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Zuckerschnutenblog

28 Juni 2009 - Das schönste Hobby, das es gibt

Heute Vormittag war bei meinen Mümmels Käfige säubern angesagt. An den Wochentagen hebe ich lediglich jeweils morgens und abends die mit Urin verschmutzte Einstreu heraus und ersetze sie durch frische, einmal in der Woche werden die Unterschalen der 1-m-Käfige dann gänzlich geleert und mit heißem Wasser gereinigt. Falls sich Urinstein abgesetzt hat, kommt Zitronensäure zum Einsatz. So bleibt die Unterschale sauber und der Käfig für viele Jahre nutzbar. 

Zuerst habe ich mir Godzillas Unterschale vorgeknöpft. Das noch junge Kaninchen hat einen ordentlichen Verschleiß, was Toilettenecken anbelangt. An mindestens vier Stellen wird Urin hinterlassen, und das nicht gerade wenig. Dazu kommen Unmengen von Köttelchen. Allein deshalb glaube ich ja mittlerweile fast wirklich, dass es ein Rammler ist. Ich habe damals, als Beelzebub und Muffin bei mir lebten, die Erfahrung gemacht, dass Muffin, der Rammler, wesentlich mehr Hinterlassenschaften erzeugt hat als Beelzi, die Häsin, deshalb denke ich, das könnte generell der Fall sein.  

Während ich Godzillas Käfigunterschale von der alten Einstreu befreite, sie in der Badewanne mit heißem Wasser auswusch und dann mit frischer Einstreu befüllte, ließ ich Godzilla in der Wohnung herumlaufen, was ihr (oder ihm.....) natürlich gut gefiel. Sie hoppelte herum und machte Luftsprünge.  Schnuggy beobachtete Godzilla vom Käfig aus, und freilich machte es sie ganz nervös, dass Godzilla draußen war und sie nicht. Sie kratzte mit beiden Pfoten am Käfiggitter und nagte daran.  Nachdem ich Godzilla eine Weile gestreichelt hatte (sie auf dem Arm zu halten und zu streicheln ist regelrecht süchtigmachend, man möchte sie am liebsten nie wieder absetzen), brachte ich sie zurück in den jetzt sauberen Käfig.  

Auf die normale Sägespäneneinstreu gebe ich in einer Ecke noch eine dünne Schicht Überstreu (z.B. „Waldboden“). Die Raufe wird grundsätzlich ganz geleert und mit frischem Heu befüllt. An Futter gibt es Körnerfutter (wenig!), je ein kleines Stück Apfel und Birne und Grünzeug je nachdem, was ich beim Einkauf gefunden habe. Zur Zeit habe ich Bohnenkraut, Liebstöckel, krause Petersilie und Kresse in Gebrauch. Golliwoog und Katzengras gibt es nur als gesondert zugefütterten Leckerbissen zwischendurch. 

Die Ernährung von Kaninchen ist ja nicht ganz so einfach, wie sie auf den ersten Blick erscheint, deshalb werde ich demnächst ausführlich von meinen Erfahrungen berichten. 

Dann wird noch der nach der Reinigung gut mit klarem Wasser ausgespülte Wassernapf mit frischem Leitungswasser gefüllt. Ich verwende massive Steingutnäpfe, welche die Kaninchen nicht umwerfen können, und befülle sie zweimal am Tag – morgens und abends – mit frischem Wasser.

Obgleich das etwas aufwändiger ist, finde ich diese Art, Kaninchen zu tränken, besser, weil ich die Erfahrung gemacht habe, dass die im Handel angebotenen Nippeltränken nicht zuverlässig funktionieren. Ich habe ein Sammelsurium von mindestens acht Nippeltränken für Kaninchen da, die alle im Schrank herumliegen, weil sie den Praxistest schlichtweg nicht bestanden haben. Die Tiere sind oft ganz verzweifelt, wenn sie an den Dingern trinken wollen und nichts herauskommt. Sie reißen dann mit ihren Mündchen daran herum, und es kann ja nicht Sinn der Sache sein, dass das Tier nicht ans Wasser herankommt, wenn es Durst hat.

Die manchmal bemängelte Verschmutzung der Wassernäpfe ist in der Praxis kein Problem. Manchmal liegen einige Einstreuspäne ´drin, aber bei zweimaliger Erneuerung des Trinkwassers pro Tag fällt das nicht ins Gewicht.

Es gibt allerdings Kaninchen, die ihre Wassernäpfe regelmäßig absichtlich mit Einstreu „zumüllen“ (Muffin gehörte dazu), da kann es freilich lästig werden, dem Tier ständig frisches Wasser holen zu müssen, und der Einsatz einer Nippeltränke unumgänglich sein. Generell finde ich es aber leichter, einen Wassernapf auszuleeren und frisch zu befüllen als an einer Nippeltränkflasche herumzufummeln, zumal die Trinkröhrchen sehr schnell verkalken.
 

Schnuggy war sichtlich froh, als endlich ihr Käfig an der Reihe war, und sie durchstreifte die Wohnung, während ich einstweilen mit dem Staubsauger der herumliegenden Einstreu zuleibe rückte. Dass jetzt Godzilla im Käfig war und sie draußen, störte Schnuggy weniger. Plötzlich war ihr Entdeckerdrang größer als ihr Interesse an Godzilla. 

Die Käfigreinigung bringt mich jedesmal ordentlich ins Schwitzen. Die Wissenschaft sollte mal ausrechnen, wie hoch der Kalorienverbrauch ist bei 1 x Käfigputzen. Vielleicht könnte man das ja dann als ganz neue und überaus gesunde Art abzunehmen vermarkten. Im übrigen sehe ich das Käfigsäubern nicht als Arbeit an, sondern als überaus entspannende Tätigkeit. Tiere zu halten ist einfach das schönste Hobby, das es gibt  smiley

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