dhd24blogs | MyHome | Kleinanzeigen | Preisvergleich | Zeitungen | Forum | Gruppen | Friends | Blogs | Fotos | Videos | Music | dhd24.tv | Login | Anmelden

Hallo und tschüss


Hallo und Tschüss



Sie werden mich heute wegbringen.
Ich habe es schon die ganze Zeit geahnt.
Eigentlich schon als sich die beiden Menschen immer angeschrieen haben.
Aber heute sprechen sie nicht miteinander.
Das war bei den anderen drei malen,
als ich weggebracht wurde, genauso.
Jetzt frühstücken sie noch und dann geht es los.
Mir haben sie einen besonders vollen Napf hingestellt,
aber ich bekomme nichts runter.
Niemand wird mich noch zu sich nehmen.
Ich habe schon siebenmal die Jahreszeiten wechseln sehen.
Ich war nie der eleganteste Hund.
Nun bin ich auch noch zu dick.
Viel Bewegung habe ich ja nicht mehr bekommen.
Ich konnte genau spüren, dass jeder Spaziergang Euch lästig fiel
und gespielt habt ihr sowieso nicht mit mir.
Früher mal ein wenig und ich bin doch auch immer hinter dem Ball her
gerannt und hab’ ihn geschnappt und bin losgelaufen damit ihr
hinter mir herkommt, aber dann habt ihr wieder geschimpft.
Ich habe doch so gerne gespielt.
Wenn ihr mir das Spiel doch nur erklärt hättet.
Jetzt geht es los, ich komme ja schon.
Nun sitze ich im Auto und die Zweibeiner haben etwas vergessen,
nämlich,
die Näpfe und das Hundefutter einzupacken.
Den Trick kenne ich schon.
Man sitzt im Zuchthaus und spürt das die eigenen Leute
in der Nähe sind und hofft dass sie einen endlich zurückholen,
aber sie bringen nur den restlichen Krempel.
Sie meinen sie tun ein gutes
Werk.
Ich hatte Recht, diese Kurvenkombination hatte ich mehrmals durchfahren.
Jetzt kommt der schlimmste Moment.
Durch die schmale Gasse zwischen den anderen
Gefangenen zu gehen und sich das höhnische Gerede anhören zu müssen ist die Hölle.
Oh Gott, Balou ist immer noch da.
„Hallo Süße, habe ich dir nicht gesagt, das sind Schwächlinge,
die behalten dich nicht lange?“
Ja, wirklich das hat er damals gesagt.
Die Wärter sind nett, sie geben sich alle Mühe,
aber diesen Geruch,
den Geruch nach verlorenen Seelen bekommen auch sie nicht weg.
Ich bekomme die Zelle ganz hinten.
Eine Einzelzelle für ältere schwer vermittelbare Häftlinge.
Ich gehe hinein, lege mich hin und ziehe mich in mich zurück.
Ich denke an die guten Zeiten.
Wie ich im Sonnenschein über eine grüne Wiese gelaufen bin,
oder wie meine Menschen gespürt haben, dass ich Wärme brauchte.
Damals.
Vorbei.

Tschüss




verfasst von 3Silvi3 am 26 März 2009 - 13:16 Uhr
Kommentar verfassen

[ Vorherige Seite ] [ Seite 3 von 22 ] [ Nächste Seite ]