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Zuckerschnutenblog

19 Juli 2009 - Das kleine Fress- und Pinkelmonster

Nicht zu fassen, dass Godzilla schon sechs Wochen bei mir ist, zu deutlich erinnere ich mich an den Augenblick, als ihn die Verkäuferin vor die Faltschachtel hinsetzte, ihn leicht auf das Hinterteil stupste und er daraufhin von selbst in die Schachtel hoppelte. Ein Anblick für Götter war das, wie er da unbedarft seiner Zukunft entgegenhoppelte.

Ich fand das unglaublich rührend und zugleich ein wenig traurig, wenn ich daran denke, wie viele Kaninchen zuerst gekauft und dann im Stich gelassen, also wieder weggegeben, werden. So ein Tierchen hat schließlich Gefühle, und wenn es sich wo eingelebt hat, ist es schlimm für seine Seele, wieder weggegeben zu werden. Wir wollen schließlich auch nicht unfreiwillig plötzlich unser Zuhause verlieren.

Gestern war wieder "Wiegetermin", wobei ich mein kleines Mümmelmonster zum ersten Mal in einen Korb setzte und auf die Personenwaage stellte. Bisher habe ich geschlossene Gefäße und die Küchenwaage benutzt. 1,3 kg hat er nun an Gewicht beisammen, und im Augenblick scheint er nicht mehr so rasant zu wachsen wie ganz zu Beginn. Auch die Umfärbung seines Felles stagniert mehr oder weniger, es sind immer noch silbergraue Flecken auf seinem Rücken zu sehen, die Reste seines Babyfelles.

Mit dem Ritual des Gekämmtwerdens ist Godzilla mittlerweile voll vertraut und bleibt geduldig sitzen, wenn ich seine Löwenmähne zuerst mit einem feinzinkigen Kamm und danach mit einer weichen Bürste bearbeite. Die Mähne ist lang und seidig, und das Fell auf seinem Rücken und am übrigen Körper beinahe weich wie Samt. Im direkten Vergleich mit Godzilla fühlt sich Schnuggys Fell regelrecht rauh an. 

Besonders apart finde ich bei ihm, dass Gesicht und Beine dunkler sind als der übrige Körper. Genau wie bei Beelzi damals, die ich im Alter von acht Wochen bei mir aufnahm, bin ich schon gespannt zu erfahren, wie Godzilla als erwachsenes Kaninchen aussehen wird. Vorerst genieße ich aber seine Babyzeit, die ist bei Kaninchen ohnehin relativ schnell um.

Inzwischen hat sich Klein-Monsti recht gut eingewöhnt und freut sich über jeden Freilauf. Am meisten aber scheint er sich über Futter zu freuen. Wann immer ich an seinem Käfig vorbeigehe, streckt er sich mir entgegen in der Hoffnung, es kommt ein Blättchen Grün oder ein Stückchen Gemüse zu ihm hinein. Wenn etwas kommt, mümmelt er es mit seinem kleinen Mäulchen schneller weg, als ich es ihm gegeben habe. Das Futter in einem richtigen Zuhause schmeckt eben viel besser als das in der Zoohandlung, und es ist viel abwechslungsreicher.

Was die täglichen Reinigungsarbeiten anbelangt, ist er ein kleines bisschen arbeitsintensiver als Schnuggy. Er verbreitet deutlich zahlreichere und größere Urinpfützen, und ich frage ihn gewöhnlich, wenn ich minutenlang damit beschäftigt bin, die verschmutzte Einstreu zu entfernen, ob er denn eigentlich noch ein anderes Hobby hätte außer zu urinieren. Abgesehen davon, dass ich nie eine Antwort bekomme, kenne ich die sowieso: Fressen!



  Rumhoppeln macht Freude, aber ein Päuschen muss auch mal sein


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