechtigung, aus meiner Erfahrung heraus finde ich sie jedenfalls schlichtweg unmöglich und im Umgang mit Zwerg- und kleinen Hauskaninchen völlig unangebracht.
Abgesehen von diesem antiquierten Ratschlag, der endlich einmal in die Mottenkiste verbannt gehört und nicht in jedem Ratgeber immer wieder aufs Neue präsentiert, ist das Buch sehr gut gelungen, informativ, umfassend und übersichtlich, und es ist mit seinen vielen Infos und den gelungenen Fotos eine Bereicherung jeder Kaninchenhalterbibliothek.
Als ich Schnuggy vorgestern Abend streichelte, bemerkte ich, dass sie ziemlich viele Haare verliert, daher habe ich sie mir gestern Abend auf den Schoß geholt, um sie zu kämmen. Obgleich Schnuggy aufgenommen zu werden und auf dem Schoß zu sitzen nicht sonderlich leiden kann, reagierte sie ganz friedlich und wehrte sich kaum, und ich fragte sie im Scherz, ob sie vielleicht schwanger sei, nachdem ich in einem Kaninchenbuch gelesen habe, dass die Hormonumstellung während einer Schwangerschaft ein charakterlich gegenteiliges Verhalten auslösen kann. Da sie mit Godzilla derzeit nur durch das Gitter des Laufgeheges flirten kann, ist das freilich mehr als unwahrscheinlich.
Möglicherweise versteht Schnuggy allmählich, dass Hochgenommen zu werden überhaupt nicht schlimm ist, sondern im Gegenteil zu einem engen Kontakt mit dem Möhrchengeber und damit zu intensiven Streicheleinheiten führt. Ihre Vorbesitzer haben es schlicht versäumt, ihr das beizubringen, denn ein Babykaninchen lernt das normalerweise ohne weiteres.
Fast alle meine Kaninchen, die von klein auf bei mir waren, ließen sich ohne jedes Gezeter hochnehmen, und auch Godzilla ist nach seinen fünf Wochen bei mir bereits soweit, dass er ganz ruhig sitzen bleibt, wenn er meine Hände spürt und merkt, dass ich ihn aufheben will. Ein ruhiger Umgang und vor allem tägliche Übung lehren den Kaninchen auf ganz ungezwungene Weise, dass das Aufheben durch den Pfleger dazugehört, und es ist auch wichtig, dass sie das lernen, denn ganz ohne geht es einfach nicht. Kämmen, Krallenschneiden, eine eventuelle Behandlung im Krankheitsfall oder das Verbringen in die Transporttasche für den Gang zum Tierarzt müssen nun mal sein, und je früher ein Kaninchen lernt, hochgenommen zu werden, desto besser, dann läuft alles ohne Gezappel und ohne Stress ab - für das Ninchen genauso wie für seinen Pfleger.
Schnuggy hat mich mit ihrer relativ gelassenen Reaktion gestern jedenfalls regelrecht überrascht. Vielleicht hat sie sich ja etwas bei Godzilla abgeguckt. Der genießt es schon richtig, auf dem Arm zu sitzen und gestreichelt zu werden. Seine kleine warme Zunge bearbeitet unablässig meinen Hals, als wäre er bestrebt, die Streicheleinheiten unmittelbar zurückzugeben.
Auch heute hat Schnuggy mal wieder einen ihrer "Rennanfälle" bekommen. Sie schießt um das Laufgehege herum, in dem Godzilla untergebracht ist, und fetzt so schnell sie kann durch die Nylontunnels, die ich um das Gehege herum angeordnet habe. Zusätzlich rennt sie dann noch durch den umgelegten Karton eines PC, in dessen schmales Seitenteil sie in tagelanger Arbeit ein Loch genagt hat, durch das sie gerade eben durchpasst. Der Anblick ist einfach köstlich und ich könnte mich jedesmal wegwerfen vor Lachen.
Nach einigen wilden Runden legt Schnuggy sich vor das Laufgehege, um auszuruhen, und präsentiert dem neugierigen Godzilla dabei ihr Hinterteil. ´Ne echt wüste Maus, die Kleine. Oder besser die Große, denn im Vergleich mit Godzilla-Minimonster ist die schlanke Häsin wenigstens körperlich ein Riese.
Eines Tages freilich wird sich das umkehren, nämlich wenn Godzilla zu seiner vollen Löwenkopf-Schönheit aufläuft. So eine Transformation á la unglaublicher Hulk. Der Typ fällt mir ein, weil ich heute nach den DVDs mit der tollen US-Serie aus den achtziger Jahren geforscht habe.
Naja, so extrem wird´s schon nicht werden mit Godzilla.
Andererseits.......
Gibt´s eigentlich Werkaninchen?
Wenn es sie gibt, fressen sie bestimmt auch in mutierter Form kein Fleisch, sondern höchstens kleine Bäume. Und selbstverständlich nur bei Vollmond.
Aber wer kann da schon sicher sein. Ich denke´, ich sollte hier ´raus.......
Und ´ne Fußnote: Heute ist ein erinnerungswürdiger Jahrestag, denn am 11.07.1989, vor genau zwanzig Jahren, habe ich Pinocchio zu mir geholt.
5 Juli 2009 - Das süßeste Überraschungspaket der Welt
Godzilla war gestern genau vier Wochen bei mir. Ein echtes Überraschungspaket ist dieses unglaubliche Mümmelchen. Nicht nur, dass sie oder er sein Geschlecht nicht preisgeben will (ähm......ich tendiere mittlerweile aber schon SEHR zur Annahme, es mit einem kleinen Rammler zu tun zu haben), nun wechselt er auch noch die Farbe von einem eher dunklen Grau zu einem satten Braun.
Das letzte, verbliebene Grau im Fell wird im Augenblick stetig heller, wächst sich mehr und mehr über den unteren Rücken aus und macht einem schönen, glänzenden Mittelbraun Platz, wobei der Rücken offenbar heller bleibt als das Gesicht und die Beinchen.
Nach nur vier Wochen hat Godzilla ordentlich an Gewicht zugelegt - von 900 auf fast 1200 Gramm. Und er hat längst mein Herz erobert mit seiner unglaublich ruhigen, lieben Art und seinem witzigen Wuschel-Outfit.
An dieser Stelle noch einmal ein herzliches Willkommen in Deinem Zuhause, kleiner süßer Kerl, ich wünsche Dir ein langes, glückliches Kaninchenleben!
5 Juli 2009 - Richtige Ernährung von Kaninchen - ein Erfahrungsbericht
Ich möchte meine Erkenntnisse zur Ernährung von Kaninchen vor allem für diejenigen darlegen, die vielleicht noch nicht viel Erfahrung haben mit der Kaninchenhaltung und/oder vor ähnlichen Problemen stehen wie ich früher.
Im Kleintier-Forum von "deine-tierwelt.de" gibt es unter "Kaninchen" zwar eine Seite, auf der die artgerechte Ernährung ausführlich dargestellt wird, aber wenn ich in Kaninchenporträts unter "Lieblingsessen" manchmal Einträge lese, die genau jene Sachen aufzählen, die Kaninchen eigentlich NICHT essen sollen, kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass die richtige Ernährung von Kaninchen nach wie vor ein wichtiges Thema ist, über das man gar nicht genug schreiben kann.
Seit vierundzwanzig Jahren halte ich nahezu ununterbrochen Kaninchen, und abgesehen davon, dass es früher das Riesen-Angebot der heutigen Futtermittelindustrie überhaupt nicht gab, begriff ich erst spät, was es eigentlich bedeutet, Kaninchen richtig zu ernähren.
Mein "Kaninchenhalterproblem", das mich lange Zeit begleitete, war dauerhafter, hartnäckiger Durchfall bei meinen Tieren. Es war oft so schlimm, dass ich, wenn ich den Tieren Freilauf geben wollte, ihnen vorher erst einmal die süßen kleinen Hintern waschen musste, weil sie völlig verschmiert waren. Ich konnte mir diesen Dauerdurchfall nicht erklären, und auch eine Tierärztin, die ich zu möglichen Ursachen befragte, konnte mir nicht helfen. Ich selbst vermutete, dass der Durchfall vom Obst, vom Gemüse oder dem Grünfutter ausgelöst wurde und ließ insbesondere das Grünfutter mehr oder weniger ganz weg. Es änderte sich nichts. Der Durchfall hielt sich hartnäckig, war mal besser, mal schlimmer.
Eines Tages forschte ich im Internet nach und stieß tatsächlich auf Kaninchenhalter, die mit dem gleichen Problem kämpften. Ihren Kaninchen hatte letztendlich eine Ernährungsumstellung geholfen. Also begann ich, mich intensiv mit der Ernährung von Kaninchen zu befassen und fand heraus, dass ich es gerade falsch herum machte: Ich ließ das (frische) Grünfutter weg und fütterte umso mehr Trockenfutter in der irrigen Annahme, die Tiere würden verhungern, wenn sie nicht ausreichend von dem Körnerzeug bekämen. Zusätzlich fütterte ich Knabberstangen, Yoghurtdrops, "Weizenkissen" und andere von der Futtermittelindustrie angebotene Leckerbissen für Kaninchen.
Genau das aber war der Fehler, denn der Verdauungstrakt von Kaninchen ist überhaupt nicht in der Lage, zucker- oder milchhaltiges Zeug zu verdauen, und Körner - insbesondere Getreide - gehören ebenfalls nicht zum üblichen Futter wildlebender Kaninchen. Kaninchen brauchen in erster Linie Grünfutter (z.B. Gras), sowohl in frischer als auch in getrockneter Form von Heu.
Nachdem ich das endlich begriffen hatte, nahm ich eine Futterumstellung dahingehend vor, dass ich zunächst einmal alles wegließ, was nicht in den Kaninchenmagen gehört, namentlich Knabberstangen und andere von Zucker zusammengehaltene Leckereien, Yoghurtdrops und andere Milcherzeugnisse sowie zu guter Letzt Knabberzeug, in dem sich hohe Anteile von Getreide oder Melasse befinden.
Dann suchte ich nach einem geeigneten Trockenfutter, wobei ich ebenfalls auf einen niedrigen Getreideanteil achtete. Gute Erfahrungen machte ich damals mit dem Futter "JR Farm light", auch "Xtra-Vital" von Beaphar wurde von meinen Kaninchen gern genommen. Insgesamt reduzierte ich die Menge des Trockenfutters von prall gefüllten Futternäpfen auf zwei kleine Portionen pro Tag, je eine morgens und eine abends. Parallel dazu erhöhte ich die Gaben von Frischfutter (Petersilie, Dill, Basilikum, Katzengras, Liebstöckel, Kerbel), wobei ich jedoch immer darauf achtete, dass die Tiere alles Frischfutter,auch die Obst- und Gemüsestücke, bei einer Mahlzeit aufaßen und nichts im Napf liegenblieb, wo es welken oder gären konnte.
Nachdem ich die Futterumstellung (natürlich langsam!) vollzogen hatte - meine "Versuchskaninchen" waren damals Beelzebub und Muffin - setzte eine wunderbare Wandlung ein. Sie fraßen plötzlich mehr Heu, fraßen mit sichtlich mehr Appetit, wurden bewegungsfreudiger und, was natürlich das Tollste war, der Durchfall verschwand! Die Köttelchen waren auf einmal wie sie sein sollten, nämlich trocken, fest und absolut geruchlos, ihre kleinen, süßen Hasenhintern nicht länger verschmiert. Das Babyduschgel, das ich zur Säuberung verwendete, konnte ich bald wegwerfen, die Einmalwaschlappen auch.Bei dieser Form der Ernährung bin ich geblieben und hatte seither nie wieder auch nur ansatzweise Probleme mit Durchfall bei meinen Kaninchen.
Im Lauf der Zeit habe ich verschiedene Trockenfutter für Kaninchen getestet bzw. von meinen Tieren testen lassen. Zu den Marken, die mir qualitätsmäßig am hochwertigsten erscheinen, gehören "Bunny Grüner Traum", "Beaphar X-tra Vital" und - für überwiegend in der Wohnung gehaltene Kaninchen - "Cuni Indoor Nature", sowie das aus England stammende "Selective" der Firma Supreme Petfoods Ltd.Mit den verschiedenen Sorten "Grüner Traum" von Bunny habe ich die Erfahrung gemacht, dass sie manche Kaninchen gern mögen, andere gar nicht. Vielleicht liegt es daran, dass die Pellets mit Ausnahme des für sehr junge Kaninchen gedachten "Bunny Grüner Traum Young" etwas groß geraten sind.Von allen Kaninchen ausnahmslos gern genommen wurden alle anderen erwähnten Sorten, besonders gern "Selective".
Derzeit füttere ich "Cuni Indoor Nature" und "Selective" zu gleichen Teilen, insgesamt etwa 10 Gramm pro Kaninchen je einmal morgens, 6.30 Uhr, und abends um 20.00 Uhr.
Dazu gibt es eine Handvoll Grünfutter (gemischt aus dem, was ich aus dem Angebot von Bioladen und/oder Supermarkt gerade da habe, z.B. Petersilie, Basilikum, Bohnenkraut, Melisse, Kerbel, Liebstöckel).
Am Morgen bekommt jedes Kaninchen zusätzlich ein kleines Stück Apfel und ein kleines Stück Birne und/oder Banane sowie ein kleines Stück Karotte.
Hinweis zum Obst: Kiwis, Erdbeeren, Pfirsiche, Trauben, Melone und anderes extrem "nasses", mit kleinen Körnern versehenes Obst füttere ich meinen Kaninchen nicht, auch wenn es manchmal empfohlen wird - mir erscheinen diese Obstsorten im Hinblick auf dadurch evtl. entstehende Darmprobleme als zu problematisch.
Am Abend (20.00 Uhr) bekommt jedes Kaninchen zu Trocken- und Grünfutter ein etwas größeres Stück Karotte, ein Stück Kohlrabi und winzige Stücke von einer Fenchelknolle.
Hinweis zu Gemüse und Frischfutter: Ich verfüttere grundsätzlich keinen Salat, höchstens manchmal etwas Rucola, und keinen Kohl. Kohlrabiblätter gibt es auch nur in winzigen Mengen ab und zu. Brokkoli wäre zwar geeignet, meine beiden mögen ihn aber nicht besonders und er welkt schnell. Ein sehr gut geeignetes Futtergemüse ist Topinambur, leider gibt es den nicht überall und auch nicht immer. Gurke gibt es ebenfalls nur ganz selten, Paprika füttere ich nie - beides ist mir im Hinblick auf den hohen Wassergehalt zu risikoreich im Hinblick auf evtl. Darmprobleme.
Später am Abend, so gegen 22.00 Uhr, bekommen Schnuggy und Godzilla noch einmal etwas zu naschen, namentlich einige Stängel Golliwoog oder Katzengras und je ein Stück Sellerie.
Das Trocken- und Frischfutter wird auf diese Weise komplett verzehrt, und in den darauffolgenden Stunden fressen die Kaninchen ausschließlich Heu, je eine halbe Raufe voll. Manchmal gebe ich noch eine Handvoll grünen Hafer und hin und wieder getrocknete Kräuter wie z.B. Brennesseln oder Löwenzahn dazu.
Frisches Wasser haben die beiden natürlich ständig zur Verfügung.
Mit dieser Ernährungsform habe ich in den vergangenen Jahren die besten Erfahrungen gemacht. Am Allerwichtigsten war für mich die Erkenntnis, dass nicht alles, was die Futtermittelindustrie als "Kaninchenfutter" verkauft, geeignet ist zum Füttern, sondern im Gegenteil die Tiere sogar krank machen kann.
Mittlerweile bin ich überzeugt, dass eine Ernährung von Kaninchen überwiegend mit Körner- bzw. Trockenfutter nicht nur - wie bei meinen Tieren - Darmprobleme auslösen kann, sondern auch die gefürchteten Kiefervereiterungen begünstigt.
Man neigt dazu anzunehmen, Kaninchen würden ihre Zähne beim Verzehr von Knabberstangen und anderen harten Leckereien abnutzen, aber das ist ein fataler Irrtum, wie ich auf schmerzliche Weise lernen musste, denn ich habe bereits zwei Kaninchen durch Kiefervereiterungen verloren. Kiefervereiterungen sind nicht heilbar. Die Tiere müssen früher oder später eingeschläfert werden, weil sie bald nicht mehr fressen können vor Schmerzen. Manche Kaninchen sind aus Erb- oder Rassegründen dafür prädestiniert, Kiefervereiterungen zu bekommen, aber die Ernährung spielt zweifellos auch eine Rolle.
Kaninchenzähne werden durch das beständige Mümmeln von Heu abgenutzt. Daher muss man unbedingt darauf achten, dass die Kaninchen ausreichend Heu fressen. Wenn man zuviel Trockenfutter gibt, sind die Tiere ständig pappsatt und lassen das Heu nahezu unbeachtet in der Raufe. Im übrigen dient die ausreichende Aufnahme von Heu zur Verdauungsregulierung und ist daher immens wichtig.
Es darf durchaus erwähnt werden, dass die heute im Handel erhältlichen Premium-Kaninchen-Trockenfuttersorten, die einen hohen Rohfaseranteil enthalten (mind. 15 %),qualitativ hochwertig sind und der artgerechneten Ernährung von Kaninchen auf jeden Fall näher kommen als das früher übliche Futter, das überwiegend aus Getreidekörnern bestand.
Ich würde Trockenfutter trotzdem nicht mehr in großen Mengen verfüttern. Es ist viel besser, seine Tiere mit frischer Kost und hochwertigem Heu zu versorgen, auch wenn das Füttern von Frischkost mit mehr Aufwand verbunden ist, denn manche Kräuter welken schnell, man muss ständig frische Töpfe nachkaufen oder sie selbst ziehen (wofür jedoch u.U. - so wie bei mir - der Platz gar nicht vorhanden ist), Bundkräuter wie Petersilie oder Dill müssen gewaschen und bis zur Fütterung wieder getrocknet werden, weil sie keinesfalls nass verfüttert werden dürfen. Gemüse und Obst muss geschält und in Stücke geschnitten werden. Alles muss Zimmertemperatur haben und darf weder nass noch verschimmelt oder angefault sein.
Noch ein Wort zur Qualität des Frischfutters: Wann immer es mir zeitlich möglich ist, kaufe ich Gemüse und Grünfutter für meine Kaninchen im Bioladen. Ich füttere diese ungespritzten Sachen einfach mit einem viel besseren Gewissen als das Zeug aus dem Supermarkt. Meine Kaninchen sind dadurch schon richtige Genießer geworden. Wenn ich manchmal aus Zeitgründen Sellerie oder Kohlrabi im normalen Supermarktangebot kaufe, lassen die beiden die Stücke erst eine Weile in der Futterschüssel liegen, bevor sie sie fressen. Auf das Gemüse aus dem Bioladen stürzen sie sich immer sofort und verschlingen es regelrecht.
Glücklicherweise sind die im Buchhandel käuflichen Ratgeber zur Kaninchenhaltung neueren Datums dazu übergegangen, das, was ich hier erläutert habe, wenigstens in Ansätzen ebenso auszudrücken - früher fand man in den Ratgebern überhaupt keine Ausführungen darüber, wie schädlich sich Honig, Zucker, Milch und übermäßig viel Getreide auf die Verdauung von Kaninchen auswirken.
Und wenn man - so wie ich lange Zeit - von dem Gedanken gar nicht loskommt, Kaninchen könnten verhungern, wenn sie kein Trockenfutter bekommen, muss man sich einfach immer wieder klar machen, dass man im Gegenteil Kaninchen allein von Heu, Grünfutter und Wasser ernähren könnte. Genaugenommen könnte (und sollte) man das Trockenfutter komplett weglassen.
Wer das partout nicht fertig bringt, reduziert wenigstens die Menge auf sozusagen "ein paar Krümel", so wie ich es gemacht habe. Wenn die Mümmelchen dann gutes Heu und frische Grünkost zur Verfügung haben, reguliert sich jedwedes Ernährungsproblem praktisch von selbst.
In diesem Sinn wünsche ich allen Mümmelmännchen und -weibchen einsichtige menschliche Ernährer und jederzeit guten Appetit :-))
Blick in Godzillas Futternapf (morgens): 10 Gramm Trockenfutter (hier die Mischung aus Selective und Cuni Indoor Nature) wird ergänzt mit dem, was Kaninchen wirklich brauchen, nämlich Grünfutter und Obststückchen, abends gibts dann statt Obst Gemüse
1 Juli 2009 - Auf dem Sofa von Frau Liebig oder ein Traum von Kaninchen
Nach mehreren erzwungenen Internetpausen wegen des Austauschs meines altersschwachen Rechners gelingt es mir nun hoffentlich endlich, meinen gleichermaßen wundervollen wie witzigen Traum ins Blog zu schreiben.
In diesem Traum von vor zwei Wochen war ich auf dem Weg zur Wohnung einer Kollegin von mir, Frau Liebig (ihren Namen habe ich aus Pietätgründen natürlich geändert). Frau Liebig kenne ich schon sehr lange, jedoch haben wir zumeist nur kurz und überwiegend dienstlich miteinander zu tun. Privat wissen wir so gut wie nichts voneinander. Dienstlich verstehen wir uns prima und jeder Kontakt verläuft überaus freundlich und mit den gewünschten Ergebnissen. Am Tag vor dem Traum hatte ich ein längeres, dienstliches Telefonat mit ihr, dabei hat mein Unterbewusstsein wohl beschlossen, sie auch in der Nacht treffen zu wollen.
In ihrer Wohnung angekommen, stellte ich fest, dass Frau Liebig nicht anwesend war, störte mich aber nicht weiter daran.
Ich stehe also da in ihrer Wohnung und sehe - Kaninchen! Sehr viele Kaninchen, in allen möglichen Farben, Graue, Hellbraune, Schwarze, Weiße und Gescheckte. Sie hoppeln über den Fußboden und hocken auf dem großen Sofa, halten Siesta und sind einfach nur knuddelig und süß. Ich denke, "toll, die Frau Liebig hat Kaninchen!" und freue mich riesig, inmitten dieser großen, bunten Schar meiner Lieblingstiere sein zu dürfen. Ich setze mich zu ihnen auf das Sofa, streichle, bewundere und beobachte sie und freue mich, sie um mich zu haben.
Der Traum währte eine ganze Weile, und ich konnte es kaum fassen, dass Frau Liebig so viele schöne Kaninchen besitzt. Wenn ich mich recht erinnere, waren noch ein paar andere Tiere darunter, ich glaube Meerschweinchen. Im wirklichen Leben hat Frau Liebig - soweit ich weiß jedenfalls - kein einziges Haustier, weder Kaninchen noch sonstwas.
Als ich dann irgendwann aufgewacht bin, kurz bevor der Wecker den neuen Arbeitstag ankündigte, war ich immer noch erfüllt von dem wunderbaren Gefühl, das die Begegnung mit den (Traum-)Kaninchen der Frau Liebig in mir hinterlassen hatte, und ich musste den ganzen Tag über immer wieder in mich hineinlachen, wenn ich an den Traum dachte.
"Bei der Frau Liebig auf dem Sofa" wurde zu einem geflügelten Gedanken für mich, und irgendwie war ich froh, dass Frau Liebig gerade im Krankenstand weilte und ich sie daher weder sah noch sprach. Ich kann einfach nicht dafür garantieren, dass ich bei einem eventuellen Kontakt an diesem Tag nicht losgelacht hätte.
Gemäß dem Volksmund sehen Menschen in bestimmten Situationen "weiße Mäuse". In meinem Fall sind das ganz bestimmt Kaninchen.
Was Wunder bei den zwei liebenswürdigen Exemplaren, die ihr Leben mit mir teilen und mir den Alltag mehr als versüßen, und meine Träume noch dazu. Und wenn mir die beiden mit ihrer wundervollen Gesellschaft mal nicht genug sein sollten, dann gehe ich halt einfach zu Frau Liebig aufs Sofa.
1 Juli 2009 - Tunnel Nummer Drei und strohiges Gemüse
Ein Kurzbesuch gestern in einer Fressnapf-Filiale hat meinen beiden Lieblingen ihren dritten Nylontunnel beschert. Eigentlich wollte ich nur eine Packung Kaninchenfutter kaufen, doch weil Herumstöbern in Zoogeschäften zu meinen absoluten Lieblingsbeschäftigungen gehört, konnte ich mich wie üblich nicht vom Warenangebot losreißen und entdeckte prompt die Tunnels beim Katzenzubehör.
Katzenspieltunnel aus Nylon unterscheiden sich von jenen für Kaninchen lediglich im größeren Durchmesser. Material und Verarbeitungsweise sind vollkommen gleich. Dieser Tunnel ist von „Karlie“, hat einen Durchmesser von 25 cm und eine Länge von 90 cm.
Weil es mir unglaublich viel Freude macht, meinen Lieblingen etwas mitzubringen, konnte ich mich nicht beherrschen und kaufte ihn, auch wenn es die Rechnung mal wieder höher trieb als geplant. Schnuggy und Godzilla lieben diese Tunnels, und ich amüsiere mich köstlich, wenn sie voller Vergnügen durchrennen oder manchmal übermütig darüberspringen.
Der Freilauf ist nun so organisiert, dass Schnuggy im Wohnzimmer hoppeln darf, während Godzilla den gesamten Flur zur Verfügung hat. Jedes Kaninchen hat eine Toilettenschale mit Einstreu gefüllt, und jedes hat seinen Nylontunnel – Schnuggy den neuen, großen, Godzilla den mit dem schmäleren Durchmesser, wiewohl auch Schnuggy locker durch diesen 19,5-cm-Tunnel passt, der auch von „Karlie“ ist und unter dem Namen „Bunny Sports Roadster“ verkauft wird. Außerdem kaufte ich noch zwei bunte „Strohgemüse“ von Trixie, die einen Maiskolben und eine Karotte darstellen sollen. Spielzeug liegt zwar die meiste Zeit unbeachtet auf dem Teppich herum (Was schreibe ich da!?!? Schnuggy ist gerade dabei, das Stroh vom Maiskolben abzureißen), aber manchmal knabbern die beiden schon daran, zudem sehen diese Nagerspielsachen witzig aus. Und überhaupt: Das Wichtigste ist schließlich, der Einkauf hat Spaß gemacht :-))
Schnuggy bestaunt Tunnel Nummer Drei und den Strohmaiskolben
Heute Vormittag war bei meinen Mümmels Käfige säubern angesagt. An den Wochentagen hebe ich lediglich jeweils morgens und abends die mit Urin verschmutzte Einstreu heraus und ersetze sie durch frische, einmal in der Woche werden die Unterschalen der 1-m-Käfige dann gänzlich geleert und mit heißem Wasser gereinigt. Falls sich Urinstein abgesetzt hat, kommt Zitronensäure zum Einsatz. So bleibt die Unterschale sauber und der Käfig für viele Jahre nutzbar.
Zuerst habe ich mir Godzillas Unterschale vorgeknöpft. Das noch junge Kaninchen hat einen ordentlichen Verschleiß, was Toilettenecken anbelangt. An mindestens vier Stellen wird Urin hinterlassen, und das nicht gerade wenig. Dazu kommen Unmengen von Köttelchen. Allein deshalb glaube ich ja mittlerweile fast wirklich, dass es ein Rammler ist. Ich habe damals, als Beelzebub und Muffin bei mir lebten, die Erfahrung gemacht, dass Muffin, der Rammler, wesentlich mehr Hinterlassenschaften erzeugt hat als Beelzi, die Häsin, deshalb denke ich, das könnte generell der Fall sein.
Während ich Godzillas Käfigunterschale von der alten Einstreu befreite, sie in der Badewanne mit heißem Wasser auswusch und dann mit frischer Einstreu befüllte, ließ ich Godzilla in der Wohnung herumlaufen, was ihr (oder ihm.....) natürlich gut gefiel. Sie hoppelte herum und machte Luftsprünge. Schnuggy beobachtete Godzilla vom Käfig aus, und freilich machte es sie ganz nervös, dass Godzilla draußen war und sie nicht. Sie kratzte mit beiden Pfoten am Käfiggitter und nagte daran. Nachdem ich Godzilla eine Weile gestreichelt hatte (sie auf dem Arm zu halten und zu streicheln ist regelrecht süchtigmachend, man möchte sie am liebsten nie wieder absetzen), brachte ich sie zurück in den jetzt sauberen Käfig.
Auf die normale Sägespäneneinstreu gebe ich in einer Ecke noch eine dünne Schicht Überstreu (z.B. „Waldboden“). Die Raufe wird grundsätzlich ganz geleert und mit frischem Heu befüllt. An Futter gibt es Körnerfutter (wenig!), je ein kleines Stück Apfel und Birne und Grünzeug je nachdem, was ich beim Einkauf gefunden habe. Zur Zeit habe ich Bohnenkraut, Liebstöckel, krause Petersilie und Kresse in Gebrauch. Golliwoog und Katzengras gibt es nur als gesondert zugefütterten Leckerbissen zwischendurch.
Die Ernährung von Kaninchen ist ja nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheint, deshalb werde ich demnächst ausführlich von meinen Erfahrungen berichten.
Dann wird noch der nach der Reinigung gut mit klarem Wasser ausgespülte Wassernapf mit frischem Leitungswasser gefüllt. Ich verwende massive Steingutnäpfe, welche die Kaninchen nicht umwerfen können, und befülle sie zweimal am Tag – morgens und abends – mit frischem Wasser.
Obgleich das etwas aufwändiger ist, finde ich diese Art, Kaninchen zu tränken, besser, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die im Handel angebotenen Nippeltränken nicht zuverlässig funktionieren. Ich habe ein Sammelsurium von mindestens acht Nippeltränken für Kaninchen da, die alle im Schrank herumliegen, weil sie den Praxistest schlichtweg nicht bestanden haben. Die Tiere sind oft ganz verzweifelt, wenn sie an den Dingern trinken wollen und nichts herauskommt. Sie reißen dann mit ihren Mündchen daran herum, und es kann ja nicht Sinn der Sache sein, dass das Tier nicht ans Wasser herankommt, wenn es Durst hat.
Die manchmal bemängelte Verschmutzung der Wassernäpfe ist in der Praxis kein Problem. Manchmal liegen einige Einstreuspäne ´drin, aber bei zweimaliger Erneuerung des Trinkwassers pro Tag fällt das nicht ins Gewicht.
Es gibt allerdings Kaninchen, die ihre Wassernäpfe regelmäßig absichtlich mit Einstreu „zumüllen“ (Muffin gehörte dazu), da kann es freilich lästig werden, dem Tier ständig frisches Wasser holen zu müssen, und der Einsatz einer Nippeltränke unumgänglich sein. Generell finde ich es aber leichter, einen Wassernapf auszuleeren und frisch zu befüllen als an einer Nippeltränkflasche herumzufummeln, zumal die Trinkröhrchen sehr schnell verkalken.
Schnuggy war sichtlich froh, als endlich ihr Käfig an der Reihe war, und sie durchstreifte die Wohnung, während ich einstweilen mit dem Staubsauger der herumliegenden Einstreu zuleibe rückte. Dass jetzt Godzilla im Käfig war und sie draußen, störte Schnuggy weniger. Plötzlich war ihr Entdeckerdrang größer als ihr Interesse an Godzilla.
Die Käfigreinigung bringt mich jedesmal ordentlich ins Schwitzen. Die Wissenschaft sollte mal ausrechnen, wie hoch der Kalorienverbrauch ist bei 1 x Käfigputzen. Vielleicht könnte man das ja dann als ganz neue und überaus gesunde Art abzunehmen vermarkten. Im übrigen sehe ich das Käfigsäubern nicht als Arbeit an, sondern als überaus entspannende Tätigkeit. Tiere zu halten ist einfach das schönste Hobby, das es gibt
28 Juni 2009 - Golliwoog - beliebter Leckerbissen bei Mümmelchen
Als ich unlängst für meine Kaninchen im Gartencenter Katzengras kaufen wollte, entdeckte ich dort eine Pflanze, die noch nie gesehen hatte und die ich zuerst für eine Zimmerpflanze hielt. Sie sieht aus wie eine Sukkulente mit kleinen, rundlichen Blättchen. Ein Papierstecker in der Pflanze wies darauf hin, dass sie ein Futtermittel für Nager und Schildkröten sei, deshalb kaufte ich sie interessehalber.
Fast am gleichen Tag entdeckte ich sie in einem Buch über Zwerghamster und erfuhr, dass sie umgangssprachlich "Golliwoog" genannt wird. Ihr lateinischer Name lautet Callisia Repens.Sie wird auch als Zimmerpflanze verkauft, allerdings sind diese Pflanzen wiederum als Futtermittel für Haustiere nicht geeignet, da sie chemisch behandelt und/oder gedüngt sein können. Wenn man Golliwoog zur Ernährung seiner Tiere kaufen will, muss man also darauf achten, dass die Pflanzen ausdrücklich als Tierfutter deklariert sind. Es gibt zahlreiche Internetseiten, welche die Einzelheiten rund um die Pflanze und ihre Eignung zur Ernährung von Kleintieren aufzeigen, daher spare ich mir die Details.
Schnuggy und Godzilla lieben den Golliwoog, sie sind immer ganz aus dem Häuschen, wenn ich mit dem Pflanzentöpfchen daherkomme. Da die Pflanze sehr wasserhaltig sein soll und zudem ein Topf 2,49 Euro kostet, verfüttere ich sie nur sparsam und gewissermaßen als besonderen Leckerbissen. Ich zwicke einzelne Stängel samt Blättchen an ihrer Basis ab und reiche sie den Kaninchen mit den Fingern. Die Hasenmündchen greifen sofort gierig zu, mampfen Blättchen und Stiel ratzeputz weg und schnuppern sofort eifrig, ob denn da noch mehr kommt. Ich füttere jedem Kaninchen etwa fünf bis acht Stängel pro Tag, was ihnen gut bekommt, und kann die Pflanze als ergänzendes Futtermittel für Mümmelmänner sehr empfehlen.
Ich würde Golliwoog allerdings nicht zur ausschließlichen Versorgung mit Grünfutter einsetzen. Abwechslung ist wichtig, schon allein um zu verhindern, dass die Lieblinge zu viele evtl. vorhandene schädliche Stoffe aufnehmen, und damit meine ich nicht nur solche Stoffe, die künstlich zugeführt wurden wie z.B. Pflanzenschutzmittel, sondern auch solche, die die Pflanzen von Natur aus in sich haben. Das gilt für alle anderen Futterpflanzen wie Dill, Basilikum, Kerbel, Bohnenkraut u.a. genauso. Auch bei uns Menschen macht bekanntlich die Menge das Gift.
Zum Glück hält heutzutage nahezu jeder Supermarkt eine meist große Auswahl an Bio-Gartenkräutern in Töpfen bereit, so dass die abwechslungsreiche Versorgung von Kaninchen mit Grünfutter wirklich leicht geworden ist und man nicht wie früher ständig nur Petersilie zu füttern braucht.Der Golliwoog ist jedenfalls eine tolle Sache, wenn man Kaninchen hält und daher auf die ständige Verfügbarkeit von frischem Grünfutter angewiesen ist, und ich kann nur hoffen, dass er bald in möglichst vielen Geschäften, die Tierfutter führen, angeboten wird.
Während des gestrigen Freilaufs begann Godzilla immer wieder auf Schnuggy aufzusteigen und ausgiebig zu rammeln. Zuerst dachte ich ja, es sei eins ihrer „Machtspielchen“, aber als das überhaupt nicht mehr aufhören wollte, habe ich eingegriffen und mir Godzilla zu einer nochmaligen intensiven Geschlechtskontrolle vorgeknöpft. Bisher war ich überzeugt, ein Weibchen vor mir zu haben, gestern war ich mir auf einmal nicht mehr sicher, denn was ich gesehen habe, hatte verflucht viel Ähnlichkeit mit einem winzigen Kaninchenpenis....... Sichtbare Hoden sind keine vorhanden, was sich in den nächsten Wochen freilich ändern müsste, wäre die Kleine tatsächlich ein Rammler. Gut möglich also, dass ich im Hinblick auf Godzillas Geschlecht bald umdenken muss.
Bis die Kleine ihr "Geheimnis" endgültig preisgegeben hat und ich mir hinsichtlich des Geschlechts sicher sein kann, werde ich sie nicht mehr mit Schnuggy zusammen frei laufen lassen. Ich hätte zwar nichts dagegen, Kaninchenbabies aufwachsen zu sehen, aber solange ich eine Vermehrung verhindern kann, werde ich das auf jeden Fall tun. Es gibt schon genug Kaninchen, die dereinst in ein hoffnungsvolles Leben geboren wurden und nun im Tierheim sitzen und mit traurigen Augen darauf warten, dass ihnen jemand ein neues Zuhause schenkt.
Sollte Godzilla tatsächlich ein Rammler sein, werde ich ihn kastrieren lassen, sobald es möglich ist, bevor er sich dann später hoffentlich mit Schnuggy gut genug verträgt, dass die beiden zusammen in einem Gehege oder Käfig wohnen können.