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Zuckerschnutenblog

19 Juli 2009 - Buchrezension: "Mein Kaninchen" von Esther Schmidt

Meine fünfzehn Bücher umfassende Sammlung an Ratgebern zur Kaninchenhaltung wurde unlängst um ein Exemplar erweitert, nämlich das in der 1. Auflage 2009 im Gräfe & Unzer Verlag erschienene "Mein Kaninchen" von Esther Schmidt. Ich wollte wissen, welche Inhalte ein Ratgeber neueren Datums vermittelt, nachdem meine Bücher mittlerweile alle schon etwas älter sind.


Die Aufteilung ist wie üblich: Sämtliche Aspekte der Kaninchenhaltung werden in übersichtlichen Kapiteln dargestellt, angefangen mit Auswahl und Anschaffung über die bestmögliche Art der Unterbringung bis hin zu Ernährung, Fortpflanzung, Krankheiten und Verhaltensauffälligkeiten. Ergänzt wird das Buch durch wunderschöne Farbaufnahmen, die allein schon den Kauf wert sind. 


Auf der hinteren Umschlagseite wird beiläufig erwähnt, dass es in diesem Buch in erster Linie um die Haltung größerer Kaninchen geht, also nicht so sehr um die Haltung von Zwergkaninchen. Dieser wichtige Aspekt hätte freilich besser schon aus dem Titel oder der Einleitung hervorgehen sollen. 

Besonders löblich finde ich die deutlichen Aussagen im Kapitel Fütterung, dass Kaninchen nicht von Trockenfutter und Knabberstangen ernährt gehören, sondern hochwertiges Heu und viel frisches Grünfutter brauchen. Dies ist in den Ratgebern älteren Datums geradezu sträflich vernachlässigt worden, weswegen ich trotz des intensiven Studiums zahlreicher Ratgeber damals keine Lösung für das Durchfallproblem meiner Kaninchen fand. Mit den Ausführungen in diesem Buch sollte es jedem Halter möglich sein, seine Kaninchen von Anfang an richtig zu ernähren.

Auch die durch Fotos ergänzten Vorschläge, wie man seinen Kaninchen Abwechslung und Zerstreuung verschaffen kann, sind ausgezeichnet gelungen.

Überhaupt nicht gefällt mir indessen die Beschreibung, wie ein Kaninchen am besten hochzunehmen sei, nämlich am Nackenfell. Ich verstehe einfach nicht, weshalb das in Ratgebern immer und immer wieder empfohlen wird. In vierundzwanzig Jahren Kaninchenhaltung habe ich kein einziges meiner Tiere jemals am Nackenfell hochgezerrt, weil das gar nicht notwendig ist.

Ein Kaninchen lässt sich am besten aufnehmen, indem man mit einer Hand unter Brust und Vorderpfötchen und mit der anderen unter das Hinterteil greift. Zahme Kaninchen, die das Aufgenommenwerden von klein auf kennengelernt haben, bleiben dabei völlig ruhig. 

Bei Kaninchen, die Angst davor haben, hochgenommen zu werden, muss man selbstverständlich darauf achten, dass sie einem nicht auskommen und herunterfallen, wenn sie zappeln oder plötzlich mit den Hinterläufen ausschlagen. Aber auch solche Kaninchen müssen nicht am Nackenfell gezogen werden wie Schlachtvieh. Möglicherweise hat diese Empfehlung bei körperlich großen Kaninchen eine gewisse Berechtigung, aus meiner Erfahrung heraus finde ich sie jedenfalls schlichtweg unmöglich und im Umgang mit Zwerg- und kleinen Hauskaninchen völlig unangebracht. 

Abgesehen von diesem antiquierten Ratschlag, der endlich einmal in die Mottenkiste verbannt gehört und nicht in jedem Ratgeber immer wieder aufs Neue präsentiert, ist das Buch sehr gut gelungen, informativ, umfassend und übersichtlich, und es ist mit seinen vielen Infos und den gelungenen Fotos eine Bereicherung jeder Kaninchenhalterbibliothek.


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